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3 (1842)
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86
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einen Streifschuß, den ein goldenes Etui, das dieKugel getroffen, unwirksamer gemacht, erhalten.Hier verblutete auch der tapfere Major von Kleist,der Sänger desFrühlings."

Friedlich schlief die Nacht nach der Schlacht,angekleidet auf Stroh, in dem Dorfe Oetscher in einerdurch die Kosaken zerstörten, allen Winden offenenBauernhütte, so ruhig, als ob er sich in völligerSicherheit befände. Um ihn her lagen seine Adju-tanten auf der blosen Erde, und nur einige Grena-diere bewachten diese interessante Gruppe. Hier, wieüberall, in und nach großen Gefahren, zeigte sichdie Größe seines Heldengeistes in dem glänzendstenLichte.

Zu Anfang Novembers marschirte der Königmit dem Heere nach Sachsen, um Dann nach Böh-men zurückzuwerfen, und sich Dresdens zu bemäch-tigen. Er detaschirte den General Fink mit 12,999Mann, um sich der Stellung bei Maxen zu be-mächtigen. Der feindliche General merkte diesenPlan, er umzingelte das Eorps, und Fink wardgenöthigt, die Waffen zu strecken. Die Strafe derAnführer, welche kapitulirt hatten, bestand darin,daß sie der König später auf die Festung schickte.Auch das folgende Jahr schien für die Preußennickt viel glücklicher. Das Eorps des Generals Fou-quet ward am 23. Juni bei Landshut inSchlesien von Laudon geschlagen, Fouquet selbstverwundet und gefangen genommen. Im MonatAugust lächelte indessen das Kriegsglück dem gro-ßen Könige wieder. Die bei Liegnitz im Lager ste-henden Oestreicher hatten siegesfreudig geäußert!derSack sei bereits offen, in welchen man den Königvon Preußen nebst seinem Häuflein einfangen werde."Friedrich erzählte dieß seinen Offizieren an der Tafelund setzte lächelnd hinzu:er denke in den Sack einLoch zu machen, welches die Oesterreicher in ihremganzen Leben nicht würden zuflicken können." DieBehauptung des Königs schien bald in Erfüllungzu gehen. Die Lagerstellung Friedrichs ähneltegewissermaßen der bei Hochkirch, und seine Gegnerbeabsichtigten, wie dort, einen Ueberfall. Da derKönig bei Zeiten davon Nachricht bekommen hatte,so veränderte er plötzlich seine Stellung; dieß ver-wirrte die Plane der Gegner, und als sie ihn am15. August früh um drei Uhr angriffen, so fandensie ihn dergestalt vorbereitet, daß sie, vermöge desvon ibm meisterhaft ausgeführten Flankenmarsches,bereits nach zwei Stunden total geschlagen waren.Diese Schlacht kostete den Oestreichern über 19,999Mann.

(Beschluß folgt.)

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gut gebauete Kreishauptstadt und Festung 1. Klasseim Regierungsbezirk Oppeln, am Einfluß der Bielain die Neisse, 574 F. über der Ostsee, in einersumpfigen Gegend, welche durch Schleußen unterWasser gesetzt werden kann, zählt in ungefäbr 699Häusern, mit Inbegriff der Besatzung, über 11,999Einwohner, Katkoliken, Evangelische und Juden,und begreift folgende Theile: 1) die eigentliche Stadt,welche am rechten Ufer der Neisse liegt, von derBiela in 3Armen um- und durchflossen wird, mitvortrefflichen Wassergräben, Mauern und Festungs-

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werken umgeben und mit 3 Hauptthoren und 1 Ne-benthore versehen ist; 2) die Friedrichsstadt, welchelinks an der Neisse auf der Stelle der 1741 beider Belagerung zerstörten Vorstadt, von Friedrich II.erbauet und nach ihm benannt worden ist; und 3)das Fort Preußen, am nordwestlichen Ende derFriedrichsstadt, 1743 angelegt, und eine kasemattirteBatterie, welche mit der Festung verbunden sind,und die Höhe jenseits der Neisse beherrschen; sie machenden stärksten Theil der Festung aus, deren weit-läusige Werke in neuester Zeit noch durch die SchanzeScharn horst vermehrt worden sind. Zur Festunggehören außerdem 8 Magazine, 7 Kasernen, dieKasematten, 1 Artillerieweckstätte, 1 Lazareth, 1 großeGewehrfabrik und 1 Pulvermühle.

