Band 1.
V. Abschnitt: Vormarsch der III. und Maas-Armee; Schlachten bei Beaumont und Sedan.
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und von Villiers devant Dun nach Nouart führenden Wege anund erhielt den Befehl, am Eingang des nach Tailly hinsich senkenden Thals den Verbandplatz zu errichten. Nach-dem darauf von Tailly ärztliche Hilfe erbeten worden war.marschirte es ab und schlug noch vor Abend in einemmit Verwundeten gefüllten Gehöfte am Dorfwege vonNeuem den Verbandplatz auf, um sich hier bis 3 Uhr frühdes andern Tages zu beschäftigen und gegen 8 Uhr frühdie etwa 80 Verpflegten an das 10. Feldlazarett) abzugeben.
Das 2. Detachement XII. Armeekorps verblieb währenddes Gefechts in Reservestellung. *)
Von Feldlazaretten waren durch das Gefecht beiNouart zunächst das 4., 9., 3. und 10. XII. Armeekorpsbeschäftigt. Die ersteren beiden unterstützten am 29. Augustdie Sanitäts-Detachements, ohne sieh zu etabliren, das 9.gab seine Pflegebefohlenen am 30. August an das 10. ab:das 4. ging am 30. August nach Beaulieu, lagerte und ver-band 64 Deutsche und 91 Französische Verwundete, be-förderte sie theils nach Dun, tlieils nach Beaumont undbeerdigte eine Anzahl Gefallener.
Zur wirklichen Btablirung gelangten in Folge desGefechts bei Nouart das 3. und 10. Feldlazareth XII. Armee-korps, ersteres in Villiers devant Dun (vom 29. Augustbis 12. September), letzteres in Tailly (vom 29. Augustbis 1. September). In Villiers wurden 262 Verwundeteund Kranke, in Tailly 110 Verwundete und 9 Kranke auf-genommen. (Siehe Schlacht bei Beaumont.)
Wahrend des Vormarsches beider Armeen bis zurSchlacht bei Beaumont waren somit 2 Feldlazarethe zurPflege Verwundeter, nur '/* Feldlazareth (abgesehen vondem 12. Feldlazareth 111. Armeekorps) zur AufnahmeKranker zurückgeblieben. Die beiden erstgenannten dientenalsbald zur Vermehrung der Pflegestätten für die Opferder Schlacht bei Beaumont. Zur Behandlung der auf demMarsche Erkrankten genügten die rückwärts bereits be-stehenden Lazarethanstalten. sowie einige neu eingerichtetel'happenlazarethe. 2 )
Schlacht bei Beaumont am 30. August 1870. 3 )
Seitens des Oberkommandos der Maas-Armee war am30. August Morgens (i Uhr bestimmt worden: „Die Trainssind korpsw r eise vereinigt hinter den heutigen Biwaks derTruppen zurückzulassen." 4 )
Als die beiden Divisionen des IV. Armeekorps am30. August in frühester Morgenstunde aus ihren Biwaks inder Gegend von Andevanne und Bayonville aufbrachen,
1 ) Vergl. Belagerung von Verdun im folgenden Abschnitt.
2 ) Vergl. „Kriegs- und Etappenlazarethe" am Schluss dieses Ab-
M-lmittes.
3 ) Vergl. Generalstabswerk I, S. 1034 und ff.
4 ) Generalstabswerk I, Anlage 38.
Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere ]S7(J,71. 1. Bd.
befand sich die 2. Sektion des 2. SanitätsdetachementsIV. Armeekorps bei der Avantgarde der 8. Division, dieerste Sektion bei der 8. Division, das 1. Detachement Ihmder 7. Division und das 3. bei der Korps-Artillerie.Während der ersten Momente des Kampfes vor Beaumontwaren das 1. und 2. Sanitätsdetachement in ihm Gehöftensüdlich Beaumont thätig, späterhin trat das 1. Sanitätsdetache-ment in dem vom Feinde verlassenen Lager in Wirksamkeit.Die Verwundeten wurden alsbald nach Beaumont geschafft,welcher Ort seit 2 Uhr Nachmittags sich in den Händender Deutschen befand. Das 3. Sanitätsdetachement er-richtete in den späteren G-efechtsstunden einen Verband-platz vor Mouzon.
JJaverischorseifs etablirte ein der Avantgarde bei-gegebener Zug der 4. Sanitäts-Kompagnie I. Armeekorps,als die Avantgarde gegen 1 Uhr in das Gefecht eintrat,unmittelbar hinter der Geschützlinie im Freien einen Hilfs-platz, auf welchem die Verwundeten einstweilen gelagertwurden, bis die beiden anderen, hinter dem Gros derDivision marschirenden Züge der Kompagnie auf demSchlachtfelde ankamen. Da weit und breit kein Haus vor-handen war, so musste auch der Haupt-Verbandplatz imFreien errichtet und das Operationszelt aulgeschlagen werden,wozu eine ungefähr 400 Schritt hinter dem ITilfsplatzegelegene Midde gewählt wurde. Hier waren unter Leitungdes Divisionsarztes sämmtliche Aerzte der Division thätig,so dass die Arbeit leicht bewältigt werden konnte. Das Heran-schaffen der Verwundeten war allerdings bei der bügeligenund waldigen Beschaffenheit der Gegend sehr schwierig,auch das nöthige Wasser musste ziemlich weit herbeigeholtwerden, hingegen erleichterte den Weitertransport derVerwundeten der Umstand, das?> der Haupt-Verbandplatzunmittelbar an der Strasse nach dem nur 3 /* Stunden ent-fernten Sommauthe lag, wo noch am nämlichen Nachmittagedas Aufhalnns-Feldspital No. 9 eingetroffen war und sichetablirt hatte.
Um 8 1 /-' Uhr Abends, nachdem sämmtliche Verwundeten— 4 Offiziere und 130 Mann — nach Sommauthe über-geführt waren, rückte die 4. Sanitäts-Kompagnie nach LaThibaudine Ferme vor, wo mehrere Truppenärzte währenddes Gefechts die von den Blessirtenträgern dorthin ge-schafften Verwundeten, so gut es ging, in dm wenigenGebäuden untergebracht hatten. Doch lag, als die Kom-pagnie nach 9 Uhr dort eintraf, noch eine ziemliche AnzahlVerwundeter — Bayern, insbesondere aber Franzosen —im Freien in der Nähe der Ferme und im Walde vonWarniforet. Diese wurden gesammelt, in den Scheunenuntergebracht und bis 2 Uhr Nachts verbunden. DieKompagnie blieb den Rest der Nacht in und bei derFerme und begann mit Tagesanbruch mit der Ueberführungder Verwundeten nach Sommauthe. Um 9 Uhr musste sieihrer Division folgen; die noch vorhandenen Verwundeten,sowie die von dem ersten Zuge der Kompagnie nach demDorfe Yoncq Gebrachten wurden einer dem Aufnahms-
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