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Ergebnis der 1895 er Ncrufszählung sind jetzt in Hessen 136 000 Betriebevorhanden gegen 128 500 im Jahre 1882. Anderseits ist aber auchdie Zusammenlegung der Grundstücke, wenn auch langsam, planmäßigvorgeschritten, so daß die Parzellierung kaum weiter gegangen sein wird.
Das Ackerland des Großhrrzogtums in seiner Gesamtfläche von etwa382 856 Ka, ist nach Weidenhammer (1882) auf einen Wert von etwa824 Millionen Mark veranschlagt. Davon kommen 260 Millionen Markauf Startcnburg, 321 auf Rheinhessen und 242 aus Oberhessen.
Der Hlluvtvertreter der hessischen Landwirtschaft ist, wie schon er-wähnt, der kleine Bauer mit 2—20 Iia. Er produziert großenteils fürden Bedarf der eigenen Familie und ist außerdem im unmittelbarenAbsatz seiner überschüssigen Produkte am Orte selbst oder in die nächstenIndustrieorte meist günstig gestellt. Den Absatz bewirkt er noch häufigselbst direkt an die Konsumenten, in einigen Fällen durch VermittlungVon Verkaufs« und Verarbeitungsgenossenschaften. Sonst verkauft er derRegel nach an die Kleinhändler der nächsten Orte, seltener an Groß-händler.
Da die Betriebe gewohnlich auf die Arbeit der Familie zugeschnittensind, so kommt es bei größeren Familien nicht selten vor, daß sie über«schüssige Arbeitskräfte zur Verfügung haben. Dann suchen einzelneFamilienmitglieder Arbeit in den Fabriken der Umgegend und führenihren Verdienst ganz oder teilweise der Familienwirtschaft zu.
Der landwirtschaftliche Arbeiter ist durch keine wesentliche Kluft vomKleinbauern geschieden. Beide stehen in gleicher socialer Stellung, unddes ländlichen Arbeiters höchstes und häufig von Erfolg begleitetes Be«stieben ist es, ebenfalls ein Stück Land zu erwerben und es im Laufeder Zeit durch Kauf und Pacht fo zu vergrößern, daß es den Hauptteilseiner Arbeitsleistung in Anspruch nimmt.
In den kleinsten Besitzklassen ist zwischen Landwirten und Industrie-arbeitern keine feste Grenze mehr zu ziehen. Während die kleinsten Land-wirte einerseits häufig regelmäßige oder gelegentliche Industriearbeitnebenher verrichten — hausindustriell wird in der Tabakindustrie undin der Verfertigung von einfachen Geweben gearbeitet —, suchen anderseitsdie Industriearbeiter in kleinen Orten für den eigenen Bedarf ein StückLand zu bewirtschaften. Die herrschende Naturalteilung des Bodens, dieauch den jüngeren zur Industrie übergehenden Sühnen der Bauern einStück Land zusührt, begünstigt in Gemeinschaft mit ihrer von Kindheither angeeigneten Kenntnis des Landbaues diese Bestrebungen.