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3 (1842)
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eines neuen Tages verglichen. Und in der Thatmöchte schwerlich ein anderer Gegenstand, in allenBeziehungen durchgeführt, so viele Aehnlichkeitendes einen mit dem anderen darbieten, und zugleichdie Erscheinungen des einen durch die des anderenso leicht und natürlich erklären lassen. Wie einschöner Sonnenaufgang einen schönen Tag verkün-det, und das menschliche Gemüth zu frohen Em-pfindungen stimmt, so verhieß der glückliche Regie-rungsantritt Friedrich Wilhelms IV. glücklicheZeiten, und erweckte die sreudigsten Hoffnungen imganzen Umfange des preußischen Staates.

Friedrich Wilhelm IV., geboren den 15.Oktober 1795 zu Berlin, verlebte zwar eine ver-hängnißvolle, aber höchst glückliche Jugendzeit. Nichtnur erfreute er sich, in den Jahren seiner Kind-heit, t/er unmittelbaren Aufsicht, sondern auch nockbis zum angehenden Jünglingsalter, des erhebendenUmganges einer eben so zärtlichen als geistvollenMutter, der unvergeßlichen Königinn Luise, undgenoß zu gleicher Zeit, bei dem wohlthätigen Ein-stuffe des ehelichen Glücks seiner königlichen Aellern,die Freuden des glücklichsten Familienlebens. Fürdie harmonische Ausbildung seiner physischen undgeistigen Natur, und für die Erwerbung aller nö-thigen Kenntnisse und Erfahrungen, in Rücksichtseines künftigen hohen Berufes, wurden eben sozweckmäßige Anstalten getroffen, als die Umständeund Verhältnisse sich auf eine selten so günstigeWeise vereinten. Mit aller möglichen Sorgfalt undUmsicht war der König auf die zeitgemäße Bildungseines Thronerben durch Erziehung und Unterrichtbedacht, und gab ihm daher schon 1800, als ererst 5 Jahr alt war, im Rector I. F. G. Del-brück zu Magdeburg einen trefflichen Erzieher undLehrer in den Anfangsgründen der Schulwiffen-schaften. Delbrück besaß nicht nur das Vertrauender königlichen Aeltern in dem Grade, daß er diereichen Anlagen seines Zöglings nach eigener An-, sicht frei entwickeln durfte, sondern er gewann auchdessen Zuneigung so sehr, daß sein persönlicher Ein-fluß, bei des empfänglichen Kronprinzen Gelehrig-keit, die erwünschtesten Ergebnisse hervorbrachte.Daher denn auch das große Unglück, welches Preu-ßen während dieser Zeit traf, statt störend einzuwir-ken, auf das zarte Gemüth des Kronprinzen tieftEindrücke machte, welche der weise Erzieher durchHinweisung auf die Seelengröße des königlichenPaares, auf den Unbestand menschlicber Dinge undauf die Lehren erschütternder Schicksale noch mehrzu befestigen suchte. Diese erste Erziehungsperiode,in welcher der Kronprinz auch das Drechseln erlernte,dauerte, nach dem Plane des Königs, bis zum Jahre

1809, wo hierauf die zweite höhere begann, und der da-malige Staatsrath Ancillon, mit gleicher Liebe undgleichem Erfolge, an Delbrücks Stelle trat. Derkönigliche Zögling hatte diesen aber so lieb gewon-nen, daß er sich nur nach und nach von ihm tren-nen konnte, und ihn deßhalb, bis zu Ende von

