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melskugel, mit der andern die Handschrift seinesWerkes haltend, darstellt, von Thorwal dsen mo-dellirt, und von Gregoire in Bronze gegossen,ward auf Kosten der königl. Akademie der Wissenschaf-ten vor dem Palais derselben 1829 aufgerichtet. Daskrakauer Denkmal, ein schwarzmacmornes Postumentmit einem Sarkophage, worauf Urania steht, einenKranz haltend, die eherne Büste des Copernicusauf einer Säule, neben ihr der Himmelsglobus u,zu bekränzen, ließ der Graf Sierakowski in derSt. Annenkicche zu Krakau, mit der biblischen In-schrift: „8t<l «ol, NL moveare!" 1822 setzen. Neuer-dings wollte ihm auch die Stadt Thorn, mit Hilfevon allgemeinen Beitragen, ein Denkmal errichten;allein bis jetzt sind erst 200!) Thaler zusammenge-kommen.
Diese Huldigungen verdient aber Copernicusnicht blos als großer Astronom, sondern auch alsedler Mensch, dessen ganzer Charakter wahre Hu-manität war, wie selbst aus den dürftigen Nach-lichten von seinem Leben genügend hervorgeht. Stetsund überall zeigte er sich als einen Mann von auf-geklärtem, vorurtheilsfreiem Geiste, von rechtschaff-nem und festem Charakter und von freundlichem,wohlwollendem Gemüthe gegen alle Menschen, undverband damit eine eben so ernste und wahrhaftphilosophische Ansicht vom Leben als unerschütterlichenMuth, hohe Bescheidenheit und kluge Vorsicht. Eswar dieß das Resultat seiner vielseitigen Bildungund richtigen Lebensansicht. Daher war er auchals ein geistreicher, aufgeklärter Mann in Rücksichtder kirchlichen Irrthümer schon mit sich selbst imReinen, und hielt es aus diesem Grunde, da erden Geist des Christenthums von den Satzungen undZeremonien der Kirche wohl unterschied, nicht fürnöthig, sich von der alten Kirche loszusagen, welcheihm als Domherrn Muße und Mittel gewährte, sei-nen hochwichtigen Lieblingsstudien ungestört obzulie-gen. Wie wenig er aber der Reformation abge-neigt war, bewies er durch die wohlwollende Auf-nahme des lutherischen Rhäticus. — Seelenruhe,tiefes Nachdenken und edle Würde ist der Ausdruckseines Gesichts, wie es auf dem vorhandenen Bild-nisse desselben erscheint. Einen Beweis seiner ver-trauten Bekanntschaft mit dem klassischen Alterthumehat Copernicus durch seine Uebersetzung von„l'Neonii) lacti «cliolaztici Hiinncati e^ilitolae inorale»,iulgle8 et amatoi-iÄe" aus dem Griechischen in's La-teinische gegeben.
Zu den ersten Vertheidigern des copernika-nischen Systems gehörten E. Reinhold und M.Möstlin, Keplers großer Lehrer, die späterenWerbesserei desselben warenKepler, Galilei, Gas-sen di, Newton u. A. Selbst der Däne Tychode Brahe, ob er gleich zu dem alten Irrthum vonder Bewegung der Sonne wieder zurückkehrte, er-kannte doch das Verdienst des Copernicus an,schickte 1584 seinen Schüler Olaus nach Frauen-burg, um die Lage des copernikanischen Beobachtungs-ortes genauer zu bestimmen und feierte sein Anden-ken in lateinischen Versen.
Sonderbar genug, daß erst 1616 Paul V.den Bann über das copernicanische System aussprach,und die heilige Inquisition in Rom 1642 dieseswahre System des römisch katholischen DomherrnCopernicus abermals verdammte, während sie dasfalsche des evangelischen Ketzers Tycho de Brahe
als das richtige anerkannte, ja den großen Astrono-men Galilei nöthigte, das copernicanische Systemals eine Ungereimtheit in der Philosophie und als eineGotteslästerung in der Theologie feierlich abzuschwören,wenn er nicht sein Leben im Kerker endigen wollte! —Erst 1821 widerrief Pins VII. das Verdammungs-urtheil, nichts desto weniger trug man es noch nachherin den Schulen Roms als zweifelhaft vor.
Copernicus bat seiner würdige Biographenin Gassendi (l652), Lichtenberg (1816) undWestphal (1822) gefunden, und sein Verhältnißzum Alterthume ist 1816 von Idelei ausführlichgewürdigt worden.
T o r g a u,
Kreisstadt und Festung 1. Klasse im Regierungs-bezirk Meiseburg der Provinz (Herzogthum) Sach-sen, liegt 284 F. über der Nordsee, dicht am lin-ken Ufer der Elbe, über welche eine zum Theil be-deckte, durch eine Brückenschanze geschützte Brückeführt, welche auf 4 steinernen und 3 hölzernenPfeilern ruhet, 428 Ellen lang und theils 8, theils16 Ellen breit ist, und für die vorüberfahrendenSchiffe einen Aufzug hat, ist der Sitz eines Land-gerichts 1. Klasse, eines Landrathamtes, einer Su-perintendentur, eines Rentamtes und einer Kom-mandantur, mit einer angemessenen Besatzung, undzählt in ungefähr 578 Häusern 6666 Einwohner,welche sich von Tuch - und Wollenzeugfabrikation,Bierbrauerei, Gerberei, Schifffahrt, Schiffbau, Fi-scherei und Handel mit Getreide, Holz, Garn ?c.nähren. Dazu kommen noch 3 Jahr- und 2 Roß-und Viehmärkte mit dem Verkehr an den Straßenvon Leipzig nach der Niederlausitz, Frankfurt a. d. O. lc.und von Dresden über Großenhain nach Wittenberg.Die Stadt hat 4 stark befestigte Thore, 3 Kirchen,1 Gymnasium, 1 höhere Bürgerschule seit 1834 ineinem neuen Gebäude, 1 Waisen- und Armenhaus,1 Hospital, 1 Sparkasse und 1 großes Schloß, wel-ches auf einem Felsen liegt, daher Hartenfelsgenannt, und jetzt als Citadelle und Kaserne dient.Die Außenweike der Festung bestehen aus den FortsZinna und Mahla. — Die Haupt- oder St. Ma-rienkirche, im 15. Jahrh, von Grund aus neuerbaut, hat einen 69 Ellen hohen Thurm und zeich-net sich auch sonst durch Umfang und Größe aus.In derselben predigte Luther oft vor dem kurfürst-lichen Hofe; auch liegt hier seine Wittwe Katha-rina von Vorn begraben, welche bei einer Seucheaus Wittenberg flüchtete und hier am 26, Dez. 1552,da sie beim Scheuwerden der Pferde aus dem Wa-gen gesprungen war, mehr an den Folgen des Schre-ckes als des Falles, 76 Jahre alt starb. Auch be-sitzt sie, wie die Klosterkirche, Gemälde von LucasCranach. Auf dem Kirchhofe derselben liegt der be-kannte Klaus Narr (-j-1536) begraben, welcher Hof-narr bei dem Kurfürsten Ernst, dem Herzoge Albert,dem Erzbischof Ernst von Magdeburg, den Kurfür-sten Friedrich dem Weisen und Iobann demBeständigen war, und Sprüche, Historien :c.hinterließ, welche vielmals gedruckt wurden. — DieUmgegend der Stadt ist im Ganzen stach und san-dig, zum Theil morastig und von vielen fischreichenTeichen durchschnitten. Die Stadt selbst liegt aufeiner sanft ansteigenden Anhöhe, und bekannt sind