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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Band I.
Fünfter Abschnitt.Vormarsch der III. und Maas-Armee; die Schlachten hei Beaumont und Sedan.
Vormarsch.
Seine Majestät der König von Preussen hatte unterdem 19. August 1870 eine anderweitige Armee-Eintheilungbefohlen, der zu Folge das Garde-, IV. und XII. (KöniglichSächsische) Armeekorps nebst der 5. und 6. Kavallerie-Division aus dem Verbände der IL Armee ausschieden undals besondere (Maas-)Armee unter den Befehl Seiner König-lichen Hoheit des Kronprinzen von Sachsen traten. Am23. August setzte sich diese neugebildete Armee gleich-zeitig mit der inzwischen ebenfalls an der Maas angelangtenIII. Armee befohlenermaassen in der Richtung auf Chalonsin Marsch; am 26. August begann die berühmte Rechts-schwenkung beider genannten Armeen, welche nach einigenkleineren Zusammenstössen mit feindlichen Vortruppen dieSchlachten bei Beaumont und Sedan herbeiführte. 1 )
Das IV. Armeekorps war schon am 20. August nachCommercy gelangt; am 22. August erhielt die 2. Sektion6. Feldlazareths dieses Korps Befehl, sich dort für dieKranken des Korps zu etabliren. Die Sektion blieb inCommercy bis zum 23. September in Thätigkeit und nahm imGanzen 206 Mann auf.
Als sodann der Maas-Armee, und zwar insbesondereSächsischen Truppentheilen, die Aufgabe zufiel, Verdun zubeschiessen 2 ), waren am 24. August die Sächsischen dreiSanitätsdetachements in Bereitschaft.
Das 1. Sanitätsdetachement XII. Armeekorps schlugzwar keinen Verbandplatz auf, kehrte aber, bereits überVerdun hinausgerückt, Nachmittags 2 Uhr zurück, um9 Verwundete abzuholen und dieselben am 25. August indas Lazareth zu Etain abzuliefern.
Das 2. Sanitätsdetachement postirte sich südöstlichVerdun in einem Thale in der Nähe von Haudainville,ohne jedoch in Anspruch genommen zu werden.
Einen Verbandplatz, welchen das 3. Sanitätsdetache-ment hinter den Sächsischen Batterien errichtete, bestrichendie feindlichen Granaten. Zwei daselbst Amputirte wurdennach dem östlich gelegenen Fresnes transportirt.
Kurz nach diesem Unternehmen ward das 12. Feld-lazarett, des zur Einschliessungs-Armee von Metz gehörigen
~^fVergl. Generalstabswerk I, S. 959 ff.
2 ) Generalstabswerk I, S. 966. Verluste: 1 Offizier und 19 Mann.
III. Armeekorps in den Etappenort Etain, nordöstlichVerdun, beordert. 1 ) Dasselbe blieb hier jedoch nur you28. bis 30. August (bei 43 Kranken), um sich am letzt-genannten Tage von der 3. Sektion Lazareth-Reserve-Personals des Gardekorps ablösen zu lassen.
In noch geringerem Grade als die Beschiessung vonVerdun beanspruchte das kurze Reitergefecht bei Buzancy')am 27. August die Bethätigung von Sanitäts-Formationen.Die Aerzte der betheiligten Truppen genügten, indem nsich zu gemeinsamer Hilfeleistung an einem Waldsaumevereinigten. 22 A^erwundete kamen noch Nachmittag'in Dun an, um hier von der 2. Sektion 1. Sanitatdetachements XII. Armeekorps weiter versorgt und Tagtdarauf nach Etain zurückbefördert zu werden.
In grösserem Umfange als die beiden vorgenanntenAktionen forderte das Gefecht bei Nouart 3 ) am 29. Augn-tsanitären Beistand. Bald nach Beginn des Gefechfcrichtete das 1. Sanitätsdetachement XII. Armeekorps einenVerbandplatz an einem Waldrande bei Tailly ein. Anderhier entwickelten Thätigkeit betheiligten sich die Aerzteder Infanterie-Regimenter No. 102 und 103, sowie des4., 9. und!10. Feldlazareths XII. Armeekorps. Im weiteren Gefechts-verlaufe ging das erwähnteDetachementNachmittagszwischen4 und 5 Uhr, unter Zurücklassung von Sanitätspersonal bei denzurückbleibenden Verwundeten, nach Nouart hinein, umhier seine Hilfeleistung fortzusetzen, vertauschte jedochAbends nach 7 Uhr den neuen Verbandplatz, weil derselbe dafeindlichen Feuer ausgesetzt war, wieder mit dem früherenbei Tailly. Hier dauerte die Arbeit bis Nachtsl 1 /* Uhr, da die meisten Verwundeten (es wurden 132Mann verbunden) noch in das mittlerweile eingetroffene3. und 10. Feldlazareth, welche in Villiers und Tailly (süd-östlich Nouart) aufschlugen, befördert werden mussten.
Das 3. Sanitätsdetachement desselben Armeekorps langtegegen 5 Uhr Nachmittags am Kreuzungspunkte der nach Tailly
~) Vergl. S. 123.
2 ) Vergl. Generalstabswerk I, S. 966. Verluste: 2 Rittmeisterverwundet und 32 Mann (einschliesslich 1 todt).
3) Vergl. Generalstabswerk I, S. 1020. Die Verluste bei Nouanbetragen nach Generalstabswerk I, Anlage 37, S. 261:
todt oder in Folge Verwundung gestorben 1 Offizier 72 Mann.
verwundet............13 „ 276 „
vermisst........... . — „ ______ 1 » _
14 Offiziere 349 Mann.
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