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3 (1842)
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1546 wieder nach Eisleben gekommen war, um dieStreitigkeiten der Grafen zu schlichten, zog er beideSchulen am 16. Februar ineine fürnehme latei-nische Schule" oder Gymnasium zusammen, undunterschrieb mit den Grafen und Iustus Ionasden lutherischen Vertrag, welcher zugleich denGehalt der acht Gymnasiallehrer bestimmte. ImJahre 1551 legten die Grafen zu Gunsten desGymnasiums und des Eonsistoriums eine Vuch-druckerei an. Das Erstere erlangte bald einensolchen Ruf, daß es schon 1564, wo es noch keineigenes Gebäude hatte, gegen 706 Schüler zählte, al-lein durch die Pestjahre und den großen Brand vom18. August 1661, wo das prachtige Schulgebäudemit abbrannte, doch von 16621664 von den edel-wüthigen Grafen wieder hergestellt wurde; danndurch den 36jährigen Krieg und den Verfall desBergbaues, aus dessen Ertrage die Lehrer zum Theilbesoldet wurden, sank die Schule so herab, daß derRector Gander, welcher 1644 zugleich 4Stellenversah, zum Unterhalt derselben milde Beiträge imAuslande sammeln mußte. Gegenwärtig hat dasGymnasium ? ordentliche und 2 Hilfslehrer, undzählt gewöhnlich über 266 Schüler.

Von dem alten schönen Schlöffe stehen, seitdem Brande vom 18. August 1661, wo es mitseiner Kirche ein Raub der Flammen ward, nurnoch einige Rudera, ein runder Thurm und hoheMauern. Dagegen ist das Rathhaus am gro-ßen Marktplatze, nach dem Brande von 1689, feuer-fest und mit Kupfer gedeckt, im antiken Style undmit einem Balköne, durch den Rath wieder herge-stellt worden. Derselbe hat auch damals ein Wa-gegebäude mit einem Thurme und Seiger bauenlassen. Das merkwürdigste, wiewohl kein großar-tiges, Gebäude ist das Lutherhaus, von welchemweiter unten, nach einem flüchtigen Blicke auf dieGeschichte der Stadt, ausführlich die Rede seinwird. Die Lage Eislebens ist angenehm, vollabwechselnder Schönheiten, interessant durch dasBerg- und Hüttenwesen, und belebt durch ansehn-liche Dörfer und eine Menge Windmühlen bei derNeustadt. Auch hat man die Umgebungen der Stadtdurch Anlagen verschönert.

Eisleben, in Urkunden Elesleba, Gis-leba, Ileba und Islebin genannt, sehr alten,aber unbekannten Ursprungs, wie sein Name, wardvom Kloster Fulda 974, wo es zuerst erwähnt wird,mit anderen Orten gegen südthüringische an dasErzstift Magdeburg vertauscht, und war bereits 1624eine ansehnliche Stadt, welche sich durch den ergie-bigen Bergbau immer mehr vergrößerte. Dieser zogauch Juden herbei, von denen der Iudenhof denNamen bekommen hat. Vom KaiserHeinrich III.erhielt die Stadt 1645 Münz-, Markt- und Zoll-recht, nachdem die Markgräsinn Uda eine Münzeund Märkte errichtet hatte. Auch ward in Eis-leben 1681 Graf Hermann von Luxemburgzum Gegenkaiscr Heinrichs IV. erwählt, und vondem hier häusig wachsenden KnoblauchKönigKnoblauch" oderKnoblauchskönig" ge-

nannt. Deßhalb eroberte, plünderte und zerstörtedie Gegenpartei, mit dem Erzbischofe von Bremenund dem Bischöfe von Hildesheim, 1682 die Stadtbis auf's Schloß, und hauste schrecklich in der gan-zen Umgegend. Vergeblich belagerte sie 1362der Landgraf Friedrich von Thüringen, als Bun-desgenosse seines Bruders, des Bischofs Ludwigvon Halberstadt, welcher gegen die mannsfeldischenGrafen unredlich handelte.

(Beschluß folgt.)

Die Klosterruine zu Gldena.

In dem akademischen Gute Eldena (Elbe-now, s. Greifswald S. 6? ff.), wo seit 1835 einestaats- und landwirthschaftliche Akademie als eineZweiganstalt der greifswalder Universität in 2 Ab-theilungen, der einen für Staatswirthe oder Ka-meralisten, der anderen für Landwirthe oder Oeko-nomen, errichtet worden ist, stehen noch die Trüm-mer der dort 1199 erbaueten Kreuzkirche des einstreichen Eisterzienser-Mönchsklosters, welches zur Zeitder Einführung der Reformation in ein Domänen-gut verwandelt und 1634 vom Herzog Vogis-lav XIV. der Universität geschenkt wurde.

Gegen Westen steht der eine Giebel der einst pracht-vollen Kirche mit einem Durchgänge der ehemaligenKirchthüre. Durch diese Oeffnung kommt man in dasSchiff der Kirche, wo man zu beiden Seiten eineReihe größtentheils abgebrochener, gemauerter Pfei-ler erblickt, welche das Gewölbe der Kirche getragenhaben, jetzt aber nur noch hier und da durch eineZwischenmauer verbunden sind. Zur Seite nachaußen, gegen Süden und Norden, erkennt manan mehrern Merkmalen die Seitenhalter, sowie indem Fundamente des östlichen Theiles das Kreuzder ehemaligen Kirche. Gegen Süden gewahrt manin der Nähe der Kirche entblöste Fundamente mitgroßen Vertiefungen, welche Ueberreste der Kreuz-gänge sind, unter denen Keller und Gänge ange-legt waren, um die Kirche mit den Klostergebäudenin Verbindung zu setzen. Ob ein Thurm die Kirchegeziert habe, läßt sich, aus Mangel an Nachrichten,weder verneinen, noch bejahen. Kloster, Kirche,Abtei und ein fürstliches Haus sind im 36jährigenKriege zerstört worden. Nachdem die Kaiserlichen1636 das fürstliche Haus niedergebrannt hatten,wurde die Kirche, der Kreuzgang und was sonstnoch zum Kloster gehörte, nebst dem Ackerhose undanderen Gebäuden, 163? durch die Schweden zerstört.

Noch gewährt die Ruine mit ihren Umgebun-gen und Anlagen nicht nur einen erhabenen An-blick, sondern auch eine reizende Aussicht nach derStadt Greifswald, deren Thürme man im Durch-gange der Kirche hervorragen sieht. Eine vollstän-dige Erklärung aller Inschriften der in der Ruinenoch befindlichen Grabsteine hat Dr. Kirchner im5. und 6. Jahresberichte der Gesellschaft für pom-mersche Geschichte und Alterthumskunde gegeben.

Hierzu als Beilagen:1) Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen. 2) Eisleben.

Klosters Eldena.

3) Ruinen des

Verlag «°n Eduard Pietzsch u, Lomp, in Dresden.

Druck von V. G. Teul>n«r in Dr«id»n,