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nefeld, Fallrum, Römerfelb, Kohlenstadt und Todten,gründ, sowie viele Grabhügel, an das große Er-eigniß erinnern; wo gegenwärtig, unweit Detmold,dem tapfern Befreier durch den Bildhauer non Bän-del ein kolossales Standbild von allgemeinen Bei-tragen errichtet wird; wo Karl der Große dieweit und breit verehrte Irmensul der Sachsen772 zerstörte und den tapfern Wittekind 783 be-siegte. Ferner sind in derNähe die Eggester- oderErtersteine an der Egge, einst ein Wallfahrts-ort der Abtei Abdinghof, welcher diese Steine von1093 bis zur Reformation gehörten; das dri bur-ger Bad, Pyrmont, der Bullerborn :c. DiePaderborner selbst besuchen hausig, außer den Kaffee-Gärten bei der Stadt, die 1 Stunde entferntenOerter Wewer, Neuhaus, Elsen, wo einst dasrömische Kastell Aliso stand, Marienloh unddie Talle, eine Meierei an der Lippe, wo des jetztregierenden Königs Majestät, 1836 am 22. Sept,,mit mehrein Prinzen des königl. Hauses, ein ländli-ches Mittagsmahl einnahm.
Paderborns Ursprung verliert sich in die er-sten Jahrhunderte des Mittelalters. Als Karl derGroße 772 seinen 30jahrigen Krieg mit den Sach-sen begann, fand er schon den Ort Pa tal brun-non (beim Thalbrunnen), wo er sich später oft auf-hielt, und 777 die Großen seines Reichs zu einemglanzvollen Reichstag um sich versammelte, auf wel-chem er die Unterwerfung vieler sächsischen Stämmeannahm und die arabischen Emire von Saragossaund Hueska, Ibn-al-Arabi und sein Sohn I u s-uf erschienen, seinen Beistand gegen den neuenKalifen, den Ommajaden Abdorrahman von Cor-dova suchend. Nicht weniger glanzend war 799 diefeierliche Einweihung der neuen Stiftskirche durchPapst Leo III. in Gegenwart Karls, deren ErbauerHathumar der erste Bischof von Paderborn (795bis 815) war. Darauf erbauete Graf Gerold, desKaisers Schwager, in deren Nähe die Geroldska-pelle, an welcher der kunstliebende Bischof Mein-werk um 1020, nachdem im Jahre 1000 die Stadtmit dem Dome ein Raub der Flammen gewordenwar, die Bartholomäuskapelle durch griechische Bau-leute aufführen ließ. Auch die alte busdorfer Pfarrkirche,ehemals ein Stift für Weltgeistliche, war sein Werk,und zwar nach dem Muster der Kirche zum heiligenGrabe in Jerusalem, nach deren Zeichnung er denAbt Wino von Helmershausen dahin schickte. Un-ter ihm war Paderborn gewissermaßen ein Sitz derzeichnenden Künste. Denn selbst in Italien ward,in keiner Dom- oder Klosterschule, die Malerei, dieBildhauerei und die Baukunst mit solchem Eiferbetrieben als damals zu Paderborn, in den Jahren1010—36. — Im Jahre 1133 am 27. Juni ver-zehrte nochmals eine schreckliche Feuersbrunst denDom mit dem größten Theile der Stadt. — Nochist aus dem Mittelalter die Sage von dem Fege-feuer des westfälischen Adels im Lutterbergebei Paderborn, 1430 durch einen dortigen Schnei-der aufgebracht, beiläufig zu erwähnen. —- Die übrigenSchicksale der Stadt durch Krieg gleichen denen des gan-zen Landes; namentlich litt sie viel im dreißigjäh-rigen Kriege, wo 1622 der wilde Herzog Christianvon Braunschweig den silbernen Sarg des heil. Li-borius, des Schutzpatrons von Paderborn, mitvielen goldnen und silbernen Kirchengeräthen raubte,und daraus Thaler mit der Aufschrift: „Gottes
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Freund, der Pfaffen Feind" schlagen ließ.Der Oberstatthalter Westphal und seine Gemah-linn Elisabeth von Loe schenkten aber 1627 dennoch vorhandenen neuen Sarg.
Das Hochstift Paderborn, 4nM. groß, mitungefähr 100,000 Einwohnern, geborte, bis zumUntergange des deutschen Reiches 1806, zum nie-derrheinisch westfälischen Kreise, und der Bischofnahm unter den westfälischen Kreisständen die ersteStelle ein. Seine Kammereinkünfte betrugen nahean 100,000 Thaler, die Landeseinkünfte über 82,000Thlr. Zu den Landständen gehörten, außer demadligen Domkapitel, die ebenbürtige Ritterschaft unddie Städte. Nach dem lüneviller Frieden kam dasBisthum 1802 als Entschädigung an Preußen, wurdeaber im tilsiter Frieden 180? an Napoleon ab-getreten, welcher es dem Königreiche Westfalen ein-verleibte, wo es zum Departement Fulda gehörte.Unter dieser Fremdherrschaft ward das Domkapitelaufgehoben und erst 1823 vom König FriedrichWilhelm III. huldreich wieder hergestellt. Seit derabermaligen preußischen Besitznahme hat die Stadtan Bevölkerung, Größe und Wohlstand sichtbar zu-genommen. — Paderborn ist auch der Geburtsortder berühmten Schauspielerinn Schröder, welchehier 1781 als die Tochter des Schauspielers Bürgergeboren ward.
Friedrich der Zweite, der Große,
König von Preußen.(Beschluß.)
Die Russen unterCzernitschew waren inzwi-schen in die Mark eingefallen, welche sie brandschatztenund verheerten; ein kleines Eorps war sogar in Ber-lin eingerückt. Bald erscholl indeß die Nachricht,daß Friedrich im Anmarsch sei, und sie verließenin Hast diese Residenz. Der Feldmarschall Dannhatte inzwischen bei Torgau ein festes Lager be-zogen. Dem König lag Alles daran, den Gegnerzu einer Hauptschlacht zu zwingen; denn nur diesekonnte ihn reuen, da seine Lage höchst mißlich unddie Armee durch die großen Anstrengungen überausgeschwächt war. Durch einen geschickten Marschbrachte es Friedrich dahin, daß er am 3. Nov.,Nachmittags 2 Uhr, der östreichischen Armee un-mittelbar im Rücken stand. Als der General Zie-len ankam, sagte der König zu ihm: „Entwe-der ich siege, oder — ich emigrire; denn meineLage ist höchst mißlich."— „Sire," sagte der alteDegen, indem er den König ernst ansah, „Siemuffen nicht an der Hilfe Gottes zweifeln." — DerAnfang der Schlacht war höchst unglücklich. BisAbends 7 Uhr wurden die Preußen, trotz des hef-tigsten Widerstandes, auf allen Punkten geschlagen,aber dann wandte sich das Kriegsglück. Die sip-titzer Höhen, der Schlüssel zu der östreichischenStellung, wurde von dem zietenschen Eorps ange-griffen und weggenommen; dieser Umstand entschieddie Schlacht zum Vortheile der Preußen. DieserTag kostete den Oestreichern 14 Generale und 20,000Minn; den Verlust der Preußen konnte man auf12,000 Mann rechnen.
In dieser Schlacht war es auch, wo der Oberste,Graf von Anhalt, den Feind mit Entschlossenheit an-griff und dabei getödtet wurde. Als man dem Kö-nige, welcher diesen braven Offizier liebte und schätzte,