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3 (1842)
Entstehung
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und das berliner Schloß, wie die meisten königlichenSchlösser, wurden theils erweitert, theils verschönert.Die Bildsäule des tapferen Zielen, ein Meister-werk Schadows, fügte er am 27. Februar 179?den 4 Heldenstatuen zu, welche den Wilhelmsplatzzieren, und übertrug demselben Künstler die Ver-fertigung der Bildsäule Leopolds von Dessau,welche aber erst 1899 vollendet und am 29. No-vember im Lustgarten aufgestellt wurde. Das An-denken seines großen Oheims durch die Kunst zuverherrlichen, hinderte ihn sein frühzeitiger Tod.In Charlottenburg ist der größte Theil der Anla-gen, welche von Pracht zeugen, in Potsdam dasneue Schauspielhaus, mit der Ueberschrift:DemVergnügen der Einwohner gewidmet", sein Werk.Die meiste Sorgsalt hat er jedoch auf seinen Lieb-lingsaufenthalt, den Marmorpalast im neuen Gar-ten am heiligen See, 8 Jahre lang durch den Bau-meister Gonlard verwendet. Als nützliche Denk-male des baulustigen Königs müssen mit Recht auchmehre öffentliche Gebäude in Berlin und anderwärts,die ausgebesserten Festungswerke in Schlesien, West-falen und Preußen, und vor allen die schöne Kunst-straße von Berlin nach Potsdam erwähnt werden.

Von des Königs Kindern starb nur der PrinzLudwig den 28. December 1796 vor ihm. Dieeinzige Tochter von seiner eisten Gemahlinn, welchenach der Trennung in stiller Zurückgezogenheit bisan ihren Tod 1839 zu Stettin lebte, vermähltesich 1791 mit dem Herzog von Vork, dem zweitenSohne Georgs III. von England. Die Kinder derzweiten Gemahlinn (^ 1895) waren, außer demThronerben Friedrich Wilhelm, die PrinzenLudwig, Heinrich und Wilhelm, und 2 Prin-zessinnen. Von diesen wurde die älteste Friede-rike Luise Wilhelmine (1- 1837) am 2.Oktober 1791 mit des Vaters Schwestersohn, demErbprinzen Wilhelm Friedrich von Oranien,nachmaligem König der vereinigten Niederlande, und diejüngsteFriederike Christine Auguste (-!/ 1841)den 13. Februar 1797 mit dem Kurprinzen Wilhelmvon Hessen-Kassel vermählt. Die beiden ältestenPrinzen vermählte der König den 24. und 26. De-cember 1793 mit zwei Schwestern, den Töchterndes Herzogs, später Großherzogs von Meklenburg-Strelitz. Die übrigen Nachkommen sah FriedrichWilhelm bei seinem Hintritt in Kraft und Blü-the und des Hauses Hoffnung durch mehre Enkelbereits gegründet.

Den Umfang des preußischen Staates hatteFriedrich Wilhelm II. um 2299 Geviertmeilenund die Bevölkerung desselben um drittebalb Mil-lionen, das stehende Heer um 25,909 Mann ver-mehrt, so daß Preußen, nach seiner Größe, Volks-menge und Kriegsmacht, allerdings in der Reiheder europäischen Hauptmächte stand; denn es hatteeinen Flächenraum von 5899 Geviertmeilen, zähltegegen 9 Millionen Einwohner und konnte eine Ar-mee von 229,999 Mann in's Feld rücken lassen,aber es hatte dessenungeachtet nicht mehr die innereKraft, noch das äußere Ansehen, wie bei Fried-richs II. Tode, und es bedürfte einer weisen undsichern Regierung, um ihm Beides wieder zu geben.

Nuine Falkenburg.

Unweit Bingen, am linken Rheinufer, in derNähe von Alt- und Neu-Rheinstein, liegt aufeinem kegelförmigen, mit Reben bepflanzten Fel-sen, unter welchem die Straße hinläuft, zwischendem Dorfe Trechtinghausen und der Clemens-Kirche, die schöne Burgruine Falkenburg ode«Reichenstein, wie sie in Urkunden heißt, derengroßartige, wohl erhaltene Trümmer noch sprechendeZeugen ihrer ehemaligen Größe und Stärke sind.Obgleich der Blick des Beschauers, wegen der Krüm-mungen des Rheins, welcher unweit des Sckloß-berges vorbeiströmt, nicht in weite Ferne schweifenkann; so ist die Aussicht von der Burg, sowohlnach dem Rheine hin, als auch nach dem Thaleder Merzenbach, welche vom Hundsrück kommend,unfein der Burg einen Wasserfall bildet und 3 Müh-len treibt, doch ungemein mannichfaltig und reizend.Den Namen Falkenburg, unter welchem sie aufden Landkarten und Panoramen des Rheins genanntwird, führt sie seit dem 14. Jahrhundert bei denBewohnern der Umgegend von dem Mainzer Dom-propst Kuno von Falkenstein, welcher sie län-gere Zeit im Pfandbesitze hatte.

Den alten Burghof schließen die Ueberreste derGebäude und an der Mitternachtsseite eine sehrdicke und hohe Vertheidigungsmauer ein, welche zubeiden Seiten eine 3^ F. hohe Zinnenmauer hat,an deren Ende sich ein Thurm, einst von 2 Stock-werken, als Warte befindet. An der Mitternachts-seite steht auch noch ein wohlerhaltener Thurm.An mehrern Stellen erheben sich zur Vertheidigungder Burg dreifache Mauern. Der Hauptzugangist von Trechtinghausen her, wo einst eine Zugbrückeüber den tiefen Felsengraben führte, worauf mandurch ein langes, noch wohlerhaltenes Thorgewölbein die Burg selbst gelangte. Der Morgenseite ge-genüber und im Inneren der Burg hat der gegen-wärtige Besitzer, Herr von Barfuß, Kastanien-und Nußbäume anpflanzen lassen, welche mit denschönen Weingärten die Anmuth des Ganzen sehrerhöhen. Die Zeit ihrer Erbauung ist unbekannt.Zu Ende des 12. und zu Anfange des 13. Jahr-hunderts gehörte sie der Abtei Corneli-Münsterbei Aachen, und das Geschlecht der Rheinboten zuBingen war von ihr mit der Voigtei daselbst be-lehnt. Da aber der Voigt Gerhard vom Reichen-stein aus die vorüberziehenden und vorbeifahrendenKaufleute überfiel und die wehrlosen Klosterunter-thanen zu Trechtinghausen, Ober- und Niederheim-bach drückte; so nahm ihm der Abt Florenz dieVoigtei und belieh 1214 mit ihr, der Burg undihren Gütern Philipp von Boland, Vicedomim Rheingau, aus einem mächtigen Geschlechte beiAlzei und Mainz. Das Wappen der Herren vonBoland erblickt man noch heute als Zeugen desVesitzthums oben an der westlichen Burgmauer.Sein Sohn Werner lebte fortwährend auf derBurg und nannte sich von ihr Werner von Rei-chenstein. Nach seinemTode folgte ihm sein Bru-der Philipp, welcher sich jedoch von einer Burgim Eifelgebirge von Hohenfels nannte und meistabwesend auf seinen entfernten Gütern lebte. DieBurgmannen auf dem Reichenstein begannen hieraufvon neuem Straßenraub und Bedrückungen derNachbarschaft, weßhalb der 1254 gegen die Raub-