ifiid II.
I. Abschnitt: Friedensmorbidität der Preussischen Armee in den Jahren 1867 bis 1872.
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lässig grosser Theil den Lazaretten überwiesen wird, weil
loch Leichtkranke, welche zu anderen Zeiten im Revierverbleiben, den nianövrirenden Truppen zur Last fallen.
Endlich verdient hervorgehoben zu werden, dass dieFlankenbewegung auch bei den einzelnenWaffengattungen
in den hauptsächlichsten Momenten durchaus gleichartigabläuft. Da das Material für die Jahre 1807 bis 1872 einevollständige Trennung nach dieser Richtung hin nicht zu-
liess. wird nachfolgend eine Uebersicht über den Gesammt-
zugang bei den einzelnen Waffengattungen des XL Armee-Korps während zweier aufeinanderfolgenden Jahre nach 1873
eingeschaltet: 1 )
Gesammt-Krankenzugang (Luzareth-, Revier-, Schonungs-kranke) hei den einzelnen Waffengattungen nach Monaten.
Infanterie
Kavallerie
Artillerie
I
Pioniere
Train
Monat
(17835 M.)
(3795 M.)
(2037 M.)
(483 M.)
(342 M.)
A K.
» TTff *-
0 K
0« Ä '
r k
A K.
Januar ....
132.7:)
103.4:»
22116
95.25
251.16
Februar . . .
110.48
121.86
187.08
103.51
225.13
128.20
134.24
165.92
106.62
169.58
April ....
104.oo
98.81
133.57
106.66
141.91
Mai.....
104.05
109.74
106.02
79.70
137.12
Juni ....
94.91
77.46
107.50
127.il
197.33
Juli.....
105.76
105.63
97.uo
87.97
217.83
August . . .
88.66
72.75
89.34
73.4s
203.21
September . .
54.64
51.50
65.29
42.64
159.34
Oktober . . .
51.60
62.83
83.69
31.05
118.41
November. . .
74.oi
116.59
119.54
45.54
137.42
Dezember. . .
88.16
134.38
11664
66.23
209.0«
Jahressumme : 2 )
1137.26
1249.28
1492.74
965.76
2167.50
Nur die (an sich schon inkonstanten) Frühjahrs-Bteigerungen erscheinen in obiger Uebersicht etwas ver-schieden. Sowohl dabei, als bei dem Umstand, dass dieSommersteigerung der Artillerie und der Pioniere im Junistatt im Juli sich ausprägt, wird nicht vergessen werdendürfen, dass nur ein Armeekorps und die kurze Beob-achtungszeit von nur zwei Jahren zu Grunde liegt. Ebensowird es mit Rücksicht auf die Kleinheit der Zahl daliin-
*) Diese und die unter I. B. dieses Abschnittes (8. 20) angeführten,kuf Waffengattungen bezüglichen Zahlen sind einer ungedruckten Arbeitdes Stabsarztes Dr. Winther entnommen, welche der Militär-Medizinal-Abtheilung des Preussischen Kriegsministeriums im Manuskript vor-gelegen hat.
2 ) Ein allgemeines Urtheil über das Verhältniss der Morbiditätder einzelnen Waffengattungen zu einander lassen diese Zahlenwegen ihrer relativen Kleinheit (wenigstens der nicht auf Infanteriebezüglichen) kaum zu, namentlich auch deshalb, weil bei den Pionierenund dem Train nur ein einziges Bataillon in Betracht gezogen ist,wobei die zufälligen Verhältnisse der Garnison und der Quartiere zustark zum Ausdruck kommen. Die Jahres-Gesammtmorbidität der
gestellt bleiben müssen, ob die relativ sehr geringe Kranken-ziffer der Pioniere im Januar und ihre relativ hohe imApril auf Zufälligkeiten oder in dem immerhin besonderenGange der Dienstausbildung bei dieser Truppe beruht. 1 )
Nach dem Vorangegangenen bleibt nichts übrig, alsdenjenigen Faktor, welcher die Krankenbewegung beherrscht,auch für die Armee nicht in den besonderen militärischenVerhältnissen, sondern in einem anderen periodisch wieder-kehrenden, auf Civil und Militär, Geschlechter und Alters-klassen annähernd gleichmässig einwirkenden Momente zusuchen. Ein solches dürfte einzig und allein in dem seinenHauptmomenten nach während jedes Jahresringes vonMonat zu Monat nach stetigen Gesetzen sich änderndenWitterungscharakter und dessen Konsequenzenzu linden sein.
Ein Blick auf die Zeichnungen 1 bis 3 lässt erkennen,dass von den drei im Laufe des Jahres sehr regelmässigwiederkehrenden Steigerungen des Krankenzuganges zwei— im Januar nnd im Juli — mit den Extremen derTemperatur zusammenfallen und dass in Preussen dasKälte extrem mit dem Maximum der Erkrankungen ein-hergeht. 2 )
einzelnen Waffengattungen bei der gesammten Preussischen Armeestellt sich im Mittel der Jahre 1867 bis 1872 wie folgt dar:
1 -i --3
.Sc*a
3 S" 0 "^
02
'S
32
9
n
ee (eiiwehrliden,f-Abet
<1
Kav
-4-3
«1
o
■H a a H s
CS r- ^ •> •_
Kopfstärke . .
157 231
42 222
25 475
5 596
2 657 244 022
Gesammtzugang
absolut
201 898
60 796
36 498
7 961
5 282
329 602
0 K00 ft -
1284.1
1439.9
1432.7
1422.6
1988.0
1350.7
Auch hiernach unterliegt die Infanterie der geringsten, der Trainweitaus der höchsten Morbidität, die übrigen Waffengattungen einerunter sich ziemlich gleichen, welche etwas über diejenige der Infanteriehinausgeht.
') Der Umstand, dass in obiger Tabelle die Pioniere des XI. Armee-korps den übrigen Waffengattungen gegenüber eine wesentlich andereStellung hinsichtlich der Jahres-Gesammtmorbidität einnehmen alsdie Pioniere der gesamtnten Armee (vergl. die vorstehende Anmerkung),macht in Verbindung mit der sonst überall zu Tage tretendenGleichartigkeit der Krankenbewegung die Annahme wahrscheinlicher,dass es sich um zufällige Einflüsse handelt.
2 ) Dieser Satz, obwohl nicht bloss für Preussen, sondern auchfür ganz Deutschland und darüber hinaus giltig, darf keineswegs ver-allgemeinert werden. Vielmehr fällt im Allgemeinen in wärmerenKlimaten mit dem Anwachsen der Krankheiten der Ernährungsorganedas Maximum in den Sommer; in eigentlichen Malariagegenden be-herrschen ausserdem nicht selten die Sumpffieber die gesammteKrankenbewegung. Ueberhaupt darf nicht vergessen werden, dassalles in diesem Abschnitt Gesagte sich lediglich auf die Armee undBevölkerung Preussen s bezieht; wie weit anderwärts dieselben oderandere Verhältnisse obwalten, kommt für den Zweck dieser Aus-einandersetzungen nicht in Betracht. — Uebrigens bleibe an dieser