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3 (1842)
Entstehung
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neur war damals Konrad von Burgkstorf undKommandant Hans von der Marwitz, beide tap-fere Vertheidiger der Festung. So blieb Küstrinzwar, welches von keiner feindlichen Macht erobertwurde und wahrend des Krieges ein sicherer Zufluchts-ort für die Neumark war, von Plünderung undZerstörung frei, litt aber dennoch sehr viel 1624und 1638 durch die Pest, 1629, 163? und 1641durch große Hungersnoth, da die Neumark von denFeinden verwüstet und ausgeplündert war. Nachdem westfälischen Frieden befestigte der große Kur-fürst Küstrin noch mehr, wobei sich der seinem Bru-der folgende Gouverneur Ehrenreich von Burgk-storf verdient machte, und suchte mit Erfolg denWohlstand der Stadt durch Handel und Schifffahrtwiederherzustellen. Nach dieser Zeit waren die Ein-wohner bei ihrem großen Wohlstand so üppig, daß,obgleich eine Feuersbrunst 1672 in der kurzen Vor-stadt 32 Häuser verzehrt hatte, der lutherische Ar-chidiaconus Glado die große Oderüberschwemmungim Okt. 1692 in seiner Wasserpredigt für eineSündfluth erklärte und die Küstriner ernstlichzur Besserung ermähnte.

Besonders merkwürdig ward Küstrin 1736 durchdie Gefangenschaft des Kronprinzen Friedrich unddie Hinrichtung des Lieutenants Kalte (den 6.Nov.). König Friedrich Wilhelm nahm 1732vertriebene Pfälzer und Salzburger in Küstrin auf,und ließ deßhalb 1733 die Neustadt im Horn-werke anlegen. In diesem Zustande blieb die Stadtbis zum Unglücksjahre 1758, und hatte damals fol-gende öffentliche Gebäude: das Schloß, das Rath-haus, das Landhaus, das neue Gouvernements-Haus, 3 Zeughäuser, 2feuer- und bombenfeste Pul-verthürme, 3 große Korn- und Proviantmagazine,I Werk- und 1 Speckhaus, 1 Salzmagazin für dieganze Neumark nnd 4 Kirchen: die königlicheHofkirche im Schlöffe, die große evangelische Pfarr-kirche und die kleine Garnisonkirche, welche mit derNeustadt im russischen Bombardement stehen blieb,und die Begräbniß- oder Gottesackerkirche. Die da-maligen königlichen Behörden waren: die neumär-kische Regierung und das evangelische Eonsistorium,schon vom Markgrafen Johann daselbst errichtet,nach 1571 die Kriegs - und Domänenkammer,das Kriminalcollegium, das Landschaftsdirectorium,zwei geistliche Inspektionen für die Lutherischen undReformirten, und endlich das Oberpostamt für dieNeumark.

Im Jahre 1758 rückten die Russen unter Fer-mor im August durch Polen gegen die Oder vor,und dieser wünschte um so mehr sich der FestungKüstrin zu bemächtigen, als er hörte, daß man ausder Umgegend und ganzen Neumark alle Kostbarkeiten,Kirchensilber :c., dahin geflüchtet hatte. Daher sagteer auch in seinem Hauptquartier zu Königswalde:Ich weiß wohl, daß alle Schätze der Neumarknach Küstrin geflüchtet worden sind. Ich werde ebenso viel Feuer hineinwerfen lassen, als ich Bluts-tropfen in meinen Adern habe." Zuerst wollte erseinen Angriff von Sonnenburg aus machen; alleiner sah bald die Unmöglichkeit ein, und zog sich da-her nach Landsberg an der Wartha zurück. Da gin-gen die Russen über die Wartha und rückten hieraufgegen die Festung vor. Der General Graf Dohna,welcher bei Lebus stand, ließ noch den 15. Augustvor Tagesanbruch 4 Bataillone Infanterie mit ei-

