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3 (1842)
Entstehung
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die Anhöhen von Süptitz, Trossin und Lan-genreichenbach mit ihren Weinbergen. Au-ßer einer Menge Schiffmühlen an der Elbe, giebtes auch Waffer- und Windmühlen. Nur eine Meilevon Torgau liegen die Städtchen Schilda, woGneisenau 1760 geboren ward, Velgern, woman noch eine Rolands- oder Rügelandssäulesiehet, und Dommitsch, wo seit 1223 eine Kom-thurei des deutschen Ordens von der Ballei Sachsenbestand, während Wittenberg auch nur 4 Meilen,Leipzig 6 M., Dresden 8 M. und BerlinIttz M. entfernt ist.

Torgau, unbekannten, sorbischen Ursprungs,in alten Urkunden, wo es schon 973, Thurgowegenannt, vorkommt, heißt unstreitig so viel als T h o r s-gau, d. i. Gottesaue, Gotteshain, wo wahrschein-lich schon die Germanen ihren Donnergott Thorverehrt hatten, ehe noch die Sorben in diese Gegendkamen. Durch seine Lage an der Elbe eignete essich zu einem guten Markt- und Handelsplatze, wie-wohl Velgern vor seinem Untergange durch dieUngarn, welche auch Torgau zerstörten, bei weitembedeutender war. Seit der Gründung der Mark Mei-ßen war der Ort eine Burgwart, auf welcher zumSchutze der Gegend anfangs kaiserliche, dann fürst-liche Gränzgrafen wohnten, welche sich davon Gra-fen oder Herren von Torgau nannten und bis gegendie Mitte des 14. Jahrh, vorkommen. An ihre Stelletraten dann die Amtshauptleute. Noch als Dorf,aber schon als Handelsplatz, wird Torgau 1119erwähnt. Schon damals war es mit der Burg glei-ches Namens der Hauptort einer Herrschaft, welche1136, nach dem Tode seines Vetters Wilhelmvon Lamburg, mit Brenn und Camburg an denMarkgrafen Konrad den Großen von Wettin ge-langte. Um 1210 ward hier ein Nonnenkloster ge-stiftet, welches 1250 nach Grimma und von da nachNimbschen verlegt wurde, aber immer noch einigesBesitzthum in Torgau behielt und auch das Patro-nat über die dasige Pfarrkirche bis zur Reformationhatte. Im Kriege der Markgrafen Friedrich desGebissenen und Diezmann gegen ihren VaterAlbrecht und die Kaiser Adolf von Nassau undAlbrecht von Habsburg (1292 1308) litt derOrt mit der Umgegend viel. Erst 1305 erhielter die Privilegien einer Stadt, jedoch ohne Civil-und Kriminalgerichtsbarkeit, und ward mit Grabenund Wällen umgeben. Im Jahre 1360 ward hierein Franziskanerkloster errichtet. Das erste Statutgab der Stadt 1373 Markgraf Wilhelm I,, und dieOber- und Erbgerichte 1379 Dietrich von Torgau,Heu zu Pichen. Schon damals war Torgau oft dieResidenz der Markgrafen, besonders Wi lhelms I, desEinäugigen (-j- 1407), weßhalb sich auch viele Ritterdort niederließen. Dieser Umstand und die Schifffahrt,so wie die große Heerstraße über die Elbe, machten Tor-gau bald zu einer Stadt von Bedeutung. Schondamals stand in der Fischaue eine hölzerne Brücke,welche man aber, nachdem sie 1342 und 1343 durchden Eisgang sehr beschädigt worden war, hieraus dortabbrach und vor dem nachmaligen Harte nfels, wosie noch jetzt steht, zum Theil aus Stein erbaute.Unterhalb der Brücke stand die Annenkapelle fürdie Fischer, Schiffer und die durch Wassersnoth Lei-denden. Tapfer vertheidigte sich die ziemlich befestigteStadt gegen die Angriffe der Hussiten 1429 und1430, so daß diese sich mit Einäscherung der Vor-

