Ms. B 30b
(diese Hs. genannt); DSAM Bd. 13, Sp. 618-620. Auch in Ms. B 21, Bl.254 ra -265 r , dort mit Cap. 41 der Explicatio in Cantica canticorum des Hugovon Sankt Viktor als Prolog. - 222 v leer.
Ms. B 30b
Ps.-Richardus de Sancto Victore, deutsch
Pergament • 117 Bl. • 22x15,5 • Münster i.W., Fraterhaus (?) • 1426
Bl. l r starke Schmutz- und Klebespuren. Lagen: (V-2) 8 + (1+IV) 17 + 12 IV 113 + II 117 . Eines der beidenam Ende der 1. Lage ohne Textverlust ausgeschnittenen Bll. der 2. Lage als Bl. 9 vorgcklebt.Lagensignaturen zu Bl. 10-113: bl-o4; Reklamanten (ab 3. Lage); Foliierung in Blei, 19. Jh.Schriftraum 16-16,5 x 10 • 31-32 Zeilen, Bl. 50-57: 34 Zeilen; Liniierung in Tinte ■ Textura von2 Händen (Handwechsel 27 r ), vgl. W. Oeser, Beobachtungen zur Entstehung und Verbreitungschlaufenloser Bastarden. Eine Studie zur Geschichte der Buchschrift im ausgehenden Mittelalter, in:Archiv für Diplomatik 38, 1992, S. 235-343, hier S. 255, Anm. 33; gelegentlich zeitgenössischeRandkorrekturen ■ rubriziert (im Kapitelverzeichnis auch blaue Anfangsbuchstaben), roteKapitelzahlen über dem Recto, Lombarden im Bereich der 1. Hand 2-zeilig, dann 3-zeilig • 3 rDeckfarbeninitiale / in Blattgold, Blau und Rotbraun, spaltenlange Randverzierung mit schmalerLeiste und 4 auslaufenden Blattranken; vgl. das Missale aus Nienborg (dazu W. Oeser,Beobachtungen zur Strukturierung und Variantenbildung der Textura. Ein Beitrag zur Paläographiedes Hoch- und Spätmittelalters, in: Archiv für Diplomatik 40, 1994, S. 359-439, hier S. 406),vollendet 1425 im Fraterherrenhaus zu Münster, als Leihgabe im dortigen Diözesanarchiv, Hs. 180;W. Oeser, Brüder des gemeinsamen Lebens in Münster als Bücherschreiber, in: Archiv fürGeschichte des Buchwesens 5, 1964, Sp. 197-398, bes. 282 ff., mit Abb. 2).
Einband im 19. Jh. repariert und ergänzt (VD und Rücken Schafleder); erhalten vom Einband des 15.Jh. nur der HD (dunkelbraunes Kalbleder) mit 3 Einzelstempeln (Osterlamm, Schriftleisten „ihesus"und „maria") aus der Werkstatt der Brüder vom gemeinsamen Leben in Münster, der Fraterherren„Zum Springbom" (Schunke S. 156 Nr. 117, 283 Nr. 157, 286 Nr. 230, alle bezeichnet: „Coesfeld I-O"; Bd. 2, 1996, S. 58 f., dort noch nicht berücksichtigt J. Vennebusch, Einbandstempel desChorherrenstiftes Böddeken und des Fraterhauses in Münster, in: Archiv für Geschichte desBuchwesens 23, 1982, 1421-1428; ders., Beiträge aus dem Kölner Stadtarchiv..., in:Einbandforschung, H. 4, Febr. 1999, S. 20-23, hier S. 21 zu Schunke, Bd. 2, S. 58); s. Ms. A 17 undC 103, Einbände ders. Werkstatt in der ULB Düsseldorf (s.a. Karpp-Jacottet, Marienfrede, S. 286, Sp.a.) - Im 19. Jh. vorderes Gelenk verstärkt durch Falz aus einer Pergament-Hs.: liturgischesFragment mit rotem Vierliniensystem, Textura 15. Jh. 2 Schließen abgerissen.
Hs. 1426 vollendet (117 v ), wahrscheinlich im Fraterherrenhaus zu Münster i.W.; von dort in das„Große Schwesternhaus" der Augustinerinnen auf dem Klinkenberg in Coesfeld/Westf, vgl. DasBistum Münster 1: Die Schwesternhäuser nach der Augustinerregel. Bearb. von W. Kohl. Berlin1968, S. 84 ff. (Germania sacra, N.F. 3.); diese Hs. nicht genannt. l r dessen Besitzvermerk, 17./18. Jh:Über Conventus Virginum /In Marienbrink /... (2. und 3. Z. unter Rasur, kaum leserlich). Ob 117 vmit Johannes (am Ende der Subskription, hinzugesetzt?) ein zeitgenössischer Name, vielleicht derStifter (1427) und 1. Rektor des Coesfelder Hauses, der Münsteraner Fraterherr Johannes Vischer(gest. 1442; s.a. W. Kohl, S.86 f., 101), gemeint ist? - Mundart: mittelniederdeutsch (bzw.mittelniederländisch mit östlichem Einfluß).
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