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3 (1842)
Entstehung
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daß sie dem jungen Major nicht pünklich gehorchenwürden. Dieß ging so weit, daß er für nöthig fand, imHafen ein Schiff bereit halten und bei der Parole be-kannt machen zu lassen: daß )eder Offizier, der nichtgenau die gegebenen Befehle vollziehe, nach Königs-berg in Preußen zur Verantwortung abgeführt wer-den sollte. Diese energische Maßregel half.Zum dankbaren Andenken erhielt das Regiment,dessen Stamm die Festung vertheidigen half, denNamendes kolb e rg i schen" und dem Herzschildedes Familienwappens von Gneisenan ward dasWortKolberg" beigefügt. Höchst ungern sahendie Kolberger, bald nach dem Frieden, ihren treff-lichen Kommandanten und Retter, nachdem ihnder König zum Oberstlieutenant befördert und derKommission zur Umbildung des preußischen Kriegs-wesens beigegeben hatte, seiner höheren Bestimmungfolgen, wo er sich bald neue, große Verdienste er-warb.

So hatte Gneisenau bereits 1806 auf demRückzüge seine Feldherrntalente, und in Kolberg1807 die Eigenschaften eines tüchtigen Festungs-kommandanten bewiesen, und er ward daher mitallem Rechte von seinem Könige noch 180? nichtnur zum Obersten befördert, sondern auch zum Chefdes Ingenieurwesens und zum Inspecteur dersämmtlichen Festungen ernannt. Indessen mußteauch er, in Folge des napoleonischen Druckes, 1809seine militärische Stellung aufgeben, und wardhierauf nicht weniger vorteilhaft, mit dem Rangeeines Staatsrathes, im Civil-Staatsdienste ver-wendet, da ihn seine mannichfaltigen Kenntnisseund Erfahrungen auch dazu geschickt machten. Indieser Eigenschaft unternahm er bald darauf eine Reisenach London, und kehrte erst in der Mitte von1810 von da zurück. Nach einer kurzen Beschäf-tigung in den früheren Verhältnissen, machte erabermals in vertrauten Aufträgen Reisen nach Wien,Petersburg, Stockholm und London, ohne jedochals amtlicher Bevollmächtigter, wie es die Politikdamals erforderte, an den Höfen dieser Haupt- undResidenzstädte zu erscheinen. Noch befand er sich1812 in London, wo er häusig das auswärtigeAmt besuchte, mit den britischen Ministern Unter-redungen hatte und vorläufige Unterhandlungen an-knüpfte, als die ersten Nachrichten von dem Schick-sale der großen französischen Armee in Rußlandeintrafen und den Obersten veranlaßten, die ange-fangenen Unterhandlungen lebhafter fortzusetzen.Man gab ihm, im Falle Preußen sich gegen Na-poleon erklären und an Rußland anschließenwürde, bedeutende Zusicherungen; man bot Geschütz,Waffen, Kleidung ic. an. Mit neuen Hoffnungen undhoher Begeisterung für die Sache der Befreiungreiste hierauf Gneisenau auf einem englischenSchiffe, von London über Gothenburg, nach derpommerschen Küste, wo er in Kolberg erfuhr, daßsich der König bereits mit den Garden nach Vres-lau begeben und öffentlich die Erklärung:gegenNapoleon mit Alexander" ausgesprochen habe.

Sehr willkommen waren dem Könige die Mit-theilungen, welche Gneisenau aus London brachte,und er sollte anfangs sogleich wieder, als außeror-dentlicher Gesandter, mit ausgedehnterer Vollmacht,dahin zurückkehren, um die Verhandlungen mitEngland abzuschließen; allein er wünschte lieber,in der Nähe des Königs, bei den Anstalten thätig

zu sein, welche letzt in der Hauptstadt Schlesiensfür die Befreiung des Vaterlandes, eine Angelegen-heit, an welcher sein ganzes Herz hing, mit demgrößten Eifer betrieben wurden. Es mußten in al-ler Eile bedeutende Streitkräfte aus dem Volkeselbst gebildet werden, und die Landwehren wurdenaus Gne isenaus Wunsche errichtet, wobei er selbstdie größten Schwierigkeiten zu überwinden hatte.Er sollte hierauf ein Armeecorps kommandiren; alleiner zog es vor, zum Beßten der guten Sache, alsGeneralquartiermeister in's Hauptquartier zu gehen,wo Blücher den Oberbefehl übernommen hatteund Scharnhorst Chef des Generalstabes war.Seit dieser Zeit waren Beide die Seele aller Waf-fenthaten Blüchers, und als ScharnhorstsThätigkeit durch seine Verwundung bei Lützen undseinen baldigen Tod in Prag aufgehört hatte, tratGneisenau an dessen Stelle als Chef des Gene-ralstabes, und leitete in dieser Eigenschaft Blü-chers Rückzug von Lützen über Meißen nach Bau--tzen. Dort angekommen, entwarf er die Disposi-tionen für die schlesische Armee zur blutigen Ver-theidigungsschlacht bei Bautzen, und wirkte auf ein-zelnen Punkten mit besonnener Tapferkeit zur vor-theilhaften Ausführung mit. An seiner Seite wardin der Schlacht sein noch ganz junger Sohn ver-wundet, und er selbst entging nur durch sein gu-tes Glück den vielfach drohenden Gefahren. Nichtunbedeutenden Antheil hatte er auch an dem glück-lichen Reitergefecht bei Hainau, wo er selbst denOberbefehl über die Nachhut des rechten Flügelsführte. Auch die vortheilhafte Stellung hinterPohlsdorf vom 26. Mai 1813 war, nach der be-sonderen Disposition Blüchers, das Werk seinerbesonnenen Umsicht. Während des langen Waf-fenstillstandes brachte er durch unermüdliche Thätig-keit die so schwierige Organisation der Landwehrenglücklich zu Stande, und er ward deßhalb, umfreieren Spielraum zu haben, vom Könige zumGouverneur von Schlesien ernannt. Durch dieseAnstalt schickte Schlesien allein über 100,000 Mannunter die preußischen Fahnen.

Nach dem Waffenstillstände bewies Gneise-nau abermals, wie sehr ihm der Sieg der gutenSache mehr als der Ruhm seiner Person am Her-zen lag, indem er, dem das preußische Armeecorpsbeim Nordheere bestimmt war, mit wahrer Selbst-verleugnung den angebotenen Feldherrnstab ablehnte,und lieber unter Blüchern als Chef des Gene-ralstabes diente. Da trug er denn nicht blosdurch die Anordnung und Ausführung der Dis-positionen, sondern auch als besänftigender Vermitt-ler zwischen Blüchern und den russischen Genera-len sehr viel zum Siege an der Katzbach bei. Unddieser Sieg, schon an sich als Befreier Schlesienshöchst wichtig, ward dadurch noch wichtiger, daßer auch den Sieg bei Kulm nach sich zog und dieUnfälle der großen verbündeten Armee vor Dres-den wieder verbesserte. Denn eben wollte Napo-leon seine Garden über Nollendorf dem GeneralVandamme nachsenden, als er die Nachrichtvon der Niederlage Macdonalds erhielt und sogleichdie Garden wieder zurückrief.

Nickt weniger vortheilhaft, als bisher, bewährtesich Gneisenaus Anordnung auf dem Zuge derschlesischen Armee nach der Elbe und bei ihrem Ue-bergange über dieselbe bei Wartenburg; nicht weni-