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l er, haben den ausgedehnten Festungswerken wei-chen müssen, und besonders vor dem Marien-thore, wo sonst die lieblichsten Gärten blühten, hatsich Alles in militärische Formen verwandelt.
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Gebhard Leberecht von Vlücher,
königlich preußischer Feldmarschall und Fürst von Wahlstatt.
In Harren und Krieg,In Sturz und Sieg,Bewußt und groß.So riß er uns vom Feinde los.«othe.
Daß Umstände und Verhältnisse überhauptmehr oder weniger, und in besonderen Fällen ganzallein den Menschen zu dem machen, was er inder bürgerlichen Gesellschaft wird und als solcherleistet, bestätigt eben so die tägliche Erfahrung,als die allgemeine Weltgeschichte, welche überdießnoch lehrt, daß außerordentliche Begebenheiten undaußerordentliche Menschen sich gegenseitig Heivorbrin-gen, und ausgezeichnete Männer wieder ausgezeich-nete Männer um sich versammeln. Ohne die fran-zösische Revolution hätte es unstreitig keinen KonsulBuonaparte und keinen Kaiser Napoleon;ohne diesen keinen Feldmarschall Blücher undkeinen Fürsten von Wahlstatt gegeben. — Ebenso wahr ist es aber auch, daß Einige von NaturTheoretiker, Ändere Praktiker, Wenige beides zu-gleich sind, und noch Andere entweder nicht Einsichtmit Thatkraft, oder nicht Besonnenheit mit Unter-nehmungsgeist in gleichem Maße vereinen. — Auchgiebt es Lagen im menschlichen Leben die Menge,wo selbst der Klügste sich allein nicht genug ist,wo er entweder des Rathes oder der Kenntniß An-derer bedarf, und dieß um so mehr, je schwierigersein Standpunkt ist, und je kühner er handelt. Sobedürfte der seurige Luther des gemäßigten Melanch-thon; so der thatkräftige Blücher des umsichtigenGneisenau, Aus diesem Grunde also, weil Blü-cher und Gneisenau, wie Rath und That, un-zertrennlich sind, weiden die Biographien beider Hel-den hier gleich auf einander folgen.
Das Geschlecht Derer von Blücher blühete seitdem 13, Jahrhunderte in Holstein, Meklenburg undPommern. Der Feldmarschall stammte aus Mek-lenburg-Schwerin, wo sein Vater, ein Mann vonaltdeutscher Biederkeit, welcher Rittmeister in hessen-kasselschen Diensten gewesen war, das väterlicheErbgut Großen-Nensow besaß, und wohin er sichzurückgezogen hatte, um der Landwirthschaft zu le-ben. Seine treffliche Gattinn, eine geborne vonZülow, hatte ihm bereits 4 Söhne geboren, alssie sich, gegen Ende von 1742, einer abermaligenEntbindung nahe, wegen der Unruhen auf demLande durch den Zwist des Landesherr« mit derRitterschaft, zu größerer Ruhe und Sicherheit, nachder Stadt Rostock begab, und daselbst am 16. Dez.1742 mit dem fünften Sohne niederkam, welcherin der Taufe die Namen Gebhard Leberechterhielt. — Da sich schon die 3 ältesten Söhne demMilitär-Stande gewidmet hatten und in russische,dänische und preußische Dienste getreten waren; soverursachte ihre Unterstützung dem Vater, welchernur ein mäßiges Vermögen besaß, schon so vieleAusgaben, daß er hieraus beschloß, die beiden jün-
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geren Söhne, Ulrich und Leberecht, für die Land-wirthschaft zu bestimmen. — Die beiden Knabenwaren» gesund, lebhaft und von kräftigem Körper-baue; ihr Leben auf dem Lande, wo sie sich, nachmittelalterlicher Rittersitte, fast den ganzen Tag imFreien herumiummelten, jagten, fuhren und ritten,steigerte ihre natürliche Lebhaftigkeit zu Muthwillenund Wildheit. Denn ihr dürftiger Unterricht be-schränkte sich nur auf wenige Stunden im Lesen,Schreiben, Rechnen und auf den Katechismus. —
Beim Ausdruck) des 7jährigen Krieges 1756,da Meklenburg von preußischen Truppen besetzt wurde,und der Vater nicht ohne Grund fürchtete, daß auchdiese beiden Söhne, durch die anwesenden Preußen,Lust zum Militär-Stande bekommen möchten, brachteer sie, um dieß zu verhindern, zu seinem Schwie-gersöhne, dem Rittmeister von Krackwitz, welcherauf der Insel Rügen (s. Bor. Bd. I. S. 1U1, 111),wo gewöhnlich keine schwedische Besatzung lag, einLandgut bewohnte. Auch hier setzten die beidenBrüder ihre ungebundene Lebensweise fort, und wur-den hier noch mehr, durch den Anblick der groß-artigen Natur, der hohen Felsen, der tiefen Schluch-ten und des wogenden Meeres, zu manchem küh-nen Wagstück angetrieben. — Ihr Schwager ließihnen darin volle Freiheit, und suchte sie nur vordummen Streichen zu bewahren. Deßhalb prägteer ihnen, als ein Biedermann, den Grundsah ein,daß ein Edelmann auch stets ein Ehrenmann seinund vor Allem sein Wort unverbrüchlich halten müsse.Um ganz sicher zu gehen, nahm er ihnen das Eh-renwort ab, und sie hielten treu an ihrem Verspre-chen. — Was aber der Vater mit dem Aufenthalteseiner Söhne auf Rügen, zur Unterdrückung ihrerKriegslust, hatte bezwecken wollen, das schlug ihmschon im nächsten Jahre fehl, da Schweden sichgleichfalls dem Bündnisse gegen Preußen anschloß,und ein schwedisches Eorps auf der Insel landete.Denn der Anblick der schwedischen Krieger und dieBekanntschaft mit denselben weckte sehr bald in denjungen Leuten die schlummernde Kriegslust und densehnlichen Wunsch, in den schwedischen Kriegsdienstzu treten. Allein ihr Schwager versagte ihnen na-türlich die Erlaubniß dazu und ermähnte sie ernst-lich, dem Willen ihres Vaters zu folgen und tüch-tige Landwirthe zu werden. Der innere Drang waraber so stark, so unwiderstehlich, daß sie endlichBeide, nach wiederholtem, vergeblichem Bitten, heim-lich fortgingen, und sich bei einem schwedischen Hu-sarenregimente als Freiwillige meldeten. Der Ritt-meister des Regiments, an den sie sich deßhalb ge-wendet hatten, war aber ein Freund ihres Schwa-gers, und setzte daher denselben sogleich davon in Kennt-niß. Dieser kam hierauf sofort herbei, und suchtenochmals die jungen Leute, durch Bitten und Dro-hungen, von ihrem Vorhaben abzubringen; alleinAlles war vergeblich, und sie bekannten ihm zuletzt,daß sie sich gegenseitig das Ehrenwort gegeben hät-ten, schwedische Husaren zu weiden, und dieses müß-ten sie denn, wie er ihnen zur Pflicht gemachthätte, nun auch unverbrüchlich halten. So konnteer ihren Eintritt in da« Regiment nicht weiterhindern.
Die Schweden unternahmen aber bekanntlichnichts, und in. ihren Reiben fand daher der kampf-lustige Leberecht keine Gelegenheit, sich durch Tapfer-keit hervorzuthun, wie er so sehnlich wünschte. Erst