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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Band I.

II. Abschnitt: Die ersten Kämpfe der III. Armee etc. Wörth.

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Zur Unterstützung der Sanitätsdetachements auf dembefechtsfelde selbst war ausser dem schon erwähnten

j 5. Feldlazareth V. und 2. Feldlazareth XI. Armeekorpsdas ?> Feldlazareth V. Armeekorps auf dem BahnhofeKeissenburg in Thätigkeit getreten. Ebenso erhielt dasder 21. Division zugetheilte 1. Feldlazareth XL Armee-k üV ps welches nach einem angestrengten Nachtmarsche

lain 4. August Morgens 5 Uhr in Rohrbach eingetroffenund, da es die Division bereits abgerückt fand, der Korps-Artillerie gefolgt war Nachmittags 4 Uhr Befehl, sofortnach dem Geissberge zu marschiren und den zahlreichenVerwundeten daselbst Hilfe zu leisten. Das Lazareth trafum ö Uhr Nachmittags auf dem Geissberge ein, war, ohneetablirt zu sein, bis zur einbrechenden Nacht daselbstthätig und biwakirte auf dem Schlachtfeld.

Ein Theil der Feldlazaretho (welche nur bis Mainz mitder Eisenbahn befördert waren) befand sich am 4. Augustnoch nicht bei den Armeekorps; anderen war es nichtmöglich gewesen, die in § 23 der Feld-Sanitätsinstruktiontorgeschriebene stete Fühlung mit der Truppe zu erhalten,weil die Wagen in dem schwierigen Terrain nur langsam vonler Stelle kamen. Von den bei den Armeekorps eingetroffenenFeldlazarethen gelangte, da grössere Kämpfe in den nächstenTauen erwartet wurden, zur eigentlichen Etablirung nur dasschon genannte 1. Feldlazareth V. Armeekorps in Altenstadt,ausserdem mehrere Tage nach dem Treffen das Auf-nahms-Feldspital No. 9 1. Bayerischen Armeekorps.

Das zur Behandlung der Schwerverwundeten alleinzurückbleibende Feldlazareth in Altenstadt war daher durchdie dorthin gelangenden 49t! Verwundeten ohnehin über-lastet. Die Versorgung der zahlreichen Gefechtsopfer,welche die Häuser und Strassen in Weissenburg erfüllten,

j blieb in Folge dieser Umstände nach dem Abrücken desoben erwähnten 3. Feldlazareths V. Armeekorps zunächstder freiwilligen Krankenpflege allein überlassen. (Vergl.ü'iegs- und Etappenlazarethe.)

Das 1. Feldlazareth V. Armeekorps wurde bereits am(!. August durch das 11. Feldlazareth desselben Armeekorpsabgelöst. Letzteres übernahm 171 in Altenstadt verbliebeneSchwerverwundete und widmete sich deren Pflege bis zum

|21. August.

Das Aufnahms-Feldspital No. 9 war am 6. August mittels

I Eisenbahn von München nach Bruchsal abgerückt und traf nacheinem Tag- und Nachtmarsche am 8. August früh in Bergzabern

[ein, woselbst es sich in der folgenden Nacht einrichtete. Daszur Verfügung gestellte Schloss, ein älteres Gebäude mit enger,hochstufiger, gewundener Treppe, enthielt mehrere grosse Säle

lund Speicher sowie einige kleine, schlecht ventilirte Zimmer.In demselben fand die grössere Hälfte der am 9. August früh

|2 Uhr mittels Eisenbahn ankommenden 200 Verwundeten nebsteinigen Kranken Aufnahme. Die Uebrigen, welche man in derIirche, dem Schulhause und dem Rudolf-Spitale unterbrachte,wurden von Civilärzten sowie Mitgliedern der freiwilligenKrankenpflege, barmherzigen Schwestern etc., versorgt. Amp. August konnten die letzten Verwundeten nach Bretten indas Hauptfeldspital No. V übergeführt und neun Transport-fähige dem städtischen Rudolf-Spitale übergeben werden.

Während dieser Thätigkeit des Spitals war der Chefarzt nachGörsdorf bei Wörth kommandirt worden, um die Rückbeförderungder zahlreichen Verwundeten zu leiten und mehrere grössereOperationen auszuführen. Am 13. August rückte das Spital inEilmärschen seinem Armeekorps nach.

Schlacht bei Wörth am 6. August 1870.

Die Sanitätsdetachements XL Armeekorps, am 5. Augustmit ihrem Korps südlich Sulz eingetroffen, waren am 6. inRichtung auf Gunstett aufgebrochen und hatten zunächstvor Gunstett, im weiteren' Fortgange der Schlacht inGunstett selbst, noch später in Morsbronn und Elsass-hausen, von Truppenärzten unterstützt, Verbandplätze er-richtet. Auch die von Aschbach in Richtung auf Hohweileraufgebrochene Badische Division hatte auf die Meldungihres Divisionsarztes, dass zahlreiche Verwundete in und umGunstett lägen, ihr Sanitätsdetachoment vorgesandt, sow iedie schleunige Heranziehung der Badischen Feldlazaretheverfügt. Das Badische Sanitätsdetachement blieb in und umGunstett bis zum 8. August beschäftigt, unterstützt von denBadischen Feldlazarethen, von denen das 1. am 7. Augustin Gunstett sich etablirte.

Die Sanitätsdetachements V. Armeekorps widmeten sicham 6. August in und um Dieffenbach, am 7. in Elsasshausen inangestrengtester Thätigkeit dem Aufsuchen, Verbinden der Ver-wundeten und dem Transport derselben in die Feldlazarethe.

Der 1. Württembergische Feld-Sanitätszug errichteteam 6. August einen Verbandplatz in Surburg südöstlichWörth und weiterhin einen solchen in Engelhof; ebensowar der 3. Feld-Sanitätszug am genannten Tage mit A r er-wundeten beschäftigt; der 2. Feld-Sanitätszug behandelteund verpflegte etwa 300 Verwundete auf dem bei Wörtherrichteten Brigade-Verbandplatze. Am 7. August führteder Zug noch Verwundetentransporte von Engelhof nachReichshoffen und von Eberbach nach Engelhof; der 3. Zugsuchte an demselben Tage das Schlachtfeld ab und brachte150 verwundete Franzosen im Dorfe Eberbach und demAlbrechtshäuser Hofe unter.

Bayerischerseits etablirte der die Avantgarde der4. Division begleitende 1. Zug der 2. Sanitäts-KompagnieIL Armeekorps Vormittags sofort nach seiner Ankunft inLangensulzbach einen Hilfsplatz, während der 3. Zug inMattstall den Hauptverbandplatz aufschlug. Hierher wurdenauch anfänglich ungefähr 70 Verwundete vom Hilfsplatzegebracht, bis die Versperrung der engen Strasse durchFuhrwerke den weiteren Verkehr unmöglich machte. Der2. Zug, welcher der 8. Brigade gefolgt war, vereinigte sichin Langensulzbach mit dem schon in voller Thätigkeitbegriffenen 1. Zuge. Da die Entfernung von der Gefechts-linie nach Mattstall über eine Stunde sich als vielzu gross erwies, so begab sich auch der Chefarzt der Kom-pagnie mit dem übrigen Personal auf den Hilfsplatz inLangensulzbach, welcher nur 15 bis 20 Minuten von derFeuerlinie -entfernt lag und nunmehr zum Ilauptverband-