Neisse ist der Sitz 1 Landrathamtes, 1 Kom-mandantur, 1 Fürstenthumsgerichts, 1 fürstbischöflichenOberhospitalkommission, 1 Hauptsteuer- und Zoll-Amtes, 1 Fürstenthumslandschaft, 1 Postoirektion,1 Inquisitoriats, 1 Superintendentur :c. Die Ein-wohner nähren sich von Handwerken aller Art, Gar-tenbau, Tuch- und Leinweberei, Branntweinbrenne-rei, Bier- und Essigbrauerei, und treiben einen star-ken Garn-, Leinwand- und Getreidehandel. Eswerden Wochen-, Garn- und 2 Woll- und Jahr-märkte gekalten. Auch zwei Buchdruckereien und 3Leihbibliotheken giebt es hier. Unterrichts- und Wohl-thätigkeitsanstalten sind: 1 katholisches Gymnasiummit 12 Schüler-Stipendien und Konvikt St. Annafür IN im Hause, sonst Jesuiten-Kollegium, 2 Bi-bliotheken und schönen Sammlungen von Natura-lien, mathematischen und physikalischen Instrumen-ten; 1 katholische und 1 evangelische höhere Bürger-schule; 3 Elementarschulen; 1 Gewerbschule; 1 An-stalt für 36 arme Knaben, Menoikantenhospital ge-nannt, weil sie bis 1823, wo das Institut ver-bessert und bereichert wurde, nur Kleidung und Un-terricht erhielten, den Unterhalt aber erbetteln muß«ten; 1 Priesterhaus für arme, alte katholische Geist-liche aus dem breslauer Sprengel, gestiftet 1652und 1672 durch die Fürstbischöfe Karl Ferdinandund Sebastian von Rohstock, 1812 neu fundirtund in das Kapuzinerkloster verlegt; 2 Hospitäler zuSt, Joseph für Alte und Kinder und zur heiligenDreifaltigkeit für Kranke.

Neisse hat 79 öffentliche Gebäude, darunter 8katholische und 2 evangelische Kirchen. Besondere Er-wähnung verdienen noch das vormals fürstbischöflicheResidenzschloß, jetzt Sitz mehrerer Behörden; dasRathhaus, mit dem Fürstensaale, in welchem jetztder evangelische Garnisonsgottesdienst gehalten wird;die katholische Pfarrkirche zu St, Jakob, schon1915 hölzern vorhanden, 1198 massiv erbauet, mitSchieferbedachung und einem majestätisch hoben Ge-wölbe, welches auf ungewöhnlich schlanken Pfeilernruht, mit einigen schönen Gemälden von Will-mann (-s-1796); dabei von 1479 bis 1819 einKollegiatstift; die Peter-Paul- oder Kreuzki rcke,1199 von Boleslav dem Langen gegründet, 1715im ionischen Style neu erbauet und im Innern »!lrezco gemalt, mit 2 Thürmen, enthält gleichfallsmehre Meisterbildcr, namentlich eine Kreuzesabnahmeund ein Marienbild, von oder nach Rubens :c., dasKommandantenhaus, das Landhaus, der Malstall,das kleine, finstere Schauspielhaus, der Redoutensaalund 1 Synagoge. Noch ist zu bemerken, daß sichim Hinterhause des vielbesuchten Gasthofes zum Stern