Band II.
I. Abschnitt: Friedcnsmorbidität der Preussischcn Armee in den Jahren 1867 bis 1872.
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id in Tabelle IV einige Daten dieser Art aus späterer Zeititgetheilt'), l>ei welchen die Länge der BeobachtungszeitBeschränkung der Zahl der in Betracht gezogenen[annschaften einigermaassen ausgleicht. Wiederum ist da-3i zu berücksichtigen, dass im ätiologischen Sinnenur diejenigen Krankheitsgruppen und einzelnen Krankheits-jrinen bei irgend einer Waffengattung als wirklich ge-steigert angesehen werden können, welche auch bei Be-ziehung auf die Gesammtmorbidität vermehrt sich darstellen.Dasselbe gilt von der Yertheilung der einzelnen Krank-heiten auf die ausgebildeten und unausgebildeten Mann-chaften, von welcher Tabelle V ein Bild entwirft. 2 ) Schonan früherer Stelle 3 ) ist daraufhingewiesen, dass die eigent-lichste Rekrutenkrankheit in der erhöhten Erkrankungs-neigung überhaupt besteht, welche bei Beziehung auf dieKopfstärke nahezu in allen Erkrankungsfornien zum Aus-druck kommt. Als spezielle „Rekrutenkrankkeiten" in[engerem Sinne können nur diejenigen gelten, welche bei[den Mannschaften des ersten Dienstjahres in stärkererProportion gesteigert erscheinen als die Gesammtzahl derErkrankungen, demgemäss auch bei Beziehung auf dieGesammtmorbidität höhere Ziffern aufweisen als bei den
') Vergl. Anmerkung 1 auf S. 11 (linke Spalte) dieses Bandes.
2 ) Dieselbe ist nach einer der Militär-Medizinal-Abtheilung desPreussisehen Kriegsministeriums im Manuskript vorliegenden Arbeitdes Stabsarztes Dr. Pochhammer zusammengestellt, deren textlicherTheil in Jahrgang 1883, Heft 6 der Deutschen militärärztlichen Zeit-schrift zum Abdruck gekommen ist.
•') Siehe S. 15 dieses Bandes.
ausgebildeten Mannschaften. Von Krankheitsgruppenbleiben danach nur folgende als zu Rekrutenkrankheitengehörig bestehen:
Krankheitsgruppe
Ohrenkrankheiten
Zugang bei
Mannschaften älteren
des 1. Dienstjahres Mannschaften
A K. „"„ M. „"„ K. „"„ M.
9.8 8.9 4.4 7.3
Krankheiten der äusseren
Bedeckungen .... 2t)5.:i
Mechanische Verletzungen . 214.3
276.5
200.li
118.5
106.7
193.6
174.3
Ausserdem von einzelnen, iu obigen Gruppen nichtenthaltenen Krankheitsformen insbesondere Hitzschlagund Lungenentzündung. 1 )
•) Die ebenfalls vermehrten Zahlen der Epilepsie und der Herz-krankheiten sind ganz überwiegend nicht Ausdruck derartiger Er-krankungen während der Dienstzeit, sondern dadurch bedingt, dassMannschaften mit solchen Leiden zur Einstellung gelangt sind. Dadiese Mannschaften bis zu ihrer Entlassung meist als krank geführtwerden, muss die Zahl dieser Affektionen bei den unausgebildetenMannschaften sich entsprechend erhöhen, ohne dass daraus eine'grössereDisposition der Rekruten gefolgert werden kann. — Betreffs einigeranderer Verhältnisse, namentlich betreffs der mit dem Dienstalterzunehmenden Häutigkeit der Wechselfieber, des chronischen Gelenk-rheumatismus und der chronischen Affektionen der Athmungsorganewird auf die oben (Anmerkung 2) erwähnte Arbeit des StabsarztesDr. Pochhammer verwiesen.
(Fortsetzung des Textes auf Seite 4(5.)