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den sind bemerkenswerth: Die Dom- oder Pfarr-kirche, ein altes, gothisches Gebäude, um 1000 er-bauet; die St. Abalberts-, jetzt Gymnasial-Kirche,auf der Stelle, wo 995 der preußische Heidenlehrerund gnesensche Bischof Ad albert die erste christlicheKirche in Oberschlesien gegründet haben soll; dasmassive Rathhaus mit einem schönen Saale, welcherdann und wann zu theatralischen Vorstellungendient; das neue, treffliche Regierungsgebäudefeit 1833; das alte Residenzschloß der pla-stischen Herzoge, jetzt Domänenamt, ein weitläu-figes Gebäude, merkwürdig als Bollwerk ausder mittelalterlichen Fehdezeit, auf der Oderinsel Pa-sch eke, welche mit ihren Parkanlagen und Garten,Fluren und Wald sehr angenehme Spaziergängedarbietet. -^ Für geselliges Vergnügen und geistigeAnregung bestehen hier die Ressource, die Schützen-gesellschaft, welche auch ein Schießhaus hat, 2 Frei-maurerlogen und 3 Leihbibliotheken. Von Oppelnbis Breslau, fast 12 Meilen, gehen längs der Oder2 Wege, auf dem rechten und linken Ufer.
Oppeln, polnisch Oppolie, eine der äl-testen Städte Schlesiens, war schon zu Anfang des11. Jahrhunderts ein beträchtlicher Ort und von1168 bis 1532 Residenz der plastischen Herzoge;allein häusiger Wechsel der Fürsten, das vorherr-schende polnische Element der Um- und Einwohner,welche daher auch meist polnisch sprechen, und großeUnglücksfälle, durch Brand, Krieg, Pest und Ueber-schwemmungen, hemmten später das gedeihliche Fort-schreiten mit den Hauptstädten Niederschlesiens.Feuersbrünste wütheten oft in ihren Mauern, na-mentlich 1273, 1501, 1615, 1682, 1739, 1757und 1762. Mit fast ganz Schlesien litt Stadt undUmgegend schon 1241 durch den Raubzug der Mon-golen, noch mehr durch den Hussitenkrieg^1420 — 36), obgleich der Herzog Boleslav esmit den Hussiten hielt, und durch den 30jährigenKrieg nicht minder. In dem Letzteren ward auchdie durch den Markgrafen Georg von Branden-burg, Nachfolger des letzten Plasten Johann, seit1532 eingeführte Reformation 1625 wieder unter-drückt und durch die Jesuiten gänzlich verdrängt.Selbst nach der preußischen Besitznahme 1741 muß-ten die Evangelischen, während die Katholiken 8Kirchen inne hatten, ihren Gottesdienst bis 1810,wo die Klöster aufgehoben wurden, auf dem Rath-haussaale halten und kamen erst hierauf in den Be-sitz der Minoriten-Kirche. Seit der Einführungder Städteordnung 1809, noch mehr seit OppelnSitz der k. Regierung im Jahre 1816 gewordenist, hat sich der ganze innere und äußere Zustandder Stadt sehr vortheilhaft geändert: Oppeln istein lebhaftes und heiteres Städtchen geworden, undwird gewiß immer mehr, durch die breslau erEisenbahn, an Lebhaftigkeit des Verkehrs undFreundlichkeit des Ansehens gewinnen. — Hierlebt auch, als Regierungsrath, der Dichter und Schrift-steller Heinrich Wenzel, Verfasser der anmu-thigen „Reisestizzen aus Tirol und dessen Nachbar-schaft" und anderer Schriften.
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2.
Die Abtei Laach,
seit 1820 eine Meierei, am südwestlichen Ufer desvulkanischen laacher Sees, im Eifelgebirge gelegen,ward vom ersten Pfalzgrafen am Rhein, Hein-rich II. von Laach, lothringischem Pfalzgrafen zu Aa-chen, 1093 für Benediktiner gestiftet und mit Dör-fern und Gütern reichlich ausgestattet. Der Stif-ter starb 1095 noch während des Baues und wardin der Kirche beigesetzt, wo sein Grabmal noch zusehen ist. Da Heinrich selbst keine Kinder hatte,so machte er seinen Stiefsohn, Siegfried von Or-lamünde oder Ballenstädt, zu seinem Erben. Die-ser war ein Sohn des Grafen Ad albert von Bal-lenstädt und der Markgräsinn Adelheid von Or-lamünde, welche sich in zweiter Ehe mit Heinrichvon Laach vermählt hatte. Er setzte den Bau seinesStiefvaters fort und eine Gräfinn Hedwig vonAre (Altenahr) auf dem Schlosse Nikenich bei An-dernach, ließ den Chor, die Gruft und einige Thürmebauen. So entstand nach und nach das große Ge-bäude der Abtei, welche mit ihren 6 Thürmen ei-nen überraschenden Anblick gewährte. — In dereinst schönen Kirche, welche 1156 vollendet ward,steht zwischen kostbaren Marmorsäulen das Grab-mal des Stifters, aber von rohen Barbarenhändenleider sehr beschädigt, da es, wie die ganze Kirche,ihrer Wuth Preis gegeben war. Andre mit schö-nem Bildwerke gezierte Grabmäler wurden 1819auf das Schloß Bürresheim bei Mayen gebracht.
Die Abtei Laach war besonders durch ihre Gast-fteundlichkeit berühmt. Ein eigner prächtiger Flü-gel des Hauptgebäudes war zur Aufnahme fürFremde eingerichtet, die hier verweilen konnten, solange es ihnen gefiel. In einem anderen Flügelwurden die Armen und Kranken gepflegt. DieWohnungen der Geistlichen, deren 40 — 50 in denletzten Zeiten hier lebten, waren geräumig und mitallen Bequemlichkeiten versehen. Sie hatten eineansehnliche Bibliothek und eine bedeutende Gemäl-desammlung; aber dieses Alles haben die Stürme derfranzösischen Revolution theils zerstreuet, theils vernich-tet. Die ganze Abtei ward hieraus, mit ihren schönenWaldungen und vielen Ländereien, verpachtet. Seit-dem geriethen die Gebäude nicht nur in Verfall,sondern waren selbst der Zerstörung Preis gegeben.Im Jahre 1820 hat der Regierungs-Präsident vonDelius das Ganze, mit Ausnahme der Waldun-gen, für 24,900 Thlr. gekaust und darauf die Ge-bäude in eine Meierei verwandeln lassen. MehreNebengebäude wurden abgebrochen, die Speisesälein Viehställe, die Hauptküche in eine Brennereiumgestaltet. Nur die verlassene Kirche, eines derschönsten Meisterwerke byzantinischer Architektur, mit2 Kuppeln, 4 Thürmen und 2 Chören, durchausvon Tufsteinen erbauet, noch königliches Eigen-thum, ist wenigstens in der neuesten Zeit vor demgänzlichen Verfall gesichert worden.
Hierzu als Beilagen:1) Friedrich Wilhelm II. 2) Oppeln. 3) Abtei Laach.
Verl»g von Eduard Pietzsch u. Comp, in Dresden.
Druck von B. G, Teubner in Dresden.