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ger geschickt, als früher, wußte er das gute Verneh-men zwischen Blüchern und dem Kronprinzenvon Schweden zu erhalten, welcher mancherleiWünsche äußerte, und Anstalten traf, die von Blü-chers Ansichten abwichen, ja selbst die Stellungder Schlachtordnung bei Leipzig wesentlich veränder-ten. Der König belohnte diese großen DiensteGneisen aus und seinen Antheil am Siege beiLeipzig durch die Beförderung zum Gcnerallieute-nant, welcher noch preußische und fremde Ehren-zeichen folgten.
Die Verfolgung der Franzosen nach dem Rheine,der Rheinübergang und die Fortsetzung des Kriegesin Frankreich durch die schlesische Armee boten soviele und so große Schwierigkeiten dar, und häuf-ten die Arbeiten für den Chef des Generalstabesso sehr, daß nur ein Mann von so umfassendenTalenten, Kenntnissen und Ersahrungen, wie Gnei-se nau, so mannichfaltigen Anforderungen voll-ständig genügen konnte. Wie schnell «r Disposi-tionen entwarf, erzählt der Fürst Blücher selbstauf seine Weise mit folgenden Worten: „Wenn wirdie Franzosen schlagen wollten, dann ritt ich mitGneisen au heraus; wir sahen, wo die Kerls stan-den; dann fragte ich ihn: „„was meinen Sie,wenn wir es so und so machten?"" und in Zeitvon einer Stunde waren dann auch die Befehlegegeben." — Dabei verstand Gneisenau die An-sichten und die Befehle des Kommandirenden nachden Umständen abzuändern, ohne dessen Ansehendadurch zu beeinträchtigen. Oft mußte er indessendoch Vorstellungen machen, da sich der MarschallVorwärts bei seinem furchtlosen Muthe und sei-ner ungestümen Hitze, selbst was die Sicherheit seinerPerson betraf, nicht selten vergaß. Dieß war derFall auf dem Schlosse von Vrienne (welches ihmgleich anfangs für das Hauptquartier gefährlichschien,); wo Gneisenau den Feldmarschall nurdurch den Zuruf: „Wollen Sie dem Kaiser Napo-leon den Triumph bereiten, Sie gefangen in Pa-ris einzuführen?" — zum Aufbruch bewegen konnte.Und hätte er nicht wenigstens für sich und denStab die nöthigen Vorsichtsmaßregeln getroffen, sohätte leicht Tod oder Gefangenschaft sein und derübrigen Stabsoffiziere Loos werden können. Wiebei den bisherigen, so auch bei den ferneren Opera-tionen und Verhältnissen, namentlich Blückers zumOberfeldherrn der verbündeten Heere, dem Fürstenvon Schwarzenberg, zeigte sich fortwährendGneisenaus kräftige und besonnene Wirksamkeit.Glücklich entging er auch, wie bisher, kurz vorder Einnahme von Paris, den 25. März 1814, ei-ner augenscheinlichen Lebensgefahr, als er, von demWunsche beseelt, weiteres Blutvergießen zu verhin-dern, mit seinem Schnupstuche winkend, gegen einefeindliche Kolonne vorritt, welche auf dem Marschevon Paris zur Verstärkung des französischen Hee-res begriffen war, und sich unvermuthet mittenunter den verbündeten Truppen befand.
Da der Feldmarsckall zu jener Zeit an denAugen und anderen Krankheitsanfällen litt und denTruppen nur im Wagen folgen konnte; so lag demGeneral von Gneisenau, außer den Geschäftendes Generalstabes, auch die Führung des schlesi-schen Heeres ob.
(Beschluß folgt.)
G l o g a u,
die größte Stadt Nieberschlesiens, auch Groß-G log au, zum Unterschiede von Klein- oderOber-Glogau in Oberschlesien, alte Hauptstadtdes gleichnamigen Fürstenthums und gegenwärti-gen Kreises im Regierungsbezirk Liegnitz, FestungI.Klasse mit Zeughäusern, Kasernen, Kasematten,einem Provianthause und einem Pulvermagazine, amlinken Ufer der Oder gelegen, über welche eine großeBrücke führt, hat eine Bevölkerung von ungefähr12,000 Einwohnern, wovon Z evangelisch, ^ka-tholisch und ^ Juden sind, 700 Häuser, 3 katho-lische und 2 evangelische Kirchen, 1 Synagoge, 1schönes Schloß, worin sich das königliche Oberlan-desgericht für Niederschlesien und die Lausitz, dasInquisitoriat und die Wohnungen des Chefpräsi-denten und Diuisionsgenerals befinden; 1 Land-rathamt, 1 Stadt- und Landgericht I.Klasse, 1Hauptsteuer-, 1 Eichung«-, 1 Post-, ISalz- undI Domänenamt, die glogau-sagansche Fürstenthums-landschaft, 1 Superintendentur, 1 Kommandantur ic.,1 evangelisches und 1 katholisches Gymnasium, 1evangelische und 1 katholische Bürgerschule, 1 Di-visionsschule, 1 Gewerbschule (seit 1828), 1 Heb-ammen-Institut (seit 1791), Armen-und Kranken-häuser, 1 Gesellschaft für vaterländische Geschichte,1 Verschönerung«-Verein, 2 Freimaurer-Logen, 1Zweigverein zur Vertheilung von Bibeln und christ-lichen Erbauungsschriften, und 1 Verein zur Spei-sung und Bekleidung der Armen im Winter. Dievornehmsten Nahrungszweige sind Stromfahrt undHandel, besonders mit Getreide zwischen Polen unddem Gebirge, Strohhut- und Strumpffabriken,Galmeibereitung, Kattundcuckerei, Runkelrüben-Zuk-kersiederei, Buchdruckerei und Buchhandels. Aufdem rechten Ufer liegt die stark befestigte Dominsel,von der ehemaligen Domkirche, mit sehenswerthenGemälden, so genannt.
Glogauistvon Liegnitz 7^, von Breslau 15, undvon Berlin 34 Meilen entfernt, und gewahrt durchdie 7 Thürme, mit dem 258 Fuß hohen Rathhaus-thurme, aus der Ferne einen eben so angenehmenAnblick, als die nächste Umgebung, welche durch Anla-gen freundlich und schattig geworden ist. Diese sinddas Werk des Verschönerungs-Vereines. — DasDorf Rausch witz, Belustigungsort der Glogauer,war vom Ende Dez. 1740 bis zum 9. März 1741,wo die Festung mit Sturm genommen wurde, dasHauptquartier des Erbprinzen Leopold von Des-sau. Hier war es auch, wo Friedrich II. die so-genannten 12 schlesischen Apostel, 12 Kandi-daten als erste evangelische Geistliche in Schlesienvertheilen ließ. Beim Dorfe Brustau stand einesder 4 französischen Lager im Sommer 1808.
G log au, slavischen Ursprungs, eine der äl-testen Städte Schlesiens, mit Breslau, Krossen,Veuthen und Nimtsch schon um 1000 vorhanden,lag damals im Gau Dedozese oder Diedesie,und verdankte unstreitig ihre Gründung einer Burg,aus welcher durch weiteren Anbau nach und nachdie Stadt entstand. Im Feldzuge Kaiser Hein-richs II. gegen Boleslav von Polen 1010 ver-schanzte sich dieser in G log au so, daß die Deut-schen die Stadt nicht einzunehmen vermochten, undunverrichteter Sache abziehen mußten. Noch ein-mal kam der Kaiser, den 9. August 1017, vor