städte begnügen und unvercichteter Sache abziehenmußten. Dagegen litt sie viel im Bruderkriege(14451450) durch Raub und Brand der Böh-men, welche 1446 das Kloster und die halbe Stadtin Asche legten, nachdem erst 1442 das Feuer inihren Mauern gewüthet hatte. Im 14. und 15.Jahrh, erbauete man die Nikolai- (1379) undGeistkiiche(1454), dieFranziskaner-Kloster-kirche (1484), das Georgenhospital ganz neu,führte noch andere öffentliche Gebäude auf und machtenoch verschiedene milde Stiftungen. Der starke Ver-kehr hatte auch Juden herbeigelockt und diese hattenihre Synagoge vor dem Hospitalthore; sie wurdenaber schon von Friedlich dem Sanftmüthigen(14281464), auf Verlangen seiner GemahlinnMargarethe von Oestreich, aus Torgau vertrieben.

Zum Brückenbau ertheilten die Päpste Inno-cenz VIII. 1490 und Julius II. 1512 noch But-te ib riefe; daher man scherzhaft sagte, die Brückesei aus der torgauer Butterbüchse, zu welcher man20 Jahre gesammelt hatte, erbauet worden.

Im 15. Jahrh, stieg Torgaus Wohlstand im»mer höher, indem es die Landesherren noch mit ver-schiedenen Privilegien beschenkten. Die städtischenBehörden, außer denen es noch fürstliche Amtshaupt-leute, Schöffer und Amtleute gab, bestanden damalsaus dem Rathe und den Stadtgerichten, und derMagistrat war schon so wohlhabend, daß er vielbauen und Grundstücke kaufen konnte. Wichtig wares auch für die Stadt, daß Herzog Albert hierHof zu halten beschloß, und deßhalb neben der al-ten Burg Thurgowe, welche schon eine Kapellehatte, 1481 das Schloß Harte nfels zu erbauenanfing. Sein Aufenthalt dauerte aber nur von1480 1485, wo die Theilung des Landes erfolgte.Zwar verzehrte 1482 abermals ein heftiger Brandden größten Theil der Stadt, allein sie ging, wievormals, schöner und dauerhafter aus dem Aschen-haufen hervor. Bei der Landestheilung blieb Tor-gau dem Kurhause, und Friedrich der Weisegründete 1493, wenige Tage vor seiner Wallfahrt nachPalästina, die prächtige Kreuzkapelle mit einemgroßen Aufwande und beschenkte sie, nach seiner glück-lichen Rückkehr, mit einer Nachbildung des heiligenGrabes, welches zahlreiche Wallfahrten veranlaßte.Die Stadt selbst, wiewohl mit vielen großen Gebäudenund hohen Thürmen (damals 6 Kirchen) versehen,war dabei dock noch so ländlich, daß in den unge-pflasterten Gaffen Gras wuchs und man noch 1491auf dem Markte pflügte und säete. Friedrichder Großmüthige verband (15331544) dasalbertinische Schloß mit der alten Burg durch einHauptgebäude mit einer Freitreppe und einem 100Ellen langen Saale ohne Pfeiler, aus welchem einekünstliche Wendeltreppe in's 2. Stockwerk führte.Diese hatte inwendig eine hohle, schneckenförmigeSpindel, so daß man von oben senkreckt hinuntersehen und einen Ball auf den Boden werfen konnte,ohne daß er eine Stufe berührte. Auch bauete die-ser Kurfürst, welcher sich gern in Torgau aufhielt,große Ställe nebst andern zur Hofhaltung gehörigenGebäuden, so wie die Schloßkapelle, welche ermit schöner Vildhauerarbeit und mehren Gemäldenvon LucasCranach schmückte und durch Luther nselbst 1544 einweihen ließ. Alberts Schloß ver-änderte er fast gänzlich: verschönern ließ er es inner-lich mit neuem Hausgeräth, äußerlich mit Freitrep-