niger Kavalerie in die bedrohte Festung rücken. Dieseunternahmen nun eine Recognoscirung, wurden abergegen 6 Uhr von den Russen zurückgeworfen, undum ? Uhr begann das fürchterliche Bombardement,welches in 24 Stunden, ohne daß Jemand, außerdem nackten Leben, Etwas retten konnte, die Stadtin einen Schutt- und Aschenhaufen verwandelte.In weniger als 2 Stunden stand die ganze Altstadtin lichten Flammen und die Gluth ward so groß,daß selbst die Kanonen in den Zeughäusern schmol-zen. Die Festungswerke dagegen hatten die Russenganz verschont, und Fermor forderte den 17. Aug.,unter den härtesten Bedrohungen, aber dennoch ver-geblich, ihre Uebergabe. Da eilte der König ausSchlesien herbei, und merkwürdig ist es, daß ge-rade bei Zorndorf, 2 Stunden nördlich von Kü-strin, am 25. August die Russen durch eine gänz-liche Niederlage den gerechten Zorn Friedrichs bü-ßen mußten. Die Gefangenen und alle erbeuteteSiegeszeichen wurden nach Küstrin gebracht undselbst die Generale in die Kasematten gesteckt.Ich habe kein Sibirien!" rief Friedrich beidem Befehle aus. Die russische Kriegskasse schenkteder König sogleich der unglücklichen Stadt. Es wa-ren 11,000 Preußen und 20,000 Russen gefallen.Seit 1826 steht auf der Stelle, wo Friedrich dieSchlacht leitete, ein auf Kosten der Neumark er-richtetes Denkmal. Zum Wiederaufbau der Stadtschenkte der König 434,248 Thlr., und den Vorstädten,welche die Besatzung zu ihrer Vertheidigung nieder-gebrannt hatte, 59,702 Thlr.; auf den Neubau desSchlosses (27,968 Thlr.) und der Stadtkirche (27,120Thlr.), welcher Friedrich noch 1784 10.000Thlr.schenkte, wurden über 54,988 Thlr. verwendet. DieBürger erhielten überdieß aus der Brandkaffe 39,392Thlr. und 36,68? Thlr. Kollektengelder. Ueberhauptward die Stadt regelmäßiger, dauerhafter und schö-ner bis 1768, mit einem Aufwande von 716,618Thlr., wieder aufgebauet. Im Jahre 1806 wurdediese durch Natur und Kunst starke Festung, wie-wohl sie mit allen Bedürfnissen reichlich versehenwar, von dem Kommandanten, Obersten von In-ge r s l e b e n, ungeachtet er dem kurz vorher anwesendenKönige den tapfersten Widerstand versprochen hatte,schon den 1. Nov. ohne alle Vertheidigung und Ka-pitulation mit 4000 Mann und 90 Kanonen denFranzosen übergeben. Seitdem blieb sie, auch nachdem tilsiter Frieden, in der Gewalt der Franzosen,bis zum 7. März 1814, wo sie durch Kapitulationan die Preußen wieder überging.- Küstrin istder Geburtsort des Geographen Engelhardt (Geh.Reg. R. im statistischen Büreau), des SchriftstellersGründler u. A.

Stecklenburg und Lauenburg.

An der Mitternachtseite des Harzes liegen, 1^Stunde von Quedlinburg, die Ruinen der Bur-gen Stecklenburg und Lauenburg nahe bei-sammen. Die Stecklenburg liegt auf einer mäßi-gen, bewaldeten Anhöhe, während in der Tiefe sichdas Dorf Stecklenberg ausbreitet. Betrachtet mandieselbe, so zeigt sich zuvörderst ein Thurm, der vomBlitzstrahle getroffen, seitwärts sich neigt. VomThurme aus nach Morgen zu erblickt man eine mitvielen Fensteröffnungen durchbrochene Mauer, un-

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