Druckschrift 
Johann Pet. Brinckmanns Bemerkung über die neuerdings vorgeschlagene, und an einer Kreissenden verrichtete Operation der Durchschneidung der Symphyse der Schaambeinen
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen
 

schale zu eröfnen und auszuleeren, allezeitder Anlegung der Zange vorziehen soll, sooft als man urtheilen wird, daß er seinemAusgang eine zu merkliche Hinderniß in denWeg legen würde.Ist es wohl gewiß, daß die Simphy-sin der Schaambeinen sich auch so oft ver-beinert befindet, als die Bemerkungen derHeiren Siebold und Bonard vermu-then laßen können? Ich habe schon vieleBecken von alten und sehr alten Frauenzubereitet, niemalen aber habe ich ein der-gleiches angetroffen. Aber da diese knor-pelichte Vereinigung nicht so breit ist alsman sich einbildt, besonders nach hinten zu,ist es nicht möglich, daß man sie in derD 5Ope-Man muß sich nicht wundern, daß ich voraussetze, manhätte die Operation unternommen, und das Kind wür-de tod gewesen seyn; dann die Lebenszeichen des Kin-des sind in diesem Fall sehr zweydeutig; und es kannüber das geschehen, daß man zu dem Durchschnitt derSimphysin gezwungen wird, wenn man auch gewisweiß, daß das Kind tod ist; z. B. wenn man die Mut-ter auf keine andere Art entbinden könnte; wohl ver-ſtanden, daß dieſe Operation dem Kayserſchnitt vorzu-liehen anerkennt wird.Es ist schon seit lange her, daß die berühmteste Män-ner die Möglichkeit dieser Verheinerung gekäugnet ha-ben. C. Severin Pineau. Cap. VI. opusculo physiologica.