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an seinem Geburtstage auszusetzen. — Nach seinerRückkehr von London ernannte er den Oberrevisions-rath Professor vonSavigny (s. dessen Biogr. Bor.Bd. I. S. 109), an Kamptzens Stelle, zum Iu-stizminister der Gesetzreuision, und erregte dadurchneue Hoffnungen für die Gesetzgebung. — Zur Be-förderung der Landwirthschaft errichtete er ein Landes-Oekonomiecollegium, Auch das Gefängnißwesen machteder König zu einem Gegenstande seiner besonderenAufmerksamkeit, und bestimmte in dieser Hinsicht1,299,999 Thlr. zur Erbauung von vier großenStrafanstalten zu Berlin, Königsberg, Münster undRatibor, sowie zu einer angemessenen Gehaltserhö-hung der Beamten in sämmtlichen Strafanstaltender Monarchie. Die langst beabsichtigte Herabsetzungder Staatspapiere von 4 auf 3^ Procent setzte er zumgroßen Vortheile der Staatskasse 1842 durch. —Den Künsten und Wissenschaften bewies er fort-während seine königliche Huld und Unterstützung:er erhöhte die Einkünfte einiger Universitäten, ge-währte mehrern Künstlern und Gelehrten Iahresge-balte, und stiftete selbst, zur Aufmunterung undBelohnung ausgezeichneter Gelehrten und Künstler,einen neuen Verdienst-Orden, durch Erweite-rung des Ordens i«>ur le merite. Seine echtdeutscheGesinnung sprach er, in einer Sitzung des Staats-rathes, in welcher über die Führung einer Eisen-bahn von Berlin nach dem Rheine noch eine Denk-schrift über die strategischen Bedingungen zu Gun-sten Preußens vorgelesen werden sollte, mit folgen-genden, merkwürdigen Worten aus: „Nein, ich willdie strategischen Rücksichten nicht hören, sie könntennur irre machen; die Eisenbahn soll zu Deutsch-lands, und nicht zu Preußens Vortheil angelegtwerden. Das Projekt ist in diesem Sinne vorge-tragen worden, und damit genügt es. Wozu alsonoch strategische Reflexionen! Wird die Eisenbahnso geführt, so wird der Zweck erreicht, und allekleinere Rücksichten, die nur Preußen allein ohneDeutschland betheiligen, müssen schweigen." — Soberechtigen bisher alle königliche Worte und Re-gentenhandlungen, namentlich seine Thronrede, dieGesetze über die alle 2 Jahre Statt zu sindende Ver-sammlung der Landstände, über die Veröffentlichungihrer Verhandlungen, über die Bildung landstän-discher Ausschüsse und deren Berufung nach Berlin,die Kabinetsordre über die Presse, die Ernennungdes Grafen Arnim zum Minister des Innerenund der Polizei, und manche andere Maßregeln,zu der schönen Hoffnung, daß Friedrich Wil-helm IV. als König, was er am 25. Juni 1822als Kronprinz in edler Begeisterung zu Macienburgausrief: „Auf daß alles Große und Herr-liche erstehe, wie dieser Bau!"— für Preußenund Deutschland verwirklichen werde.
König Friedrich Wilhelms III.von Preußen Denkmal zu Teplitz.
Daß dem dankbaren Andenken FriedrichWilhelms III. schon in der Gegenwart Denkmä-ler würden errichtet werden, ließ sich von der all-gemeinen Liebe und Verehrung, welche der Ver-ewigte im In- und Auslande besaß, nicht anderserwarten. Vor Allen eilten die dankbaren Teplitzer,
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in deren Herzen sich Friedlich Wilhelm, selbstim Kriege als glücklicher Retter durch den Siegbei Kulm, im Frieden als vieljähriger Wohlthäterder Stadt und ihrer Armen, das schönste Denkmalder Liebe und Verehrung errichtet hatte, ihre ehr-furchtsvolle Huldigung durch ein öffentliches Zei-chen der Mit- und Nachwelt zu bezeugen, und stell-ten dieses daher schon den 3. August 1841, an desVerewigten Geburtstage, feierlich auf. Das Denk-mal besteht in einem abgestumpften Obelisk, wel-cher eine Erdkugel und über derselben einen Geniusmit dem Siegeskranze trägt. Die Vorderseite zeigtdas vergoldete Brustbild Friedrich Wilhelms III.im Relief und darunter die lateinische Inschrift:Honuri et memnriae ?ril!erici duiüelwi III. ReßizLc>r»«5or»m ßr»t<l 1'e^ütx dedicavit 1841. DasGanze, einige 39 Fuß hoch, ist von Gußeisen, undsteht auf dem nahen Spitalberge. Die Höhe führtseitdem den Namen Königshöhe.
G i s l e b e n.
(Beschluß,)
Alle Kirchen waren hier ursprünglich nur Ka-pellen, klein, mit einem einzigen Thurme. Die äl-teste ist die Katharinenkirche, vom Grafen B u r-kard VIl. 1320 erbaut. Die Kapelle zu St. Gott«hart», 1109 errichtet, ward 1426 zur Nikolai-kirche erweitert, und als solche mit einem Thurmebis 1462 vollendet. Auch die Haupttirche zu St.Andreas ward erst um diese Zeit erbauet. — DerBau der Petri - Pa ulskirche, — als Kapellevon 1447 —1474 errichtet — in welcher Lutherden 11. November 1483 getauft wurde, kam erstvon 1513 bis 1518 zu Stande. — Die St. An-nenkirche in Neustadt-Eisleben, welches erst seit1598 mit eigenem Stadtrathe eine freie Bergstadtward, begann 1514 der Graf Albrecht VII. fürdas 1512 gestiftete Augustiner-Kloster zu bauen.Der edle Stifter nahm später die Reformation selbstan, die Mönche gingen auseinander, und die Voll-endung der Kirche unterblieb bis zum Jahre 1585.Derselbe ließ in der Neustadt ein Rathhaus er-bauen, verlieh ihr Ober- und Untergerichte und wiesder Kämmerei ihre Einkünfte an. Durch die Re-formation löste sich auch das 1346 von Helfte nachEisleben verlegte Cistercienserinnen-Kloster auf. Auchlitt Eisleben viel im Bauernkriege 1525. — Bis1574 stand es unter halberstädtischer, seitdem un-ter kursächsischer Landeshoheit, und siel im Jahre1789, beim Aussterben des mannsfelder Geschlechts,gänzlich an Sachsen, welches schon seit der Seque-stration der versckuldeten Grafschaft, den 3. Septem-ber 1579, ein Oberaufseheramt hier hatte, und1789 die gräfliche Regierung und das Eonsistoriumaufhob, wodurch die Stadt viel verlor. — Unterden sächsischen Oberaufsebern haben sich der geheimeRath Friedrich von Kospoth und der nachma-lige Konferenzminister von Burgsdorf um Eis-lebens Schul', Kirchen- und Armenwesen großeVerdienste erworben. Der Letztere verschaffte demGymnasium von dem Landesherrn Lippe rts Dak-tyliothek und gründete eine Armenschule, welche je-doch nach seinem Abgange wieder einging. Nichtminder verdient machte sich von 1797—1898 der