Druckschrift 
1 (2005) Ms. B 1 bis B 100
Entstehung
Seite
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Ms. B 80

Hauptschreiber (A: l r -69 v ; B: 70 r -105 v ; C: 106 r -121 v , 130 r -152 v ; D: 122 r -129 v ), 3Nachtragsschreiber (altsächsische Texte; E: 152 v ; F: 153 r und eine Zeile 152 v ; G: 153 v ) l r -63 v ;69 r : zu Beginn der Homilien zumeist rote Überschriften sowie rote oder schwarze Capitalis-Initialen(58 r orange-blau; 69 r orange-grün); an den Satzanfängen Majuskeln in Rot, stellenweise silbernausgemalt.

Hellbrauner Halblederbezug über Pappe, Düsseldorf, nach 1819/20, auf den Deckeln aufgeklebt zweiTeile desselben Bl. eines zweispaltigen lat. Lektionars, Pergament, 15. Jh. Erhalten: Teile derLektionen zum dritten Sonntag nach Ostern. Einband gehört zu einer Gruppe von Einbänden von 13Hss. Essener Provenienz in der ULB Düsseldorf, die mit Fragmenten dieses Lektionars ausgestattetsind bzw. waren, vgl. Karpp, Handschriften Essen, S. 185-189, mit Taf. 14.

Die Hs. ist aus paläographischen Erwägungen der ersten Hälfte des 10. Jh. und dem Skriptorium desEssener Kanonissenstifts zuzuordnen (zu den Kriterien Hoffmann S. 118 f.; ferner Bischoff 1971; s.IL), worauf zudem die Auflistungen Essener Einkünfte 152 v und 153 v hinweisen (s.u.). Wenngleichalle Textteile ersichtlich in einem nicht allzu großen Zeitraum entstanden, ist der Band kein Produktlinearer Planung, sondern besteht aus mehreren inhomogenen Teilen, die vielleicht bereits im 10. Jh.in die heutige Ordnung gebracht wurden: Bl. 1-63 weicht hinsichtlich des dickeren, dunkleren undkaum geglätteten Pergaments sowie der Ausgestaltung (ausgemalte Majuskeln; s.o.) von dennachfolgenden Lagen ab und wurde ausweislich der verschmutzten und eingedunkelten Außenseitenl r , 63 v offensichtlich für längere Zeit separat verwahrt; der fragmentarische Zustand dieser Lagen(erheblicher Textverlust vor Bl. 1 und hinter Bl. 63; s.u.) könnte daraufhindeuten, daß sie zunächstTeil einer anderen Hs. waren und dann mit den übrigen Lagen des vorliegenden Bandeszusammengeführt wurden. Allerdings stammt die nach einer Textlücke (s.u.) einsetzende Fortführungdes Texts zunächst (64 r -69 v ) von derselben Hand (A; Duktus nahezu identisch; helles Pergament).Eine weitere Textlücke besteht vor den von anderen Händen beschrifteten Lagen Bl. 70 ff. Derseparat geschriebene Quaternio Bl. 122-129 wurde in den Quaternio Bl. 118-121, 130-133 nichtlange nach dessen Entstehung eingefügt, was eine Textangleichung notwendig machte (s.u.). Die vondrei verschiedenen Händen geschriebenen altsächsischen Nachträge 152 v153 v (zu korrigieren ist dieAnsicht der bisherigen Forschung, 153" stamme von ein und derselben Hand) lassen sich nicht genaudatieren, dürften nach Maßgabe des Schriftbilds jedoch nicht wesentlich jünger als der Haupttext sein,zumindest noch ins 10. Jh. gehören (zur Datierungsdiskussion etwa Ahlsson 1973; Santoro 1992/93;s. jeweils VI.). Unklar ist die Reihenfolge der Entstehung der drei Nachträge: Möglicherweise wurdezuerst 153 r von Hand F die Homilie geschrieben, deren Schluß zunächst 153 v stand (wonach einweiterer Text folgte), bevor diese Rückseite rasiert wurde, von Hand F die Schlußzeile der Homilieauf den unteren Rand von 152 v neu geschrieben (hellere Tinte als 153 r !) und von Hand G 153 v dieHeberolle eingetragen wurde; die Heberolle 152 v von Hand E könnte sowohl nach als auch vor dieserAktion entstanden sein, für Letzteres spricht die Tatsache, daß 152 v die Schlußzeile der Homilie aufden unteren Rand gedrängt steht. Auch eine genauere Datierung der altsächsischen Glossen 122 v -129 v u.ö. ist nicht möglich (10. oder 11. Jh. ?) Hs. gehörte offensichtlich seit ihrer Entstehung derBibliothek des Essener Kanonissenstifts (zuletzt: fürstliches, freiweltliches Damenstift), sie ist in zwei1819 von T. J. Lacomblet erstellten Essener Bücherverzeichnissen aufgeführt, der Einband (s.o.)entspricht formal denjenigen Einbänden, die für die meisten der 1820 aus dieser Bibliothek in dieKönigliche Landesbibliothek Düsseldorf gelangten Hss. angefertigt wurden, vgl. Karpp,Handschriften Essen, S. 165-170, 174, 185-189.

I. Druckausgaben der altsächsischen Texte der Hs.: V. N. Kindlinger, Zwei alte BruchstückeTeutscher Schrift, in: Allgemeiner Litterarischer Anzeiger, Nr. 110, 16.7.1799, Sp. 1081-1084, hier1081/83 (Homilie 153"), 1083 (Heberolle 153 v ) Maßmann (1824; s. III.) S. 38 f. (Heberolle 153 v ),40 f. (Homilie 153 r ) E. G. Graff, Diutiska. Denkmäler deutscher Sprache und Literatur aus altenHandschriften, Bd. 2, Stuttgart/Tübingen 1827 (Repr. Hildesheim/New York 1970), S. 190 f.(Homilie 153^, 191 (Heberolle 153 v ) Lacomblet (1831; s. III.) S. 11 f. (Homilie 153 r ), 12 f.(Heberolle 153 v ) Müllenhoff/Scherer (s. III.) '1864, S. 181 (Heberolle 153 v ), 181 f. (Homilie153 r ); 2 1873, S. 183 und 183 f.; 3 1892, Bd. 1, S. 232 f. und 233 M. Heyne, Kleinerealtniederdeutsche Denkmäler, Paderborn 1867 (Bibl. d. ältesten dt. Litteratur-Denkmäler; IV,2), S. 62(Heberolle 153 v ), 63 f. (Homilie 153^ ( 2 1877, S. 64 und 65 f.) J. Marbach, Geschichte derdeutschen Predigt vor Luther, Bd. 1,1, Berlin 1874, S. 38^0 (Homilie 153 r ) W. Crescelius,

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