Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
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Gefahren jener Reise, auf welcher er dieses Liedzuerst sang; die 4. an der Hinterseite:Von demmansfeldischen Verein für Luthers Denk-mal durch gesammelte Beiträge begründet unddurch König Friedlich Wilhelm III. errichtet",die Urheber des Denkmals. Das Fußgestell,welches viereckig und 7^ Fuß hoch ist, aus einem18 Zoll hohen Fußgesimse und dem Hauptwürsel,der 5 Fuß hoch ist, mit den erwähnten Inschriften,und endlich aus dem 12 Zoll hohen Vrustgesimsebesteht, ruht auf einem 9 Fuß hohen Untersatz (Po-lest) mit gebrochenen Ecken, um welchen noch 2Stufen laufen, jede 1 Fuß 5 Zoll breit und 9 Zolldick. Das Fußgesimse läuft wieder in Verkröpfun-gen (Vor- und Rücksprüngen) um das ganze Fuß-gestell herum. An den mittleren Theil des Wür-fels schließt sich an jeder der 4 Ecken eine achteckige,21 Zoll im Durchmesser haltende Säule, mit dereinen Seite des Achteckes 9 Zoll fortlaufend. DieHöhe des Standbiloes beträgt 9 Fuß, des Baldachins1s Fuß 9 Zoll, die ganze Höhe des Denkmals dem-nach 28 Fuß 3 Zoll, die ganze Summe des Ge-wichts 1365 Zentner. Der Baldachin, nach derZeichnung des Oberbauraths Schinkel, ward mitdem Standbilde von Lequire in der berliner Ka-nonengießerei gegossen. Der Raum, welchen dasDenkmal einnimmt, enthält 224, und mit demdasselbe umgebenden Eisengeländer, 589 Quadrat-fuß. Die gemauerte Unterlage besteht aus 3 Ab-stufungen, zusammen 8 Fuß tief, und die unterstejeder Seite 20 Fuß 6 Zoll lang. Am ersten Novem-ber 1817, dem 2. Tage der hundertjährigen Refor-mations-Jubelfeier, legte Friedrich Wilhelm III,,von den Prinzen des königlichen Hauses und an-dern hohen Personen umgeben, mit eigner Handden Grundstein (s. A. F. L. Dörffurt's Beschrei-bung der Feier des hundertjährigen Jubelfestes derKirchenverbesserung zu Wittenberg. Wittenberg, 1817),und den 31. Okt. 1821 erfolgte die feierliche Ein-weihung dieses herrlichen Denkmals (s. F. B. We-stermeier, v. M. Luthers Denkmal zu Witten-berg und die Feier zur Einweihung desselben am31. Okt. 1821. Magdeburg, 1821), welches jetztdie schönste Zierde Wittenbergs ist.

Billig wird hier noch der erste Urheber diesesDenkmals, der Pastor Schnee <n Groß-OernenbeiMansfeld, dankbar erwähnt, welcher zu Anfangedes 19. Jahrhunderts einen wissenschaftlichen Vereingründete und diesem bald den Vorschlag that, ihremLandsmanne, dem großen Glaubenshelden Luther,ein Denkmal zu errichten. Dieser Gedanke fandgroßen Beifall und thätige Theilnahme durch Bei-träge in der Nähe und Ferne. Allein der 1806ausbrechende französische Krieg, mit der fremdenZwingherrschaft, verhinderte dessen Ausführung, undder mansfelder Verein mußte sich noch glücklich schä-tzen, die gesammelten Beiträge vor der Raubgierder Franzosen zu sichern. Nach deren glücklicherVertreibung wandte sich jener Verein an Fried-lich Wilhelm III. um die Genehmigung seinesVorhabens, und dieser gewährte demselben nichtnur diese, sondern auch die kräftigste Unterstützung,

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so daß das Denkmal, wie es in seiner hohen Würdeund edlen Größe dasteht, zu Stande kam, nach-dem 1818 der mansfeloer Verein die Summe von34,45U Thlr., mit Einschluß von 11,000 Thlr.Zinsen, an das Ministerium der Kirchen- und Schul»angelegenheiten abgegeben hatte.

Das ehemalige August eum mit der Luther«stube, ursprünglich Augustinerkloster, welchesnach Einigen 1365 gegründet, von Friedrich demWeisen neu gebauet wurde, 1813 ein französischesLazarett), enthält seit 1817 das Prediger-Se-minar, in welchem 25 Kandidaten der Theologiefreie Wohnung und jährlich 200 Thlr. aus demFonds erhalten, um sich noch weiter theoretisch undpraktisch auszubilden. Das Vordergebäude bewahrtim Erdgeschosse einen Theil der Universitätsbiblio-thek für das Seminar und das Gymnasium, einenHörsaal u. Im Hintergebäude befinden sich Korn-böden nebst der Lutherstube. Das nachfolgendeBild zeigt sie, wie sie einst war, mit dem großen,stammhaften Tische, mit dem Pyramidalischen Ka-chelofen, welcher die Bilder der Evangelisten, dieAbbildungen der Astronomie und Musik, durch dieHimmelskugel und den Zirkel, die Laute und an-dere Instrumente zierten, während die Wände unddie Decke mit sauberen Malereien, Blumenkränzenund heiteren Engelsköpfen geschmückt waren. Injenes Kloster kam Luther 1508 noch als Mönch,las Messe und hörte Beichte, wobei er, durch dasUnwesen der tetzelschen Ablaßkrämerei empört,seine 95 Sätze gegen das Papstthum aufsetzte, woer überhaupt seine Reformations-Schriften schrieb,seine meisten Eollegien las; wo er sich dabei umsein begonnenes, so gefahrvolles Werk oft so äng-stigte, daß ihm seine erhitzte Phantasie, selbst mitdem Teufel, manchen Streich spielte. Die Augu-stinermönche schafften hier zuerst, als Luther aufder Wartburg war, die Privat- und Seelenmessenab, theilten das heilige Abendmahl unter beiderleiGestalt aus und verließen das Kloster. Noch zeigtman seine Stube, neben welcher auch sein Lehr-saal war. Die Wände der ersteren sind mit Denk-sprüchen der Besucher ganz voll geschrieben. AuchEzaar Peter I. von Rußland schrieb sich 1712russisch an die Wand. Als die Mönche 1526 und1527 das Kloster verlassen hatten, schenkte es Io«hann der Beständige Luthern, von dessen Er-ben es Kurfürst August für die Universität 1564für 3000 Gulden wieder kaufte, um es zu Sti-pendiaten-Wohnungen und zum Konvikt einrichtenzu lassen, indem er es zugleich mit einem neuenVordergebäude, wo früher der Gottesacker der Au-gustiner gewesen war, 2 Stockwerke hoch, vergrößerte.

Das (!a!leF>unl I^idericianum, welches gleich-falls Friedrich der Weise für die Universität hatteerbauen lassen, enthielt mehre Auditorien, dasanatomische Theater, das Carcer ic., unddient jetzt als Kaserne, sowie das ehemalige Fran-ziskanerkloster, welches Johann Friedrichdem Rathe zu einem Hospitale für das vor dem Elb-thore weggerissene überließ.

(Beschluß folgt.)

Hierzu als Beilagen:1) Ruine Falkenburg. 2) Wittenberg. 3) v. Luthers Standbild zu Wittenberg.

Verlag von Eduard Pietzsch u. Comv, in Dresden.

Druck von B. G. Teubner in Dresden.