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3 (1842)
Entstehung
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Breslau huldigen, und nahm den Titel eines sou-veränen Herzogs von Schlesien an. Er erlaubteden Protestanten freie Religionsübung, vertheiltedie Abgaben regelmäßiger, und wies das ihm frei-willig dargebotene Geschenk der Stande 100,000Thlr. zurück. Die Feindseligkeiten waren indeßnoch nicht beendigt. Am 17. Mai 1742 kam esbei Ehotusitz in Böhmen zu einer neuen Schlacht,in welcher die Oestreicher total geschlagen wurden,und wo vorzüglich eine große Batterie von 32 Ka-nonen in den Reihen der Letzteren eine ungeheureVerheerung anrichtete.

Dieser neue Sieg Friedrichs veranlaßte die Kö-niginn Maria Theresia, so schmerzlich ihr auchder Verlust von Schlesien sein mußte, in Unter-handlungen zu treten, und am 11. Juni wurdenzwischen dem Lord Hin dfort und dem preuß. Mi-nister vonPodewi l s zuVreslau die Friedensprälimi-narien, am 28. Juli aber der Friedensschluß zu Berlinunterzeichnet. Durch den letztern erhielt der Königdas Herzogthum Schlesien mit Ausnahme der Für-stenthümer Troppau, Teschen und Iägerndorf undder mährischen Herrschaften und Besitzungen jenseitsder Oppa. Der König übernahm dagegen die Be-zahlung von 1,700,000 Thlr. Schulden, die aufSchlesien hafteten. Die erste Sorge Friedrichswar, die eroberte Provinz auf einen solchen Fußzu bringen, daß die in ihr schlummernden Kräftein den Stand gesetzt wurden, sich ungehindert ent-falten zu können. Friedrich hatte sehr wohl er-kannt, daß Schlesien bald die ausgezeichnetste Pro-vinz des preußischen Staates sein würde. Er begabsich daher, sobald er von einer Badereise von Aachenzurückgekehrt war, nach Schlesien, und machte hierso viel neue, vorzüglich auf Entwickelung des Han-dels und Gewerbfleißes bezügliche Einrichtungen,daß er in einem Briefe an Jordan mit Rechtsagen konnte:Ich habe in acht Tagen mehr Ge-schäfte abgemacht, als die Kommissionen des Hau-ses Oestreich in acht Jahren." Im Jahre 1743stellte der König die von Friedrich I., nach denVorschlägen von Leibnitz, gestifteteSocietät derWissenschaften", welche Rückschritte gemacht hatte, unterdem NamenAkademie der Wissenschaften" wiederher, und ernannte gelehrte Ausländer, die er pen-sionirte und nach Berlin zog, zu Mitgliedern der-selben.

Eine sehr wichtige Acquisition machte Preußenim Jahre 1744, wo das Fürstenthum Ostfriesland,durch das Aussterben des regierenden Hauses, anden König siel. In dieser Zeit hatte der König,von Holland aus, eine Abschrift von dem, zwischenOestreich, England und Sachsen in Warschau un-terzeichneten Bündnisse erhalten, welches denFrieden stillschweigend zu vernichten drohte. Erglaubte der ihm drohenden Gefahr zuvorkommenzu müssen, erließ eine Proklamation, in der ersagte,daß nicht von seinem Vortheil, sondernvon der Ruhe Europas die Rede sei", und rückteim August an der Spitze von 80,000 Mann indrei Kolonn?« in Böhmen ein. Am 2. Septemberstand er bereits vor Prag, welches sich nach kurzerBelagerung ergab, doch wurde vorher dicht an desKönigs Seite sein heldenmüthiger Vetter, der Mark-grafFriedrich Wilhelm von Brandenburg, durcheinen Kanonenschuß, der auch zugleich einem Pagendas Leben kostete, getödtet. Das Kriegsglück schien

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sich indeß zu wenden. Prinz Karl von Lothringen,welcher vom Rhein heranmarschirte, und sich mitdem General Bathiani in Böhmen vereinigte,zwang den König, in dessen Heere Krankheitenherrschten, und dem die Zufuhr durch die östreichi-schen leichten Truppen abgeschnitten wurde, zu ei»nem Rückzüge nach Schlesien. Bald jedoch erglänzteder Stern, der über der Stirn Friedrichs strahlte,in schönerem Glänze als vorher. Mit dem Kriegs-talente, das den großen Mann auszeichnete, wußteer den feindlichen Feldherrn, der ihm mit 80,000Mann folgte, durch einen verstellten Rückzug beiStrigau in eine Position zu locken, die für Fried-rich höchst vortheilhaft war, und hier, bei demDorfe Hohenfriedberg, wurde die östreichischeArmee total geschlagen. Die Preußen erbeuteten76 Fahnen, 8 Standarten und 63 Kanonen; 9000Mann, worunter 4 Generale und 200 Offiziere,wurden zu Gefangenen gemacht. Der König ver-folgte den Feind jetzt nach Böhmen, und beiSoorkam es am 30. Sept. zu einer neuen Schlacht, woder König Sieger war, obwohl sein Heer nur aus18,000 Mann, das des Feindes aber aus 40,000bestand.Ich hätte verdient, bei Soor geschlagenzu »werden," sagte er selbst,wenn es nicht durchdie Geschicklichkeit meiner Generale und die Tapfer-keit meiner Truppen wäre verhindert worden."Friedrich ließ jetzt seine Armee in Schlesien Win-terquartiere beziehen und reiste nach Berlin. Hiererfuhr er jedoch plötzlich, daß seine Gegner einen ebenso umfassenden, als wirksamen Angriffsplan verab-redet hatten, und bereits im voraus über eine Ver-theilung seiner Länder übereingekommen waren. Erübersah die ganze Wichtigkeit dieses Moments, be-schloß seinen Feinden zuvorzukommen, und wennes sein müßte, eher unterzugehen, als sich ernie-drigen zu lassen,Adieu, lieber Graf," sagte erbeim Abschiede zum Minister von Podewils,nehmeEr Alles wohl in Acht, und wenn mir ein Un-glück begegnen sollte, so denke er, daß er einenguten Freund verliert."

Am 23. November ging der König bereits mit45 Bataillonen und 80 Schwadronen bei Laubanüber den Queis, und am 15. Dezbr. ward dieso blutige Schlacht bei Kesselsdorf geschlagen.Der König war jedoch bei dieser nicht in Personzugegen. Er vernahm in der Gegend von Meißen,daß sein Heer siegreich gewesen sei, rückte jetzt vorDresden, und ließ die Stadt auffordern. Der Kom-mandant General von Böse antwortete:daß ersich aus einem Lustgarten nicht vertheidigen könne,"und öffnete die Thore, durch die der König am18. Dezbr. seinen Einzug hielt. Er erklärte hier:daß er zum letzten Male dem Könige von Polenseine Freundschaft anbiete." Diese ernste Spracheverfehlte ihren Eindruck nicht. Es wurde unterVermittelung Englands unterhandelt, und am 25.Dezbr. 1745 der Friede zu Dresden zwischen Preu-ßen, Oestreich und Sachsen abgeschlossen. DieHauptbedingung war die Erneuerung des Frie-dens; außerdem ward die Stadt Fürstenberg, dasDorf Schidlo und der Oderzoll an Preußen ab-getreten, und die sächsischen Stände verpflichtetensich, zu Ostern 1746 eine Million Thaler rückstän-dige Brandschatzung zu bezaklen.

In diesen erst?« schlesischen Feldzügen warFriedrich mehrmals in großer Gefahr, von den