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mit den Professoren an einer Fürstentafel speiste,das erste Jubiläum mit einem kurfürstlichen Ge-schenk von 699 Gülden 18 Gr., und das zweite Ju-belfest 1702, wozu Friedrich Augustl. 1500Thaler bewilligte und zur Ausschmückung der Schloß-kirche, in welcher für den Kurprinzen, der gleich-falls das Rectorat übernommen hatte, aber bei derFeier nicht erschien, ein Thron errichtet wurde, kur-fürstliche Tapeten schickte, mit den üblichen Festlich-keiten gestiert hatte. — Auch lehrten, während die-ser Zeit, immer einige ausgezeichnete Männer inden verschiedenen Fächern, und allgemein anerkanntsind die Verdienste eines Leyser, Berger, Wer n-her, Klügele Wernsdörff, Stübel und Za-ch a r i ä um die Rechtsgelehrsamkeit; eines Reinhard,Dresde, Weber, Nitzsch und Schleusner umdie Theologie; eines Alberti, Sennert, Schnei-der, Vater, Böhmer, Leonhardi undKreysigum die Medicin; eines Hase, Schurzfleisch, Rit-ter, Schröckh und Pölitz um die Geschichte; ei-nes Göstelius, Weidler, Hase und Ebert umdie Mathematik; eines Reinhard, Krug, Groh-mann und Klotzsch um die Philosophie und sovieler Anderer. — Witlenberg hat auch selbst, inalterei und neuerer Zeit, mehre vorzügliche Männerhervorgebracht, namentlich den jüngern Lukas Kra-nach, den Akustiker Ehlabni (nicht Breslau,wie Bor. V. II. S, 21 irrig steht), den Geographenund Vorsteher der Blindenanstalt in Berlin, Au-gust Zeune, den Anatomen Weber in Leipzig,den Theologen Nitzsch in Bonn, den Improvi-sator August Vöhringer u. A.
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Neuwied.
Unter den 70 Rheinstädten, welche die herrli-chen Ufer des alten deutschen Stromes schmücken,und durch römische Alterthümer, mittelalterliche Bau-werke, moderne Gebäude, schöne Denkmäler, merk-würdige Sammlungen aller Art und mannichfalti-gen Gewerbsteiß, wie durch große historische Erin-nerungen alter und neuer Zeit ausgezeichnet sind,nimmt Neuwied, wenn auch nicht durch hohesAlter, doch durch seine angenehme Lage, regelmä-ßige Bauart, freundliches Aeußere, Betriebsamkeitder Einwohner und vorzügliche Natur- und Alter-thums-Sammlungen, gewiß nicht eine der letztenStellen ein. Es liegt am rechten Ufer in einer frucht-baren Ebene, umgeben von Hügeln, Feldern, Wie-sen, Weinbergen und Obstgärten, zwischen Dör-fern, Burgruinen und Schlössern, in reizender Ab-wechselung, 1 Stunde oberhalb Andernach, 3 Stun-den unterhalb Koblenz, und ist Hauptort des Im-mediat-Fürstenthums Wied, wie auch Residenz desFürsten, und Kreisstadt im Regierungsbezirk Koblenz.
Auf dem niedrigen rechten Rheinufer schweiftder Blick bis zu den Verbergen des Westecwaldes,auf dem höheren linken Ufer des Stromes schlie-ßen die Vorhöhen der Eifel den Thalkessel ein. Ander Südseite von Neuwied erblickt man jenseit desRheines das altergraue Andern ach, dicht dabei dasehemalige Nonnenkloster St. Thomas mit einerWindmühle, weiter hinauf die Nette, ein Gutmit freundlichen Gebäuden und Umgebungen, imHintergrunde das kahle Haupt des Satte lberges,und ganz in der Ferne den Hochsimmer bei
Mayen. Etwas oberhalb Neuwied liegt das DorfWeißenthurm, und über demselben steht die Denk-pyramide von der Sambre- und Maasarmee, wiedie Inschrift: I^ai-mee <Ie Zainbre et Hieuze ä »an6enerzl Hnclie, sagt, dem General Hoche errichtet,welcher am 15. Sept. 179? zu Wetzlar starb undin Koblenz begraben wurde. Weiterhin folgt eineReihe Dörfer, und denselben gegenüber liegen Mühl-hofen und Engers mit seinem schönen Schlosse.Nordöstlich von Neuwied ragt vor Allem das Rhein-gibrallar Ehrenbreitstein hervor, zeigen sich diegrauen Rudera der Saynburg; längs der Berg-kette zieht eine Reihe Dörfer zwischen Obstpflanzun-gen hin, darunter blinken die lichten Mauern derehemaligen Abtei Romersdorf hervor, währendin den grünen Waldungen das graue Gemäuer derBurgruine Braunsberg den Blick des Beschauersaus sich zieht. Im Westen glänzt, weit in dasLand hineinschauend, das freundliche Lust- undJagdschloß der Fürsten von Wied, Monrepos,die nordwestliche Bergreihe zierend. Näher an derStadt liegen die Dörfer Niederbieber und Hed-desdorf auf den Trümmern römischer Lagerstätten;unterhalb Neuwied das Dorf Irrlich mit seinerneuen, hoch gelegenen Kirche, darüber Feldkirch,eine alte Kirche mit mehren umliegenden Dörfern,und unten dehnt sich das Dorf Fahr oder Am-fahr, wo eine Fähre nach Andernach führt, mitder Ruine Friedrich stein aus, von den Landleu-ten Teufelshaus genannt, weil es vom GrafenFriedrich, wie man sagt, mittelst drückender Auf-lagen erbauet wurde.
Die Stadt bildet ein Viereck, welches von 5(nach dem Rheine) sie in die Länge, und 4 in dieQuere durchschneidenden Straßen in 25' Quadrateabgetheilt wird. Die Straßen und Häuser sind re-gelmäßig, und die weißen Steine des fürstlichen Re-sidenzschlosses und der Kirchen geben der ganzenStadt, welche weder Mauern, noch Tbore hat, einfreundliches Ansehen, gegen welches Andernach undKoblenz sehr abstechen. Alle 9 Straßen sind schnur-gerade, 40 Fuß breit, zum Tbeil gut gepflastert,und weiden reinlich gehalten. Die Häuser, derenAnzahl sich ungefähr auf 530 beläuft, sind meistzwei Stock hoch, zum Theil im niederländischen Ge-schmacke erbaut, und mit Mansarden oder gebro-chenen Dächern versehen. Unter den vornehmstenGebäuden fällt zunächst das Schloß, am Westendeder Stadt, am Rheine, in die Augen, empfiehltsich aber mehr durch eine zweckmäßige und geschmack-volle innere Einrichtung, als durch äußere Prachtund großen Umfang. Von den 5 verschiedenenKirchen ist keine besonders ausgezeichnet, noch we-niger die Synagoge der Juden. — Vor den übri-gen Pcivathäusern bietet das Casino, 1826 voll-endet, mit seinen geschmackvollen Säulen, einen schö-nen Anblick dar, und das von pelckensche Hausist auch ein stattliches Gebäude. >— Neuwied hat2 öffentliche Plätze, den Marktplatz und den Karls-oder Luisen-Platz, von denen der erstere ein läng-liches Viereck, nicht weit vom Rheine, mit Akazienbepflanzt ist und an seiner Nordseite die reformirteKirche hat, während der andere, durch dessen Mittedie Fahrstraße geht, mit Linden bepflanzt und miteisernen Ketten umzogen ist.
Die Einwohner Neuwieds, ihrem religiösenGlaubennach, Reformirte,, Lutheraner, Ka-