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3 (1842)
Entstehung
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kaiserliche Domäne dem Kaiser unmittelbar unter-worfen und ward von kaiserlichen Gerichtsvoigtenregiert. Auf der Nordseite der Stadt, wo jetztder Burggraben ist, stand eine große kaiserlicheBurg, welche ein Reichslehen und Ganerbenhauswar und von mehrcrn adlichen Familien, beson-ders Denen von Hain, die sich selbst al» Inllnßi,,«nannten, bewohnt ward. Sie hatten, neben demReichslehen, auch das Bürgerrecht. Wenn Mühl-hausen freie Reichsstadt ward, läßt sich nicht mitBestimmtheit sagen; die Stadt erfreute sich früh-zeitig mehrer Privilegien. Um die Hainerburg wardzuerst die Alt- oder Oberstadt angelegt, zu wel-cher nach und nach, durch Vermehrung der Ein-wohner und neuen Anbau, die Neu- oder Unter-stadt, mit den Vorstädten kam. Bei den stetenFehden des Mittelalters waren die Bürger zum Kriegs-dienst und zur Befestigung ihrer Stadt genöthigt.Nicht nur die Ober- und Unterstadt ward mit ei-ner Ringmauer, Gräben und Wällen umgeben, undmit festen steinernen, zum Theil bethürmten Tho-ren versehen, sondern auch die Vorstädte hatten eineRingmauer mit Gräben und feste Thore mit star-ken eichenen Schutzqattern. Außerdem errich«te mannoch zwischen den Thoren in der Stadtmauer hoheThürme, deren Anzahl sich auf 2? belief. Aberauch dieß war in jener Zeit räuberischer Uebeifällenoch nicht genug: man mußte stets auf seiner Hutsein, und Mühlhausen hatte daher noch einegroße Menge Warten oder Wachtthürme, vondenen 7 am und im Landgraben standen, währendnoch 9 im Felde, auf Hügeln und Bergen die Um-gegend überschauten. Die Stadt besaß auch mehreWurfmaschinen oder Blieben, welche auf demVliedenhofe aufbewahrt wurden und einem gan-zen Stadtviertel den Namen gaben. Die Bürger-Miliz stand unter einem Stadthauptmanne, welchereine eigene Wohnung im Hauptmannshofe hatte.Mühlhausen ward vorzüglich vom KaiserHeinrich IV. (19561106) begünstigt, dem esin seinem Kampfe mit den Päpsten und Großendes Reichs in Thüringen allein treu blieb. Ebenso hing es auch dem Kaiser Friedrich I. an, undward deßhalb von Heinrich dem Löwen 1181 be-lagert, erobert und eingeäschert. Nach 1200ließen sich auch die deutschen Ritter hier nieder,und singen in den hiesigen Kirchen an, Messe zulesen und Noraz zu singen. Nach ihnen kamen1230 die Franziskaner, welche 1232 eine Kirchenebst Kloster baueten, nachdem schon seit 1223 einNonnenkloster der weißen Jungfrauen vomaugustiner Orden (der Vrückenhof), bestanden hatte.Erst im 14. Jahrhunderte erdaueten auch die Do-minikaner ein Kloster nebst Kirche. Das Raths-Eollegium bestand ursprünglich aus Adlicken oderPatriciern, und führte daher, wie anderwärts, denTitel eines Hochedlen Rathes. Unter den Hand-werkern waren die Gerber, die Sattler und dieSchubmacher die ältesten, erhielten aber erst 129?ihre Privilegien. Mit den adlichen Bewohnernder Hainecburg gerieth die Stadt hausig in Streit,weil diese durch ein Thor, das unmittelbar aus derBurg in die Stadt führte, willkürlich in dieselbekamen, den Städtern aber nicht freien Zutritt indie Burg gestatteten. Diese offne Seite der Stadtwar, bei den steten Angrissen des benachbarten Adels,für sie desto gefährlicher. So machten die Grafen

