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3 (1842)
Entstehung
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Friedrich der Sanftmüthige sein Beilagermit der Prinzessinn Margaretha von Oestreich;hier machte Friedrich der Weise, der auch hier1463 geboren war, als er nach Palastina wallfah-ren wollte, 1493 sein Testament; hier feierte Jo-hann der Beständige, noch als Herzog, den1. März 1500, seine erste Vermählung mit der Prin-zessinn Sophia (5 1503 daselbst), Tochter des Her-zog« Magnus von Meklenburg, bei welcher derErzbischof Ernst von Magdeburg die Trauung ver-richtete, und die fürstlichen und andern Gäste sozahlreich waren, daß täglich eine Woche hindurch11,0NU Personen bewirthet und 700N Pferde ge-füttert wurden, und am 13. Nov. 1513 seine zweiteVermählung mit Margaretha von Anhalt; hierward 1503 Johann Friedrich der Großmü-thige geboren und unter Spalatins und Eröß-ners Leitung erzogen; hier hielt am 8. Sep-tember 1526 eben derselbe, noch als Herzog, seinBeilager mit der Prinzessinn Sibylla von-lich, Johanns III. des Friedsamen Tochter,wo Luther als Deputirter der Universität Witten-berg erschien und mit den Herzogen Ernst vonLüneburg und Heinrich von Meklenburg ein in-teressantes Gespräch über die damalige Zechlusthielt; hier ward 1526 das erste Schutzbünd-niß zwischen Kursachsen und Hessen geschlossen, wel-chem dann zu Magdeburg noch andere protestantischeFürsten beitraten, nachdem geistliche und weltlicheFürsten der katholischen Kirche 1525 zu Dessau sichüber die Unterdrückung der Protestanten berathenhatten; hier verfaßte 1530 Luther (der sehrhäusig zur Berathung vom Hofe nach Torgau ge-rufen wurde, überhaupt über 40mal da war undnamentlich 1525 auch hierher flüchtete, als ihmein von polnischen Bischöfen gedungner Meuchelmör-der in Wittenberg nach dem Leben stellte) mit Me-lanchthon u. A. die bekannten torgauer Ar-tikel als Grundlage der augsburgischen Konfes-sion; ^_ hier gab Johann der Beständige am16. Aug. 1534 Luther« das Privilegium zum er-sten deutschen Bibeldruck; hier traueteLuther d. 27. Febr. 1536 den Herzog Philippvon Pommern mit der Prinzessinn Maria, desKurfürsten Schwester; hier vermählte sich 1548Herzog August, der nachmalige Kurfürst, mit derPrinzessinn Anna von Dänemark, wobei der FürstGeorg von Anhalt die Hochzeitpredigt hielt;hier nahm 155253, wo ein Erdbeben die Stadterschütterte, die Universität Wittenberg ihren Sitz,während dort die Pest herrschte; hier starb den6. Juni 1561 Katharina von Meklenburg,Wittwe Heinrichs des Frommen; hierhielt Kurfürst August 1574 den merkwürdigenLandtag, auf welchem er den leipziger und witten-berger Professoren die bekannten, gegen den Calvi-nismus abgefaßten Artikel zur Unterschrift unterden härtesten Drohungen vorlegen ließ; hierward 1576, gleichfalls auf Augusts Befehl, aufeinem Konvent von 18 in - und ausländischen Theo-logen, das sogenannte torgauische Buch, dieKontordienformel, gegen den Kryptocalvinismusabgefaßt, welche dem Kurfürsten über 80,000 Thlr.kostete, 157? im Kloster Bergen bei Magdeburg be-stätigt, 1579 zu Torgau von mehr als 8000 Geist-lichen unterschrieben und bekannt gemacht, endlich1580 zu Dresden gedruckt wurde; hier residirte,

nach Augusts Tobe 1586, zehn Jahre hindurch,der Herzog Friedlich Wilhelm von Weimar alsAdministrator von Kursachsen; hier setzte manauf dem Landtage von 1592 den Religionseid fest,welchen bei der nächsten allgemeinen Kirchenvisita-tion alle Geistliche und Schulmeister ablegen muß-ten, wenn sie nicht für Ealvinisten gelten wollten;hier vermählte sich 1607 Georg I. mit seiner zwei-ten Gemahlinn Magdalena Sibylla von Bran-denburg, vom D. Leyser getrauet; hier ward1622 von Georg I. auf dem Landtage die ersteProzeßordnung bekannt gemacht, welche manals Manuscript in den hinterlassenen Papieren desKanzlers Pistoris gesunden hatte; hier end-lich geschah am 1. und 2. April 1627 das Bei-lager der ältesten Tochter Georgs I-, SophiaEleonora, mit dem Landgrafen Georg vonHessen-Darmstadt, in Gegenwart von 23 kurfürstli-chen und fürstlichen Personen, so wie vieler Grafen,Ritter und Herren, wobei v. Hoe von Hoeneggdie Traurede hielt.

Dieß waren aber die letzten glänzenden und glückli-chen Tage Torgaus, dessen Wohlstand und Glanz nunauch der 30jährige Krieg vernichtete; denn schon1628 wurden auf dem Landtage seinetwegen derStadt 91,316^ Steuerschocke auferlegt, welche dieBürger kaum erschwingen konnten, und von 1631an bis 1637, wo die Schweden unter Banner25 Wochen die Stadt plagten, war sie selten ohneTruppen. Banner nahm sie den 5. Jan. 163?ein, steckte beim Rückzüge den 18. Juli die Brückein Brand, und erpreßte noch 46,300 Thlr., nach-dem die Verpflegung von 2 Regimentern nebst Ge-neral-Stäbe manchem Hausbesitzer 20100 Thlr.wöchentlich gekostet und die Stadt außerdem über 2000Faß Bier geliefert hatte. Zwei Drittel der Häu-ser waren sehr beschädigt, die Vorstädte meistens ab-getragen, und doch mußte die Stadt 1639, nachder großen Theuerung des vorigen Jahres, das schlei-nitzische Regiment 14 Tage unterhalten, den Rö-merzug erlegen, dem schwedischen Obersten Wrän-ge l 4000 Thlr Brandschatzung geben, und vielAuslösung nebst andern schweren Lasten tragen, dasie kaum noch den dritten Theil der Bürgerschafthatte; denn nächst dem Kriege hatten Krankheitenüber 4000 Menschen weggerafft. Daher konntesie wohl mit Recht auf dem Landtage von 1640ihren Schaden auf 400,000 Thlr. berechnen, in-dem die halbe Stadt nebst den Vorstädten fast ganzzerstört oder verödet lag. Nach dem verheerendenKriege drückten die Stadt jene schweren Steuerschockenoch bis 1702, wo sie aus 29,113 ermäßigt wur-den, und 1680 wütheten auch wieder pestartigeKrankheiten in derselben. Die von den Schwedenzerstörte Brücke ließ Georg II. auch erst von1661 66, mit einem Aufwande von 25,000 Thlr.(ohne das Holz), wieder herstellen. Nichts desto we-niger stürzte sie durch den Eisgang 1670 fast ganzein, ward jedoch 1674 wieder gebauet. Auch dasSchloß war im Kriege so sehr beschädigt worden,daß die Wiederherstellung von 1654 74 dauerte.Georg II. sparte übrigens nichts, demselben sei-nen alten Glanz wieder zu geben, und verwendetedeßhalb große Summen darauf. Die Kapelle be-schenkte er unter Anderem mit einem Altar von Ala-baster und mit vielen Gemälden der dresdner Hos-kirche. Unter seinen Nachfolgern aber, welche nur