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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Tliätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band I.

Unternehmung gegen Toul am 16. August 1870,

Belagerung dieser Festung vom 12. bis

23. September 1870.')

Von den am Kampfe des 16. August nicht betheiligtenTruppen der II. Armee war das Gardekorps über Dieulouardund ebenso das XII. (Königl. Sachs.) Armeekorps in nörd-licher Richtung vorgegangen, während das IV. Armeekorpsmit der 7. Division bei Rosieres en Haye biwakirte unddie 14. Infanterie-Brigade als Avantgarde gegen Toul vor-geschoben hatte.

Zahlreiche Marschkranke verschiedener Truppentheilehatten sich in Dieulouard gesammelt und Hessen daselbstdie Einrichtung eines Lazareths nothwendig erscheinen.Das 3. Feldlazareth des Gardekorps erhielt demgemäss am16. August Befehl, mit einer Sektion in Dieulouard sichzu etabliren. Bis zum Abend des 16. August kamen768 Mann in Zugang, von denen bereits am folgenden Tage585 Mann geheilt ihren Truppentheilen wieder überwiesenoder vorläufig zu besonderen, den Etappeninspektionenunterstellten Truppenverbänden vereinigt wurden. 2 ) AmAbend des 19. August hatte das in Dieulouard befindlicheärztliche Personal seinem inzwischen in Doncourt en Jarnisyzur Etablirung gelangten Feldlazareth sich anzuschliessen;das Etappenlazareth ging in die Hände des FranzösischenKantonarztes über.

Zur Aufnahme der bei der Unternehmung gegen Toulam 16. August Verwundeten des IV. Armeekorps liess sichin dem Dorfe Rosieres en Haye am 16. August das1. Feldlazareth IV. Armeekorps in dem Schulhause sowiemehreren Privatgebäuden und Scheunen nieder. DieITeberführung der Verwundeten von dem Gefechtsfeldenach Rosieres en Haye fiel der 2. Sektion des 1. Sanitäts-detachements IV. Armeekorps zu. Das Lazareth nahm133 Verwundete auf. Da der verbliebene Bestand von31 Verwundeten die Kräfte des Lazareths nur theilweisein Anspruch nahm, folgte am 27. August die 1. Sektiondem Armeekorps, während die 2. weiterhin den Dienst inRosieres en Haye versah, wo sie ihre Tliätigkeit am3. September beendete. 3 )

>) Vergl. Generalstabswerk I, S. 643 und II, S. 86.

2 ) Vergl. S. 63 (Marodenkompagnien).

3 ) Die Verluste vor der Festung Toul beziffern sich:

16. August nach Generalstabswerk I, Anl. 22, S. 181*:todt oder in Folge Verwundung

gestorben........6 Offiziere 44 Mann,

verwundet........12 129

vermisst......... ________ 9

18 Offiziere 182 Mann.

17. August bis 23. September nach Generalstabswerk II, Anlage 67,S. 21*:

todt oder in Folge Verwundung

gestorben ........ Offizier 7 Mann,

verwundet ........ 1 27

vermisst ......... _____

1 Offizier 34 Mann.

Mit der 17. Infanterie-Division traf am 12. Septemlindas 2. Sanitätsdetachement IX. Armeekorps östlich Tumein, brachte die am 12. und 13. September Verwim-deten (6) in dem Dörfchen Villey St. Etienne vorläuftunter und übergab sie am 13. September Abends da!). Feldlazareth XIII. 1 ) Armeekorps. Da die Ortschaft VifeSt. Etienne zur Etablirung eines Feldlazareths nichtgeeignet erschien, wurden daselbst nur die Nichttranspoitablen in Behandlung und Pflege des erforderlichen iuziliehen und Wartepersonals zurückgelassen, während da-9. Feldlazareth XIII. Armeekorps sich am 16. Septem!»in Gondreville in der Mairie und dem Schulhause etablirteEs nahm daselbst 16 Verwundete und 66 Kranke auf. diees bis zum 25. September nach Nancy evakuirte.

Ausser dem oben genannten 9. gelangte vor Toul aucLdas 7. Feldlazareth XIII. Armeekorps zur Tliätigkeit. E-etablirte sich am 16. September in Blenod les Toul, hatteindessen nur einen Krankenzugang von 16 Mann, welch.es am 25. September, nachdem Toul am 23. Septembagefallen, in diese Festung brachte, woselbst das ärztlichePersonal der Deutschen Besatzungstruppen den Dieiwversah, bis das dem Generalgouvernement von Lothringazugetheilte 2. Feldlazareth IH. Armeekorps am 5. Novembain Toul zur Etablirung gelangte, wo es bis 31. März 1871verblieb.

Das 2. Feldlazareth III. Armeekorps richtete sich in demMilitär- und Civilkrankenhause, einer Kaserne, dem College imleinem andern Gebäude ein, von den Truppenärzten 110 Kranktübernehmend. Es behandelte bis 31. März 1640 Krank(darunter 143 Verwundete), von denen es 46 dem ablösend«8. Feldlazareth VII. Armeekorps übergab.

Schlacht bei Gravelotte St. Privat 2 ) am18. August 1870.

Die Sanitätsanstalten der IL Armee hatten mit die«die Mosel überschritten und waren bei den Kämpfen da16. August auf dem linken Flussufer in Tliätigkeit getreten.während diejenigen der I. Armee der Mehrzahl nach aufdem rechten Ufer geblieben waren.

Als die I. Armee am 17. August mit dem VII. undVIII. Armeekorps die Mosel bei Corny und Arsy eben-falls überschritt, hatten einem Befehle des grossen Hauptquartiere zu Folge die Feldlazarethe der I. Armee mit daTrains der Armee bis auf Weiteres auf dem rechtenMoselufer zurückzubleiben.

!) Das 7., 8., 9., 10, 11. und 12. Feldlazareth IX. Armeekorpsgehörte ursprünglich der 17. Infanterie-Division an, welche, ans de«Verbände IX. Armeekorps ausgeschieden, einen Theil des von .Sein«Königlichen Hoheit dem Grossherzog von Mecklenburg - Schwertbefehligten XIII. Armeekorps bildete. Diese Feldlazarethe werdendaher auch als 7., 8., 9., 10., 11. und 12. XIII. Armeekorps bezeichneobwohl dieses Korps im Uebrigen nur drei Feldlazarethe besä«welche während des Feldzuges neu aufgestellt worden waren.

2 ) Generalstabswerk I, S. 669 ff.

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