von Hohenstein und Regenstein 1290 und

1249 Anfälle auf die Stadt, wurden aber durchdie Tapferkeit der Bürger besiegt, weßhalb seitdembis 1523, zum Andenken an diese Siege, vomRathe jährlich eine große Spende an die Einwoh-ner vertheilt wurde. Die Stadt erlangte hierauf vomKaiser Konrad IV. (1250 54) die Erlaubniß,zwischen der Burg und Stadt eine Mauer aufzu-führen. Dadurch ward die Feindseligkeit der Edel-leute gegen die Bürger noch größer, und die Folgedavon war, daß mehre Adliche, welche die Ueber-macht der Städter fürchteten, ihren Antheil amBurgbesitze dem Rathe verkauften und ihren Sitzin der Stadt selbst nahmen, während die Anderen,welche auf der Burg sitzen blieben, jene Plackereienfortsetzten, und die Bürger dadurch so aufbrachten,daß sie 1256 die Burg übersielen und zerstörten.Während des großen Zwischenreichs in Deutschland(125473) blieb dieser Gewaltschritt ungeahndet;als aber Rudolf von Habsburg 1273 Kaisergeworden war, und die Adlicken bei ihm ihre Klagegegen die Mühlhauser anbrachten, erklärte dieser, dadie Burg ein Reichslehen war, die Stadt in dieAcht und ihrer Privilegien für verlustig; glücklicherWeise fand sie in dem Rathe des Kaisers, demBischof Christian von Samland in Preußen, ei-nen kräftigen Fürsprecher, welcher sie mit dem Kai-ser wieder aussöhnte, so daß er 1274 die Acht auf-hob und ihr auch die Privilegien bestätigte, wobeinoch besonders des Reichsvoigts, des Gerichts-voigts und des Gerichtsschöppen gedacht wird.Der Kaiser Adolf von Nassau kam 1292 auchnach Mühlhausen, brachte aber die Einwohnerso gegen sich auf, daß sie ihn mit seinen Soldatenzur Stadt hinaus jagten.

Nachdem die Handwerker und Kaufleute, un-ter denen besonders die Tuchmacher und Gewand-schneider durch den Handel emporkamen, im 14.Jahrhunderte immer mehr zu Vermögen, Ansehenund Bildung gelangt waren, wollten sie sich dieHerrschast der Adlichen und Patricier nicht mehr ge-fallen lassen, und erhoben sich gegen dieselben inMühl Hausen, wie in anderen Reichsstädten. DerKaiser Ludwig der Vaier (13134?) nahm dieHandwerker in seinen besonderen Schutz, und befahldaher, daß künftig der Rath aus 3 Abtheilungen,jede aus 24 Personen und zwar 14 aus den Fa-milien der Patricier und 19 aus den Handwerkern,bestehen und jährlich in der Regierung abwechselnsollten.

In neue Verlegenheit kam MüKlhausen,als Kaiser Ludwig 1329 die Stadt, nebst Nordhau-sen, statt der Mitgift seiner Tochter, an den MarkgrafenFriedrich den Ernsthaften von Meißen, für 19,999Mark Silber, verpfändete, da sie sich dessen wei-gerte und dabei in die Reichsacht verfiel, von wel-cher sie sich jedoch 1332 durch Erlegung von 5999Mark befreite. Damals war Graf Berthold vonHenneberg Reichsuoigt oder Schuldheiß inMühlhausen. Dieses Reichsschuldbeißenamt ver-pfändete dieser Kaiser 133? für 1^99 Mark anden Rath, sowie bald nachher für nochmalige 1999Mark die übrigen Reichseinkünfte. Die Stadt wardseitdem immer bevölkerter und wohlhabender, derRath immer angesehener und reicher, und konntedaher manches Dorf, manche Besitzung erkaufen,so daß das Stadtgebiet nach M,d nach 4 Geviert-