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vorigen waren mir zu klug." — Unterdessen schmach-teten diese im Gefängnisse, und mußten zuletzt, daman sie gänzlich vergaß, des schrecklichen Hunger-todes sterben. Am 16. Nov. 1488 ging die Stadtüber, und bald verlor Johann alle seine Besitzun-gen, so daß er flüchtig umherirren mußte, vergeb-lich Hilft in Polen, Böhmen und Sachsen su-chend. Er starb 1504 als Goldmacher ohne Geldin Wohlau. Das ganze Fürstenthum erhielt derSohn des Königs Johann Eorvin.
Neue Drangsale trafen Glogau seit 1492,als unter Matthias Nachfolger, Wladislav,dessen Bruder Johann Albert, nachheriger Kö-nig von Polen, zum Besitz des Fürstenthums ge-langte. Er ließ es durch seinen Landeshauptmann,Johann Polak, verwalten, welcher mit der Ein-führung einer neuen Viersteuer begann, und alsder Stadtrath sich widersetzte, einen neuen wählte,und den bisherigen Bürgermeister Arnold und denBürger Link einkerkern ließ. Die Bürger mach-ten deßhalb einen Aufstand und wollten die Gefan-genen mit Gewalt befreien. Der Rath ließ hier-auf 10 Bürger als Rädelsführer fest setzen undPolak forderte ihre Hinrichtung. Dieß verhindertenoch Ernst von Tschammer, welcher bei demTyrannen in Ansehn stand; aber die ganze Stadtmußte fußfällig Abbitte thun, und nur Arnoldfiel zuletzt als Opfer von Polaks Tyrannei. NachAlberts Tode, 1506, ward Glogau, unter Si-gismund, ein unmittelbares Fürstenthum, Polakseines Amtes entsetzt, und die Glogauer konntenwieder frei athmen.
Die Reformation fand auch in Glogau frühstarken Anhang, so daß bald von 1107 Bürgernnur 140 noch katholisch waren, und doch wolltendiese von den 8 Kirchen der Stadt jenen nichteine überlassen. Kaiser Maxi milian II. erlaub-te ihnen 1564 nur im Dorfe Brust au einenPfarrer und Gottesdienst zu halten, und als siedie von den Dominikanern fast ganz verlassene Klo-sterkirche nahmen, mußten sie dieselbe 1565, aufAnstiften des Domkapitels, wieder räumen. UnterRudolf II. wurde ihnen selbst der Gottesdienst inBrustau verboten. Endlich im Jahre 1581 zwan-gen die Evangelischen den katholischen Pfarrer, ih-nen die Schlüssel der Stadt-Pfarrkirche zu über-geben. Der Pöbel vertrieb hierauf den katholischenPfarrer. Die Sache ward nun immer schlimmer,bis der würdige Bischof Geistmann von Bres-lau einen Vergleich vermittelte, nach welchem sichbeide Parteien der Kirche wechselsweise bedienensollten. Dieß dauerte, unter mancherlei Plackereien,bis zu Anfange des 30jährigen Krieges, wo 1622die Jesuiten auch nach Glogau kamen und denKaiser fortwährend bestürmten, den Katholiken diePfarrkirche wiederzugeben. Endlich im Oct. 1628schickte Ferdinand II. die Lichtensteiner unter demGrasen Dohna nach Glogau. Sie wurden beiden evangelischen Bürgern einquartirt und mißhan-delten nun diese auf alle mögliche Weise. Sieließen unter Anderem diese Unglücklichen nicht schla-fen, bis sie, dadurch bewußtlos geworden, von ih-rem Glauben abfielen. Einige schleppte man beiden Haaren zur Messe, steckte ihnen mit Gewaltdie Hostie in den Mund, oder peitschte sie mit Ru-then, bis ihnen das Fleisch vom Leibe siel; Ande-ren setzte man Degen und Pistolen auf die Vcust,
und drohte ihnen mit dem Tode, wenn sie sichnicht bekehrten. Den Wöchnerinnen nahm mandie Kinder, legte sie in einen Winkel und erlaubteihnen Tage lang nicht, denselben Nahrung zu ge-ben. Mehre Evangelische wurden hingerichtet, an-dere des Landes verwiesen, weil sie sich der Auslieferungder Kirche widersetzt hatten. Die Bekehrung en-digte damit, daß man allen Zünften einen Reverszur Unterschrist vorlegte, worin sie ihren freiwilli-gen und ungezwungenen Uebertritt bekennen undden Kaiser bitten mußten, sie dabei zu schützen undnur Katholiken das Bürgerrecht zu ertheilen. Nurwer einen katholischen Beichtzettel, zum Beweiseseiner Bekehrung, holte und vorzeigte, wurde diesePeiniger los. Diejenigen aber, welche standhast blieben,erhielten alle Einquartierung, welche andere durchBeichtzettel los wurden. Die letzten Lichtensteinerverließen die Stadt erst am 3. Jan. 1629.
