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wohlauf, wohlauf, du schönes Blut!')
Gott will zu dir sich Kehreu.G Sünder, fasse Herz uud Nlut,
Hör auf, die Sund zu mehren!wer Büß zur rechten Zeit verricht,
Der soll in Wahrheit leben;Gott will den Tod des Sünders nicht.
wann willt du dich ergeben?
Die „Trutznachtigall" und das „güldene Tugendbuch"sind beide erst nach dein Tode des Verfassers veröffent-licht worden (in demselben Jahre, 1649). Jene ist eineSammlung von einundfünfzig geistlichen Liedern sehr ver-schiedenen Umfanges; dieses, ein zweibändiges Werk,enthält Übungen der drei göttlichen Tugenden, des Glau-bens und der Hoffnung (Bd. I) sowie der Liebe (Bd. II),teils in edler Prosa, teils in eingestreuten Gedichten, vondenen neununddreiszig selbständig, die übrigen aus jenerSammlung entlehnt sind.
„Trutznachtigall wird dieses Büchlein genannt" —so erklärt der Dichter selbst in der Vorrede — „weil estrutz allen Nachtigallen süß und lieblich singet." Geb-hard findet den Titel gekünstelt, im Sinne der altenSprache ist er das aber wohl nicht; ich erinnere an dieBurg Trutzeltz (bei MoselKern), die der Burg Cltz Trotzbietet.
Die Gedichte der „Trutznachtigall" sind so ziemlichnach dem Inhalte geordnet. Zu unterscheiden sind vierGruppen und eine Anzahl zerstreut und vereinzelt stehen-der Gedichte"). Die erste Gruppe enthält Liebesgefänge
') Qsart der Trierer Handschrift statt „du edles Blut".
-) Gruppe I: llr. 2-11 und 20; einmal, in Nr. 11, tritt alsGespons an stelle der Seele Maria Magdalena, die ihren Jesusvergebens im Grabe sucht.
Gruppe II: Nr. 12 (die oben erwähnte perle „wohlauf, wohl-auf, du schönes Blut!") und ls-18.