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Vielfach, zum Teil in genossenschaftlicher Vereinigung, bedeutende Molkereienentstanden, welche die Milch und deren Nebenprodukte mit Erfolg ver-werten.
Der landwirtschaftliche Betrieb beruht im wesentlichen noch auf derDreifelderwirtschaft, die aber in der verschiedenartigsten Weise abgeändertist. Die bäuerlichen Besitzungen in den beiden elsassischen Bezirken sinddurchweg in den Händen der Eigentümer, die selbst mit ihrer Familie, demHausgesinde und Tagelöhnern die Arbeit verrichten. Die Tagelöhner sindselbst wieder meist im Besitze eines oder mehrerer Ackerstücke, zu deren Be-arbeitung sie die Hilse ihres Dienstherrn — namentlich mit Gespannen —in Anspruch nehmen.
Die Verhältnisse in Lothringen liegen etwas anders. Wenn manauch nicht von dem Überwiegen eines Großgrundbesitzes sprechen kann, soist in diesem Bezirk doch eine Reihe von Gütern vorhanden, welche überden Umfang eines mittleren Bauerngutes hinaus gehen. Der Kürnerbauist vorherrschend. Im Moselthale wird ein ziemlich lebhafter Weinbaubetrieben. Die Bearbeitung des Ackers geschieht, des schweren Bodens wegen,meist mit Pferden. Im Verhältnis zu dem dem Ackerbau gewidmetenBoden sind wenig Wiesen vorhanden. Als Betriebsart herrscht, mehr nochals im Elsaß, die Dreifelderwirtschaft vor, wobei die Brache nur teilweisemit Hackfrüchten und Futterpflanzen bestellt wird. Die kleineren Landwirtebestellen, wie im Elsaß, ihren Acker selbst. Die größeren Güter sind inden meisten Fällen verpachtet und zwar in der Regel aus kurze Fristenund unter ungünstigen Bedingungen. Die Eigentümer leben vielfach imAuslande, wo sie das Erträgnis der Pacht verzehren.
An Nebenbeschäftigungen, welche von den Bauern getriebenwerden, sind, abgesehen von der gelegentlichen Beschäftigung, besonders auchder weiblichen Familicnmitglieder, in einer nahegelegenen Fabrik, zu er-wähnen: Die Arbeit in den ausgedehnten Staats- und Kommunalwaldungen,namentlich in den Vogesen, die Hausweberei in den Gebirgsthälern, dieStrohhutflechterei in der Gegend an der Saar und die allerdings sehrgering entwickelte Korbflechtindustrie in der Rheinebene.
Sehr viele Gemeinden des Landes besitzen Gemeindeland (Allmend),welches in kleineren Losen verpachtet oder unentgeltlich an Einwohner derGemeinde zur lebenslänglichen Nutznießung überlassen wird. Diese Ein-richtung ist sür die Ezistenzfähigkeit und Seßhaftigkeit der ländlichen Ar-beitcrbevolkerung von nicht zu unterschätzendem Werte.
Die Lage der landwirtschaftlichen Arbeiter kann im allge-meinen nicht als schlecht, vielfach sogar gegenüber den kleinen Besitzern, so-