116 Viertes Kapitel.
ab gestalteten sich die Schuldaufnahmen nach den jetzt noch bestehendenEinträgen folgendermaßen:
1885: — Mark, 1886: 850 Mark, 1887: 3149 Mark, 1888:4274 Mark, 1889: 257 Mark, 1890: 1721 Mark, 1892: — Mark,1893: 570 Mark, 1894: 1603 Mark.
In Bezug auf das Verhältnis der beiden Schuldarten zu ein-ander wurde die Beobachtung gemacht, daß im Bedarfsfalle zuerst Kurrent-schulden nach und nach in kleineren Betragen kontrahiert werden underst, wenn dieselben eine beträchtliche Höhe erreicht haben, gänzliche oderteilweise hypothekarische Sicherstellung beansprucht wird. Auf diese Weisesind die meisten Privllthypotheken entstanden. In neuerer Zeit werdendie Kurrentschulden durch Ausnahme von Bankkapitalien abgestoßen.Daher erklärt sich, daß bedeutende wirtschaftliche Schädigungen erst nachJahren bei den Immobiliarschulden zum Ausdruck gelangen.
Die Bezahlung der Zinsen und Zielsristen ersolgte in den letzten8 Jahren ziemlich regelmäßig; nur bei den schlechteren Haushaltungenwurden dieselben meistens durch Neuaufnahme von Darlehen getilgt.Dagegen wurde bei den in den letzten 2 Jahren fälligen Quoten kaumdie Hälfte berichtigt.
Die Haupturfllchen des gegenwärtigen Schuldenstandes sind zu suchenin elementaren Ereignissen und Unglücksfällen. In den Jahren 1877und 1878 wurde ^8 der Ernte verhagelt, im Jahre 1880 wurde dieganze Ernte durch einen Hagelschlag vernichtet. Die Wirkungen tretenzu Tage in 8 größeren Darlehen, welche anfangs der 1880er Jahre auf-genommen wurden. Besonders schwerwiegend sind aber die Folgen desWirtschaftsjahres 1893.
Ferner kommen in Betracht Unglücksfälle bei den einzelnen Haus-haltungen. Fast in jedem Jahre ist das Verenden und Ertranken einesoder mehrerer Stücke Großviehes zu verzeichnen. Der Schaden trifft diejeweilige Haushaltung in seinem ganzen Umfange, da ein Viehversicherungs-verein nicht besteht. Noch mehr wird der durch Unglücksfälle in derSchweinehaltung veranlaßte Schaden als mittelbarer Verschuldungsgründangeführt.
Die erwähnten Schädigungen könnten jedoch fo tiefgreifende Folgennicht mit sich führen, wenn den Landwirten das zum Betriebe notwendigeBargeld zur Verfügung stehen würde.
In Obereßfeld ist dies nur bei 3 größeren Besitzern der Fall. Schonin gewöhnlichen Verhältnissen bringt ein unbedeutender Einnahme-Ausfalldie Wirtschaftsführung ins Schwanken. Aus diesem Umstände erklären