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3 (1842)
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das Christenthum mit dem Schwerte ein und be-festigte es durch Errichtung der Bisthümer Münster,Minden und Paderborn. Die Reformation fandvon selbst Eingang, ward aber, theils durch dieSchlechtigkeit ihrer Verbreiter, theils durch die geist-liche Gewalt, größtentheils wieder unterdrückt.Im Mittelalter litt das Land sehr durch die in-nern Fehden, welche die vielen Herren derselben miteinander führten, und in den Kriegen der neuernZeit ist es auch nicht eben verschont geblieben.

August Wilhelm Anton NeidhardGraf von Gneisenau,

königlich preußischer Feldmarschall.

Was der verdienstvolle und tapfere, leidergleich zu Anfange des großen Kampfes gefalleneScharnhorst begonnen hatte, das brachte derFreund seines Heizens, der Theilnehmer seiner Ar-beiten, der Mann seines Geistes und Strebens,Gneisenau, nach seinem Tode zur Ausführung;was Scharnhorst dem General Blücher, welchernoch 1814 sein Andenken in der Loge mit denWorten feierte:Bist du gegenwärtig, Geist meinesFreundes, mein Sch arnho r st, dann sei du selbstZeuge, daß ich ohne Dich nichts würde vollbrachthaben?" früher gewesen war, das ward nachihm Gneisenau dem Feldmarschall und FürstenBlücher.

August Wilhelm Anton Neidhard vonGneisenau, katholischer Konfession, geboren den28. Okt. 1760 in dem damals sachsischen, jetzt preu-ßischen Stadtchen Schilda bei Torgau, war derSohn des Lieutenant August Wilhelm vonNeidhard, welcher bei der zur Reichsarmee gehö-rigen Artillerie stand. Seine Familie stammte ur-sprünglich aus der Schweiz und war später in Oest-reich, Schwaden und Franken, in verschiedenen Li-nien, mit verschiedenen Unterscheidungsnamen, wieNeidhard von Spatenbrun, Neidhard vonGneisenau, und anderen, aber mit gemeinschaft-lichem Wappenbilde, 3 Kleeblättern, verbreitet.Nach dem frühen Tode seiner Mutter, ward derjunge Gneisenau im Hause seines Großvaters,des Artillerie-Obersten und Kommandanten Mül-ler in Würzburg, erzogen und erhielt daselbst auchseine erste Bildung, welche ihn jedoch den Wissen-schaften zuführen sollte. Daher begab er sich, seit sei-nem 16. Jahre, zu seinem Vater nach Erfurt, woer mit besonderer Vorliebe die Mathematik, die Phy-sik und Oekonomie trieb. Noch hatte er indessenseine Studien nicht vollendet, als er 1780, 20 Jahralt, in den Kriegsdienst des Markgrafen von Ans-bach trat, und als Lieutenant mit 400 Ersatzmann-schaften über England nach Nord-Amerika ging.Die Kenntnisse und Erfahrungen, welche er aufder Reise und im fremden Erdtheile selbst sammelte,waren für seine weitere Ausbildung und seinenkünftigen Beruf nicht ohne großen Nutzen. Nachseiner Rückkehr war der Weitgereiste so glücklich, zuPotsdam Friedrich II. nicht nur vorgestellt, son-dern auch von ihm angeredet zu werden, und eineStelle in der königlichen Suite zu erhalten, welchedamals den Generalstab des Heeres ausmachte.

Nach des Königs Tode 1786 ward Gneise-nau nach Schlesien versetzt, wo er in die nieder-schlesische Füselierbrigade eintrat, und nach einanderzu Löwenberg, Vunzlau und Iauer in Garnisonlag. Seine dienstfreie Zeit benutzte er zum Stu-dium der Wissenschaften und der Geschichte des Krie-ges. Dabei kam ihm die Freundschaft des Frei-herr» von Hochberg, welcher auf seinem SchlossePragwitz bei Löwenberg eine vorzügliche Bibliothekbesaß, durch gemeinschaftliches Studiren sehr zuStatten. Schon damals galt er für einen der ge-lehrtesten Offiziere in seiner Brigade, und ward1789 zum Hauptmann befördert. In dieser Eigen-schaft machte er 1794 den Feldzug in Polen mit,und stand nach seiner Rückkehr in Iauer. Hiervermählte er sich 1?96 mit der Freiinn Karolinevon Kottwitz, der einzigen Tochter des ver-storbenen Freiherr« von Kottwitz auf Wolmsdorfund der Helena von Vaßwitz. Seine Gemahlinnwar sowohl durch das Einnehmende ihres Aeuße-ren, als durch die schönsten Eigenschaften des Her-zens und des Geistes ausgezeichnet und besaß dabeizugleich ein bedeutendes Vermögen.

Noch immer war Gneisenau Hauptmann,und bereits 46 Jahr alt, als der Krieg von 1806die alte Ordnung der Dinge auch in Preußen um-stürzte, und Männer an's Licht zog, welche bis da-hin in der Dunkelheit gelebt hatten. Im Herbste1806 marschirte er mit dem Bataillon von Ra be-tt au aus Schlesien nach Sachsen, und kam mitdemselben zur Vorhut unter dem Prinzen Louis.Da wohnte er gleich den eisten Gefechten, den 9.und 10. Okt., bei Schleiz und Saalfeld bei, undmußte hierauf die Ueberbleibsel seines Bataillons,nachdem die höheren Offiziere verwundet, getödtetoder gefangen worden waren, zur Hauptarmee füh-ren, welche unterdeß den 14. Okt. die Doppelschlachtbei Auerstädt und Jena verloren hatte. Auf demtraurigen und schwierigen Rückzüge kam er, ohneeine andere Bestimmung erhalten zu haben, mitseinem Häuflein glücklich nach Magdeburg, wo erden rettungslosen Zustand sogleich erkannte unddeßhalb nach kurzem Aufenthalte die Festung wie-der verließ, deren baldigen Fall er, unter den ob-waltenden Umständen, voraussah. Er folgte hier-auf mit seinem so glücklich geführten Häuflein demKönige nach Preußen, und gehörte in Königsbergzu denjenigen verdienstvollen Männern, von denenschon damals die Ermannung, später die ErhebungPreußens ausging. Zum Major ernannt, wardGneisenau mit anderen Oberoffizieren nach Lit-thauen geschickt, um neue Truppencorps zu bilden.

Unterdessen war der König von dem alten pa-triotischen Nette lb eck in Kolberg, dessen Ueber-gabe er nur durch unermüdliche Wachsamkeit, denmuthigsten Widerstand und die aufopferndste An-strengung abwehrte, mehrmals dringend um einentüchtigeren Kommandanten gebeten worden. Daward denn endlich der Major von Gneisenauim April 180? nach Kolberg gesendet, und seinerklugen und tapferen Vertheidigung gelang es, mitder treuen und wichtigen Hilfe Nette ldecks, dernach ihm selbst die erste Rolle spielte, die schwacheund äußerst bedrängte Festung bis zum Friedens-schlüsse zu behaupten. Gneisenau hatte anfangs,in Rücksicht der höheren Offiziere, einen schweren Kampfzu bestehen, da die alten Obersten Miene machten,

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