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Scholdrski (1636—50) fand noch die Trümmer,und war bei aller Thätigkeit nicht im Stande, denDombau vor seinem Tode vollendet zu sehen. Erstfein Nachfolger Tolibowski brachte das Werk zuStande. Es erhielt sich aber auch nur unversehrtbis 1725, wo am 18. Juni ein furchtbarer Or-kan die Thürme und das Kupserdach abwarf. DieBischöfe Tarlo und Czartoryski stellten zwarden Dom wieder her, aber schon 1772 traf ihnein so großes Vrandunglück, daß die 14jähcigenAnstrengungen des Domkapitels nicht hinreichten,dem Dome seine frühere Pracht wiederzugeben.
Ein andres schönes Bauwerk der Vorzeit imgothischen Style ist das Rathhaus. Es ward un-ter der Regierung des Königs Sigmund I. (1506bis 1548) auf der Stelle erbaut, wo das erste gestan-den hatte, welches bei der großen Feuersbrunst 1447entweder sehr beschädigt oder ganzlich eingeäschertworden war. Nachdem es sich bis 1675 unbeschä-digt erhalten hatte, schlug den 9. Aug. dieses Jah-res der Blitz in die Thürme ein, worauf 1690 ein«euer Thurm erbauet wurde, welcher 32,630 rhein.Gulden kostete, aber auch für ein Meisterwerk sei-ner Art galt. Diesen stürzte jener erwähnte Or-kan gleichfalls herab. — In der neuesten Zeit hatder Graf Raczynski ein schönes, großes Biblio-thek-Gebäude errichtet und nicht nur dieses mitseiner 20,000 Bände starken Bibliothek der Stadt ge-schenkt, sondern diese Schenkung auch mit einemKapitale von 22,000 Thlr., ausgestattet. — Seitdem I.Ian. 1838 ist die königl. Luisensch ule eröff-net und den 3. Äug, der Grundstein zur neuenevangelischen Petrikirche, mit Hilfe eines königl.Gnadengeschenks von 20,000 Thlr., gelegt worden.—Ein neues schönes Baudenkmal ist auch die fürst-lich radzivilsche Begräbniß-Ka pelle, auf einemHügel vor der Stadt, im byzantinischen Style nachSchinkels Risse. — Durch den Verschönerungs-verein sind die Umgebungen, unter denen der Eich-wald, jetzt Luisenhain, bemerkenswerth, und ei-nige Straßen mit Bäumen bepflanzt worden. Inder Nähe ist auch die schwebende Eisenbahn beider Ziegelei merkwürdig.
Das Siebengebirge,
des Westerwaldes nordwestlicher Theil, und die Granz-scheide der alten Weiterau, im Umfange einer Ge-viertmeile, zwischen der unteren Sieg, Wied unddem Rheine, mit vielen Gipfeln sich ausdehnendund das Flachland vom Berglande scheidend, ziehtsich von dem Flecken Honnef, immer am rechtenUfer des Rheins, bis nach Königswinter hin,und hat seinen Namen von den 7, zum Theil über1400 F. hohen Kuppen erhalten, welche aus derzanzen Bergreihe in der Ferne gesehen werden.
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Diese 7 Berge, zwischen welchen niedrigere Hügelund anmuthige Thalgründe mit Waldschluchten, Fel°senwänden und Steinbrüchen abwechseln, folgen vonNorden nach Süden also: der Strom- oder Pe-tersberg, der Nonnenstromberg, die Wol»kenburg, derAuel- oder Oelberg, der Löwen-berg, der Drachenfels und der Hemmerich,alle mit Burgtrümmcrn. Besonders malerisch steigtder Drachenfels, dessen Burgruinen, wie Werkeder Skulptur dastehen, dicht am Rhein empor, ei-nem Vorberge der Eifel, dem Godesberg gegen»über, der die Trümmer von Rolandseck tragt.Zwischen beiden liegt unten im Strome eine reizende,baumreiche Insel mit dem ehemaligen NonnenklosterNonnenwerth. Auf dem Gipfel des Dra-chenfelsen, wo man die reichste und interessantesteAussicht genießt, und Lusthauschen und Sitze an-gelegt sind, hat der Landsturm des Siebenge-birges seinem vor dem Feinde gefallenen Anfüh-rer Genger eine Denksäule errichtet, und sie 1814am Tage der leipziger Schlacht, feierlich eingeweiht.Am Drachenfelsen erschlug, nach der Volkssage,Siegfried von Xanten, den Lindwurm und wurde,sich in seinem Fette badend, hörnen.—Alle Steinezum Baue des kölner Domes kamen aus einemSteinbruche des Drachenfelsen, der daher noch jetzt denNamen Dombruch führt. Das Siebengebirge lie-fert überhaupt Granitporphyr, Basalt und Sand-steine. Oestlich verbindet ein Bergrücken, das Rü-ben kämpchen, den Drache nfelsen mit der Wol-kenburg. Auf demselben ist jetzt ein bedeutenderSteinbruch, dessen Steine in Königswinter bearbei-tet und daher Königswinter-Steine genannt werden.Kaiser Heinrich V. (1106 — 1125) zerstörte dieWolkenburg, nebst Drachenfels und Rolandseck.Der Erzbischof Friedrich I. bauet« sie wieder auf,und so erhielt sie sich bis zum Jahre 1689, wosie von den Franzosen, welche damals alle Dörferund Ortschaften des Siebengebirges besetzt hatten,mit vielen andern Orten zerstört wurde. —- Rechtsvom Drachenfelsen erhebt sich der Petersberg, aufdessen oberer, 100 Morgen großen Fläche eine vonWallfahrern stark besuchte Kapelle des h. Petersteht. Hinter demselben erblickt man, in einem anmuthi-gen Thale, die Rudera der ehemaligen Abtei Hei-sterbach. Hinter diesen 3 Bergen und etwas wei-ter vom Rheine liegen die 4 übrigen. Auf derLöwenburg hielten sich Melanchthon und Bu-cer eine Zeit lang auf, noch ehe derKurfürstH ermann,ein Graf von Wied, 1543 sich der Reformation zu-gewendet hatte. Auf diese Burg zog sich auch derKurfürst Gebhard 1583 mit der schönen Agnes vonMannsfeld zurück. Der Blick von dieser Burg reichtweit hin über die Berge des Westerwaldes, südlichbis zu den Höhen des Taunus. — Am Ufer desRheines bekleiden freundliche Fluren und Dörfer denFuß des majestätischen Siebengebirges, welches durchAnsiedler aus dieser Gegend sogar dem fernen Sie-benbürgen seinen Namen gegeben hat.
Hierzu als Beilagen:1) Minden. 2) Der Dom zu Posen. 3) Das Siebengebirge.
Verl»g von Eduoid Pietzsch u. Comp, in Dresden, — Druck von B, W, Teubnei in Diesdtn,