- 11 —
Was soll der Reiter schnelle Jagd,Was soll des Glöckleins Läuten?
Lang- fleht der Graf um einen Sohn,Der sein Geschlecht, das alte,Das almenreiche, glänzende,Der fernen Zeit erhalte.
Nun hat der Herr, was er erfleht,Ihm gnädig heut' gegeben;Drum läutet froh das Glöcklein jetzt,Drum herrscht so reges Lehen.
Und hocherfreuten Herzens gehtDer Graf nun zur KapelleUnd dankt dem Herrn für seine Gnad'Hier an geweihter Stelle.
Herr, gieb dem Sohn, den Du mir schenkstAuch Deiner Gnade Fülle;Stets heilig sei ihm Dein GebotUnd Deiner Allmacht Wille.
Jlach ihn zum Schirm und Hort des Volks,
Zum Fördrer Deiner Ehre,
Gieb seinem Arme Kraft, dass er
Des Landes Feinden wehre.
Und froh beweget geht er nunHin in der Grätin Zimmer,Da blendet, seltsam anzusehn,Sein Aug ein heller Schimmer.
Und wie der Schein entschwunden ist,Die Gräfin jäh' erwachet,Dieweil der Graf, ehrfürchtiglich,Des Kreuzes Zeichen machet.