Ms. B 23
Ms. B 23
Johannes Beleth. Bernoldus Constantiensis. Ps.-Alcuinus,Flaccus. Nicolaus de Plove
Papier • I + 297 + I Bl. • 21 x 14 • Düsseldorf, Kreuzherrenkonvent (?) •1502 (I-II); um 1500-1505 (III)
Die Hs. wurde im frühen 16. Jh. aus drei Teilen zusammengesetzt.
Braunes Rindleder (16. Jh., 1. Viertel) über neuen Holzdeckeln; 2- und 3-fache Streicheisenlinienbilden zwei Außenrahmen und ein stehendes Andreaskreuz im Mittelfeld; Einzelstempel SchunkeAdler Nr. 94; Blattwerk Nr. 15; Hirsch Nr. 63a; Lamm Nr. 14; Lilie Nr. 19, 446; dazu ein weitererLilien-Stempel, 2 Rosetten, Heilige (stehend, mit Palmzweig, rechteckig, umrandet), Ranke(Bordüre), Adler (klein, rhomb., umrandet, nach rechts) und Schriftband Maria (rechteckig) • Resteeiner Schließe • alter Titel [S]ww[ma] magistri Jo. ße/e[th] / [...]o officio [Etikett, 16. Jh.]Merker aus hellem Pergament ■ Deckel, Rücken und Bünde wurden erneuert; die ursprünglichenTeile werden gesondert aufbewahrt • Fragment Bl. I (Vorsatzbl., ursprüngl. Spiegel): Einzelbl.;Pergament. 20 x 13. Schriftraum 15,5 x 10. 20 Zeilen; gotische Textualis. 13. Jh., 4. Viertel. Auseinem Psalterium. (I") Ps 55, 11-57, 9. Bl. I r stellenweise unleserlich ■ Fragment Bl. II(Nachsatzbl., ursprüngl. Spiegel): Teil eines Einzelbl.; Pergament. 20,5 x 13. Schriftraum 18 x 10. 40Zeilen; frühgotische Textualis. 13. Jh., 2. Hälfte. Aus einem Lectionarium oder Evangelistarium.(IO >Feria Ulf. Secundum Lucam.< Lc 8, 27-39. (IO Mc 12, 41-44. (II V ) >Marci ev. Marcum.< Mc10, 25-30. (II V ) Mt 5, 13-16. (H v ) >Secundum Lucam.< Lc 1, 18-25. (II V ) >Secundum [Johannem].Anne.< Jo 5, 21-24 (unvollständig; Lesung zum Fest der hl. Anna). Bl. II V stellenweise unleserlich.
Vorliegende Hs. vereint drei vollständige liturgische Traktate und Teile von zwei weiteren Traktatenzum selben Thema. Die Teile I und II wurden 1502 vom presbyter Henricus de Gerresheim (beiDüsseldorf) für die Kreuzherren in Düsseldorf geschrieben; dies belegen die Kolophone auf Bl. 94 vund 15l r (Teil II entstand vor Teil I). Der Schreiber ist von 1512 bis zu seinem Tod 1536/37 alsAngehöriger desselben Klosters nachgewiesen (s. van de Pasch, Defmities, S. 255, 287 und 316; seineHand ist außerdem nachweisbar in Ms. B 59, 60, 89-91, 138). Ob der Schreiber bereits 1502Kreuzherr war, steht nicht fest; zur Person s. auch Hartzheim S. 118-119; Haaß S. 17, 123; U. Brzosa,Die Geschichte der katholischen Kirche in Düsseldorf von den Anfängen bis zur Säkularisation, Köln2001 (Bonner Beitr. zur Kirchengesch., 24), S. 52 f. Teil III stammt von der Hand eines zweitenSchreibers. Dieser Teil ist weder datiert noch lokalisiert, wäre aber nach dem Wz.-Befund in denZeitraum 1500-1505 zu datieren. Wegen der übereinstimmenden Wz. stammt dieser Teil wohl ausderselben Werkstatt wie die Teile I und II, also vermutlich aus dem Kreuzherrenkonvent inDüsseldorf. Daß der Titel von Teil III von der Schreiberhand auf der Versoseite des letzten Bl. vonTeil II (Bl. 152 v ) eingetragen wurde, bestätigt ebenfalls, daß diese beiden Teile in derselben Werkstatthergestellt wurden. Der Einband stammt, wie die Stempel belegen, aus der Buchbinderei desKreuzherrenkonvents in Düsseldorf (s. Schunke Bd. 2, S. 70).
Krämer S. 172 • Handschriftencensus Rheinland Nr. 483.
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