Als 1631 Glogau zum Theil abbrannte,löschten die neu bekehrten Katholiken nicht, weilsie den Brand als eine Strafe ihr/s Abfalls an-sahen. In demselben Jahre befestigte der kaiser-liche General Montecuculi die Stadt, wobei erdie Vorstädte, 486 Bürgerhäuser, 3 Kirchen und4 Hospitäler mit ihren Kirchen niederreißen ließ,ohne den Bürgern irgend eine Entschädigung zugeben. Diese Leiden hörten erst auf, als im Juli1632 die Sachsen unter Arnheim Glogau mitSturm nahmen. Aber schon im folgenden Jahreward die Stadt wieder von Wallensteins Trup-pen erobert. Nach fast 10 Jahren erstürmte sieTorstenson im Mai 1642, wobei die Pfarr-kirche, in welche die Einwohner ihre beßten Sa-chen gebracht hatten, geplündert wurde und in Brandgerieth, der einen Theil oer Stadt verzehrte. DieBürger wurden überdieß gemißhandelt und geplün-dert. Im Juli rückte der Erzherzog Leopold vorGlogau, welches Wrangel aber tapfer verthei-digte, bis Torstenson am 12. Sept. den Erzher-zog nöthigte, die Belagerung aufzuheben. Erst am7. August 1650 verließen die Schweden Glogau.— Im westfälischen Frieden ward für Glogaueine der drei Friedenskirchen bewilligt, welche von1651—1758 vor dem preußischen Thore stand. EineSchule zu erbauen, ward den Evangelischen durchausverweigert. Selbst den Besitz der Friedenskirchegönnten die Katholiken ihnen nicht, und 1674 li-eßder Kommandant Sonntags die Thore sperren undnur am preußischen Thore ein Pförtchen offen, umdie Evangelischen vom Besuche der Kirche abzuhal-ten. Endlich erlangten sie durch Karls XII. von,Schweden altranstädier Konvention mit dem KaiserIosephl. 1707 die Erlaubniß, bei der Friedens-tiiche eine Schule zu errichten. Indessen dauerteder Religionsdruck bis zur Einnahme der Stadtdurch die Preußen, den 9. März 1741.
Seitdem kamen bessere, glücklichere Zeiten fürGlogau bis 1806. Während der schlesischen Kriegelitt die Stadt nur durch einen großen Brand, wel-cher den 13. Mai 1758 in dem zum Lazarett) die-nenden Jesuiten-Eollegium ausbrach, und in kur-zer Zeit 170 Vorderhäuser mit ihren Hintergebäu-den, so wie die Frieden«kirche mit allen dazu gehö-rigen Häusern verzehrte. Zum Wiederaufbau derKirche schenkte der König 6275 Thaler. — Imunglücklichen Kriege von 1806 rückten die Franzo-sen und ihre Verbündeten unter den schlesischen Fe-