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dieser bereitete ihm vielmehr manche Krankung, welcheder Hartgeprüfte in stiller Unterwerfung ertrug. Dochhatte er bald die Freude, daß der König seiner Um-sicht und Thätigkeit gerechte Anerkennung widerfah-ren ließ, und ihn schon im nächsten Jahre zum Ritt-meister beförderte.
Der lange Frieden bot keine Gelegenheit dar,die Husaren vollkommen auszubilden. Der König,welcher für sie eine große Vorliebe hatte, sendete deß-halb 1735 eine kombinirte Schwadron zur Reichs-armee an den Rhein, wo sie bei dem östreichischenGeneral Baronay gleichsam in die Schule gehensollte, und übertrug dem Rittmeister von Zielendas Kommando derselben. Auf dem Marsche dahinwäre dieser, durch die Gastfreundschaft des Herzogsvon Weimar, beinahe in die größte Gefahr gekom-men, mit seinen Husaren zu verunglücken; doch lief derVorfall noch ohne nachtheilige Folgen ab. — Der kurzeFeldzug am Rheine gab Zielen Gelegenheit, seinAnführertalent schnell zu entwickeln, und mit denbeßten Empfehlungen des Generals Baronay ver-sehen, kehrte er 1736 im Januar nach Berlin zu-rück, wo ihn der König sogleich zum Major ernannte.Durch die Vermählung mit dem tugendhaften undschönen Fräulein von Iurgas schien ihm das Glücknun in jeder Beziehung lächeln zu wollen, aber desSchicksals Tücke verfolgte ihn bald auf's Neue.Der Oberstlieutenant von Wurm, Befehlshaber derLeibhusaren, war eben so anmaßend als unwissendin seinem Dienste; denn er hatte vorher bei derInfanterie gestanden. Von Natur ränkesüchtig undals Raufbold bekannt, fügte er dem Major von Zie-len stete Kränkungen zu, und suchte ihn absicht-lich zum Zweikampfe zu reizen. Vier Jahre langwußte dieser ein solches Zusammentreffen zu vermei-den, nicht ohne große Selbstbeherrschung; endlichmußte er aber doch zum Säbel greifen, und brachteseinen Gegner dadurch auf einige Zeit zum Still-schweigen. Bald nachher starb der König, und Fried-richll. bestieg den Thron (1740). Noch in dem-selben Jahre fand der Einfall in Schlesien Statt,wobei auch sämmtliche Husaren in's Feld rückten, abernur wenig verwendet wurden. Wurm war nichtder Mann, seiner Truppe einen ehrenvollen Wir-kungskreis zu verschaffen; denn er setzte sich freiwil-lig nicht gern einer Gefahr aus; Zielen hingegenkonnte nicht handeln, wie er wollte, und beschränktesich auf die Rolle eines stillen Beobachters. Aberderselbe Mann, welcher ihm den Untergang geschwo-ren hatte, wurde bald das Werkzeug seines Ruh-mes; denn als dieser ihn eines Tages, bei einem ge-fahrvollen Angriffe, ohne alle Unterstützung ließ, kames später abermals zu einem Zweckampfe, in wel-chem Wurm am Kopfe verwundet ward, so daß Z i e-ten den Befehl übernehmen mußte. Jetzt öffnetesich seiner Thätigkeit ein größeres Feld, Der Königsah mit Wohlgefallen, wie die Husaren täglich kecker undgewandter wurden, und ernannte Zielen den 14.Juli 1741 zum Oberstlieutenant. Gleich darauf warer so glücklich, in einem Gefechte bei Rolhschloß demFeinde großen Schaden zuzufügen, weßhalb ihn derKönig sofort (den 22. Juli) zum Obersten, und zweiTage später zum Regimentschef ernannte; auch er-hielt er in dieser Zeit den Orden pnur Is merite.
