Ms. B 79
Hoc osculando et amplexando dulciter relegebat \\ - Druck: J. Lutz / P.Perdrizet, Speculum humanae salvationis, Mulhouse/Leipzig 1907, Bd. 1, S.4, Z. 1 - S. 13, Z. 70 (Hs. ohne den Prolog; ausgelassen: S. 10, Z. 11 - S.11, Z. 72). E. Breitenbach, Speculum humanae salvationis. Einetypengeschichtliche Untersuchung, Straßburg 1930 (Studien zur dt.Kunstgesch., 272), S. 28 (Hs. genannt). VI? Bd. 9, Sp. 52-65. - AlsZwischenrubriken Angaben zum Inhalt zugehöriger, jedoch nichtvorhandener bildlicher Darstellungen (Figurae).
Ms. B 79Gregorius I. papa
Pergament • 138 Bl. • 26x17 • Nordfrankreich oder Werden (?) • 9. Jh.,2.-3. Drittel
1991 restauriert • Lagen: (III+l) 7 + 6 IV 5S + II 59 + IV 67 + 2 III 79 + 4 IV 1 " + (I+l)" 4 + 3 IV 138 ■Kustoden: A-T • Schriftraum 19,5-21,5 x 11-12 • 25-30 Zeilen ■ karolingische Minuskel;Überschriften Unziale • 6 Hände (A: l r -5 v , 60 r -61 v , 74 r -79 v , 91*—114 v ; B: 6 r -59 v , 67 v -69 v ; C: 61 v -67 v , 70-73 v ; D: 80-9 l r ; E: 115-134 v ; F: 134 v -138 r ) • Überschriften und Briefzählung in Rot; 6 r 5-zeilige, schlichte braune Flechtband-Initiale; an den Briefanfängen 2^t-zeilige Capitalis-Initialen,133 r umpunktet • 138 r Griffelskizze des 11./12. Jh., Gesamthöhe 12,5 cm, in späterer Zeit fastkomplett mit Bleistift nachgezogen, dadurch stilistisch verunklärt (unter Quarzlicht ursprünglicheStruktur sichtbar): hl. Gregor im Bischofsgewand, nimbiert, in Frontalansicht auf Suppedaneumstehend, ein Krummstab in der Rechten, darüber Titulus: S GREGORIUS; 138 v von derselben HandGriffelstudie eines Teils dieses Motivs, gleichfalls mit Bleitstift nachgezogen.
Heutiger Einband von 1991: weißer Schweinslederbezug über Holz; zwei Schließen • in Düsseldorfals Ms. fragm. M 014 separat verwahrt werden zwei Teile eines Doppelbl. aus einem lat. Pergament-Lektionar des 15. Jh. (erhalten: Teile der Lektionen zu den Rogationes, zur Pfingstvigil und zuPfingsten; vom selben Doppelbl. stammen Einbandfragmente zu Ms. B 4, 8), ehemals aufgeklebt aufden in Düsseldorf nach 1819/20 gefertigten früheren Einband der Hs., dessen Aussehen u.a.demjenigen von Ms. B 80 entsprach (s. dort). Ehemaliger Einband gehörte zu einer Gruppe vonEinbänden von 13 Hss. Essener Provenienz in der ULB Düsseldorf, die mit Fragmenten diesesLektionars ausgestattet sind bzw. waren, vgl. Karpp, Handschriften Essen, S. 185-189, mit Taf. 14.
Die von sechs stilistisch demselben Skriptorium zuzuweisenden Schreibern erstellte Hs. wurde nachB. Bischoff (Hss. 9. Jh., 1998; s.u.) im 2. bis 3. Drittel des 9. Jh. „wohl" im nördlichen Frankreichgeschrieben; Kahsnitz (s.u.) und Karpp, Handschriften Essen (s.u.) halten eine Entstehung in derBenediktinerabtei St. Liudger in Werden für möglich • ehemaliges Düsseldorfer Rückenschild desalten Einbandes (s.o.) bei Restaurierung in den Vorderdeckel eingeklebt Hs. stammt aus der
Bibliothek des Essener Kanonissenstifts (zuletzt: fürstliches, freiweltliches Damenstift): Sie ist inzwei 1819 von T. J. Lacomblet erstellten Essener Bücherverzeichnissen aufgeführt, der frühereEinband (s.o.) entspricht formal denjenigen Einbänden, die für die meisten der 1820 aus dieserBibliothek in die Königliche Landesbibliothek Düsseldorf gelangten Hss. angefertigt wurden; vgl.Karpp, Handschriften Essen, S. 165-170,173 f., 185-189.
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