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Wohl in keiner rheinischen Stadt lässt sichfrischer und fröhlicher ausrufen: „gesegnet seider Rhein," als in Mainz, das sich einst im drei-zehnten Jahrhundert auf dem Gipfel von Machtund Rcichthum den Namen „das goldene" gewann.Wer noch nicht auf seiner Schiffbrücke gestan-den und die von uralten Kirchen und Thürmcnüberragte Stadt in der Glorie schöner Abendbe-leuchtung geschaut hat, dem ist wahrlich einerder herrlichsten Punkte Deutschlands unbekanntgeblieben!
In leichten blauen Duft —- diesen cigenthüm-lichcn rheinischen Duft — gehüllt, erscheinenstromabwärts dio von höhern Bergkuppen über-ragten Rebcnhügcl des Rheingaus, links im Vor-dergrund spiegeln sich die Petersau und Ingel-heimerau im Rhein, und an seinem rechten Uferreiht sich an das schimmernde Schloss von Bie-brich Ort an Ort, wie eine Perle zur andern.Wendet man sich aber stromaufwärts, so über-schaut der Blick die mit schönen Gartcnan lagenund stattlichen Gebäuden bedeckten Uferhöhen bisWeisenau, den Melibokus als Hintergrund, undverweilt gern auf der Vereinigung des Mainesmit dem Rhein, oder ruht auf dem freundlichenKastell mit seiner pallastähnüchcn Kaserne. Undnun dazu dieses rege Leben an den Ufern, aufder Brücke und auf dem Rhein mit seinen kreu-zenden Schiffen und Dampfbooten, die jetzt als•ine stattliche Flotte zwischen Basel und Rottcr-