Im Feldzuge 1742 befand sich Zielen mit denHusaren fast immer bei der Avantgarde. Als derFeldmacschall Schwerin nach der Einnahme von
Olmütz gegen die Donau vorrückte, streiften die Hu-saren bis Stockerau und verbreiteten in Wien Furchtund Schrecken. — Später befand sich Zielen bei demCorps, mit welchem Prinz Dietrich von Anhalt-Dessau die ungarische Insurrection von einem Ein-salle in Schlesien abhalten sollte, und entwickelte nichtnur eine ungewöhnliche Thätigkeit, sondern deckteauch den Rückzug des Prinzen nach Oberschlesien.Die Schlacht bei Czaslau machte diesem Kriege vor-lausig ein Ende. Oberst von Zielen hatte sich mitRuhm bedeckt, kehrte aber so arm in sein Vater-land zurück, als er es verlassen hatte, obschon derKönig ihm mehrmals zu verstehen gab, daß er imfeindlichen Lande die Gelegenheit benutzen müsse, seineVermögensumstande zu verbessern.— Die weicereAus-bildung seines Regiments lag ihm jetzt vorzüglicham Herzen, und es ist bemerkenswerth, daß derKönig ihn veranlaßte, seine Offiziere nun auch imEntwürfe schriftlicher Dispositionen zu üben. Indieser Zeit gab Zielen einen neuen Beweis seinesEdelmuths. Sein ehemaliger Verfolger im Drago-ner-Regiment Wuthenau hatte den Lohn seinerSchlechtigkeiten empfangen, irrte hilflos und verlas-sen umher, lebte nur von der Unterstützung einigermitleidiger Offiziere, und kam eines Tages in glei-cher Angelegenheit auch zum Obersten von Zielen.Dieser empfing ihn ohne Unwillen, hörte die Er-zählung seiner selbst verschuldeten Leiden an, und wurdejetzt dessen eifrigster Wohlthäter.
Der zweite schlesische Krieg gab Zielen viel-fache Gelegenheit, sein Ansührertalent zu beurkunden.Zwar befand er sich bei dessen Ausbruch (1744) sounwohl, daß er kaum dem Regimente folgen konnte,aber der schwächliche Körper mußte dem starken Geistegehorchen. An der Spitze der Avantgarde des kö-niglichen Heeres drang Zielen bis über Budweishinaus, und machte sich dem Feinde überall furcht-bar; kaum verging ein Tag ohne Gefecht. Am 3.Oktober zum Generalmajor ernannt, deckte er mit20 Schwadronen, 2 Grenadier-Bataillonen und ei-nigen Geschützen den gefahrvollen Rückzug bis andie Elbe; bestand bei Moldau-Teyn ein neun-stündiges Gefecht gegen vierfache Uebermacht; wehrtedem Prinzen Karl von Lothringen nur mit 3 Schwa-dronen, 1 Grenadier-Bataillon und 3 Geschützen dasUeberschreiten der Elbe bei Teltschitz fünf Stundenlang, und rettete dadurch die Armee zum zweitenMale. Zu Anfang des Feldzuges 1745 beauftragt,dem Markgrafen Karl, welcher bei Troppau undIägerndorf stand und vom Könige gänzlich abge-schnitten war, wichtige Befehle zu bringen, ge-lang es ihm mit seinem Regimente, mitten durchdas Lager des Feindes zu reiten, der anfangs ge-täuscht, später theilweise durchbrochen wurde, unddie kecken Husaren nicht aufzuhalten vermochte. Inder denkwürdigen Schlacht bei Hohenfricdberg (4. Juni)rettete Zielen durch einen kühnen Flankenangriffdie Cavalerie des linken preußischen Flügels, welcherdurch den Zusammensturz einer Brücke in Gefahrgekommen war. Bei dem Ueberfalle eines sächsischenCorps in Katholisch-Hennersdoif trug Zielen eben-falls viel zum Gelingen bei, erhielt aber einenSchuß in die Wade und mußte die Armee ver-lassen.
Der Sieg über die Sachsen bei Kesselsdorf, am15. Dzbr., befreiet« den König von seinen Gegnernund gestattete ihm den Genuß des erfochtenen Frie-
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