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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
Entstehung
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XII. DIE MITTELNIEDERDEUTSCHE LITERATURDES 14/15. JAHRHUNDERTS 1

ist enge mit der hochdeutschen (obd. + md.) verbunden, nur ein Teil derDenkmäler stehen außer Beziehung zu ihr, nur sie sind hier zu besprechen. Diein Wechselwirkung mit der mittelhochdeutschen Literatur stehenden mittel-niederdeutschen Erscheinungen sind zusammen mit der mhd. Literatur be-sprochen worden und im Register dieses IV. Bandes als mnd. verzeichnet.

Bezeichnenderweise beginnt die speziell mnd. Literatur mit zwei aus dempraktischen Leben hervorgegangenen Prosawerken, mit dem Sachsenspiegel(1222) und der sächsischen Weltchronik (nach 1225) Eikes von Repgow(s. oben). Doch die Sprache ist immer noch hochdeutsch beeinflußt,sie isttemperiert", d.h., ausgesprochen niederdeutsche Mundartlichkeitenwerden gemieden und durch hochdeutsche Ausdrücke ersetzt. Die Eigenart'der mnd. Literatur ist durch die gesellschaftlichen Verhältnisse bedingt: dasBürgertum war durch Handel und Schiffahrt (Hansa) reich geworden, in denStädten lag die Kraft der Bevölkerung, nicht bei dem Rittertum und denHöfen. Die Zeiten eines Eilhard von Oberge und eines Berthold von Hollewaren längst vorbei, der niederd. dichtende Fürst Witzlaw von Rügen bliebeine vereinzelte Erscheinung; der bürgerliche Geist hatte keinen Sinn fürdas höfische Epos, er verlangte derben Realismus. Der größere Teil der mnd.Literatur ist in Prosa abgefaßt, das allermeiste davon fällt in das 15. Jahr-hundert, in die Zeit der Drucke.

Die geistliche Literatur überwiegt bedeutend, es folgen darauf die histori-sche Literatur (Chroniken, historische Lieder) und die Rechtsdenkmäler, dielehrhaften Stücke; weltliche Epik und Lied treten zurück.

1. DIE GEISTLICHE LITERATUR 2

Bibelübersetzungen

E. Rooth, Eine westfälische Psalmenübersetzung aus der ersten Hälftedes 14. Jahrhunderts, Uppsala 1919; Psilander, zum frühmnd. westfäli-schen Psalter, Nd. Jahrb. 47, 1921, 49-54; Rooth, Studien z. d. altnieder-

1 Allgem. Lit. Goedeke, Grundr. I 2 , 457-84; 103-24; C. M. Wiechmann, Mecklenburgs alt-

Ders., Dt. Dichtung im MA. 2 ; daselbst; niedersächs. Lit. (die seit Erfindg. der Buch-

Herm. Oesterley, Niederdt. Dichtung; Herm. druckerkunst bis zum 30jährigen Kriege ge-

Jellinghaus, Mnd. Lit. in Pauls Grundriß druckten Bücher) I, 1864 (bis 1550); A. Lub-

3. Aufl., 1925; Wolfg. Stammler, Gesch. d. ben, Mnd. Gedichte, 1868; Ders., Mitteil, aus

nd. Lit. von d. ältesten Zeiten bis auf d. Gegen- nd. Hss., Progr. Oldenburg 1874; Ders., Zur

wart, Aus Natur und Geisteswelt 815. Band- Charakteristik der mnd. Lit., Nd. Jb. 1875,

chen, 1920; Ders., Mnd. Lesebuch 1921 (mit 5-14; Conr. Borchling u. Herm. Quistorf,

reicher Lit.). Roethe, Die Reimvorreden Tausend Jahre Plattdeutsch, 1927, dazu L.

des Sachsenspiegels, Gott. Abhandl. NF. II, Wolff, Anz. 48, 196-99; Erich Rosendahl,

Nr. 8, 1899; Conr. Borchling, Mnd. Hand- Niedersächsische Literaturgeschichte, 1932.Schriften, Gott. Nachr. 1898 H. 2, 79-316 u. 2 Goedeke, Grundr. I 2 , 467-73; Jelling-

1900, Beiheft; Ders., Über mnd. Hss. des HAus 3 S.5-19;STAMMLER,Diemnd.geistl.Lit.,

nordwestl. Deutschlands, Nd. Jahrb. 23, Neue Jahrbücher Jahrg. 1920, Bd. 45,114-35.