1810, noch oft um sich halte. Aber auch nach die-ser Zeit nahm der Kronprinz an den VerhältnissenDelbrücks den lebhaftesten Antheil, wie er dennüberhaupt seinen Erziehern und Lehrern eine selteneDankbarkeit und Anhänglichkeit bewies, und sieim Leben und selbst im Tode noch ehrte. Dennseine wahrhaft rührende Zuneigung gegen Delbrückbewährte sich nicht nur bei der Todesnachricht von

dem geliebten Erzieher (-j- 4, Juli 1830), sondernnoch fortwährend in der edelmüthigsten Sorge fürdie Kinder des Verstorbenen, dem er auch ein schö-nes Denkmal seiner Verehrung setzen ließ.- Be-kannt ist ferner, in welchem vertraulichen Umgangeer mit Ancillon stand, und wie er auch dessenAndenken (^ 1833) durch ein kostbares Grabmalvom Bildhauer Konti an ehrte; wie er zu Bonnmit Niebuhr Arm in Arm die Straßen durch-wandelte, und wie sich in einer öffentlichen Ver-sammlung seine Augen mit Thränen dankbarer Er-innerung füllten, als Wilhelm Schlegel desDahingeschiedenen (5 1831) mit Anerkennung ge-dachte. UrNer den noch lebenden Lehrern erhieltSavigny besondere Beweise seiner königlichen Huld.So ließ er auch 1842, bei seiner Durchreise durchBraunschweig, seinen ehemaligen Zeichnenlehrer Heu-singer rufen, und erkundigte sich mit wohlwollen-der Theilnahme nach seinem Befinden.- Wäh-rend u5n Scharnhorst und von Knesebeck denKronprinzen in der Kriegskunst unterwiesen, trugenihm Savigny, Niebuhr, Lancizolle undRitter die Rechts- und Staatswifsenschaften vor.Nicht weniger Sinn und Talent, als für, die ern-sten Wissenschaften, zeigte er für die zeichnendenKünste, und entwickelte diese Gaben gleich glücklichunter d« Leitung vorzüglicher Lehrer und berühm-ter Meister, wie Schinkel, Rauch und Andere.So entfalteten sich alle Geisteskräfte des Kronprin-zen zur schönsten Blüthe: Verstand, Witz undScharfsinn, wie Phantasie, Vernunft und Gemütherschienen in vollkommner Harmonie. Und hatte erschon frühzeitig seine Umgebung durch die Lebhaf-tigkeit seines Geistes angenehm überrascht, so be-wunderte man später seinen Witz und Scharfsinnnoch mehr, und erzählte sich eben so viele witzigeEinfälle und interessante Anekdoten als schöne Zügeund edle Handlungen seines Charakters. Viele nann-ten ihn damals dieschönste Iünglingsnatur", unduerhießen von ihm für Preußen und Deutschlandgroße Tage und die Vollendung alles Mangelhaften. Im Mai 1812 wohnte der Kronprinz, von sei-nen Hofmeistern, dem Obersten von Gaudi, demKammerherrn Grafen von Brühl und dem Staats-rathe Ancillon begleitet, der Zusammenkunft inDresden bei, und hatte mit Napoleon eine die-sem sehr wohlgefällige Unterredung.

War Friedlich Wilhelms Knabenalter wäh-rend der schweren Prüfungsjahre Preußens verflos-sen, so fielen seine Iünglingsjahre in die schöneZeit, wo Preußen, vom Aufruf des Königs begei-stert, sich muthig erhob und für König und Vater-land ruhmvoll kämpfte. Der Kronprinz begleitetemit seinem königlichen Vater das Hauptbeer, wohnteden Hauptschlachten von 1813 und 1814 bei, undsah Paris und London mit ihren Merkwürdigkeitenund Kunstschätzen. Nachdem er der Leitung sei-ner Lehrer entwachsen war, pflog er noch immernicht nur mit diesen einen vertraulichen Umgang,sondern umgab sich auch stets mit ausgezeichnetenMännern der Wissenschaft, Kunst und Staatsver-waltung. Durch Schinkel, Rauch und Andereward besonders seine Vorliebe für die Baukunst,Bildhauerei und Malerei genährt, und sein Ge-schmack für diese Künste gebildet. So hat er sichals einen würdigen Nachfolger seiner großen Ahnen,und als einen edlen Erben ihres Kunstsinnes nicht