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nie über den Genuß hinaus, tieferes Streben nachstrengem Wissen blieb ihm stets fremd, er erhobsich nie bis zur Kritik. Ueberall suchte er nur denGenuß, und begriff z. B. „Ramlers Tadel des„Messias" nicht. Aber eben dieser Mangel an tie-ferem Eindringen in ein Werk erhielt ihm währendseines langen Lebens die leicht erregbare Empfäng-lichkeit für Lob und Liebe stets frisch und unvermin-dert. Schmerzlich empfand er dabei freilich, daßseine Freunde mit dem zunehmenden Alter, mehr undmehr dem ernsten Streben zugewandt, seltner Briefeschrieben, was ihn zu öfteren lauten Klagen gegenKlop stock veranlaßte. Dagegen fand er Trost indem, was ihm stets das süßeste Geschäft war, „daßer," wie er an Johannes von Müller schreibt,„aussuchte das stille Verdienst, die guten Köpfe, dievon Umstanden niedergehalten wurden, die Anfän-ger, aus welchen, weil sie noch unverdorben sind,Alles, was man will, zu machen ist." — Seitdemdie alteren Freunde ernster und beschäftigter wur-den, war ihm daher der Umgang mit jüngerenzum Bedürfniß geworden, und diese wußte er miteinem Wohlwollen, einer unbefangenen Schätzungihres Werthes so an sich zu ziehen, daß sie ihmmit unbegränztem Vertrauen Herz und Seele össne-
""' "" (Beschluß folgt.)
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Luckau, (Luccau, in Urkunden Luckow, Lu«cowe; in der Volkssprache Lücke, wendisch Lukow,)sonst Hauptstadt der Niederlausitz, jetzt Kreis-stadt des luckauer Kreises im RegierungsbezirkeFrankfurt, — liegt in einem weiten Thale, das ei-nem ausgetrockneten See gleicht, am Zusammen-flüsse der Geile und Berste, 4 Stunden von Lüb-ben, 4^ St. von Lübbenau und Kalau, IN M. vonBerlin, 11 M. von Frankfurt a. d. O. entfernt.Ihren Namen hat sie von dem wendischen WorteLuka, d. h. eine sumpfige Wiese.
Wahrscheinlich wurde das später zerstörte undvom Kaiser Friedrich II. erneuerte Schloß Lucoweauf dem Schloßberge schon von wendischen Fürstenerbaut, und unter seinen schirmenden Mauern scheintim 10. Jahrhunderte die Stadt selbst entstanden zusein. Diese sing an von Bedeutung zu weiden,als sie durch den askanischen Markgrafen Albrechtden Bären um 1134 befestigt wurde, und immermehr gewann sie, seit die Landvoigte der Markgra-fen von Meißen (1136 bis 1303) auf der Burgihren Sitz hatten. Im Jahre 1292 wurde sie vomMarkgrafen von Brandenburg Johann belagert,und durch denMarkgrafenDiezmann verthei-digt, der sich jedoch ein Iahrzehend spater veran-laßt fand, die östliche Mark — diesen Namen führtedie Lausitz damals — an das Haus Askanien zuverkaufen. Mit dem vierzehnten Jahrhunderte beganndie eigentliche Blüthenzeit Luckaus.
Von Wichtigkeit für die Stadt war es schon,daß sich um diese Zeit die reiche, von Ludovico Gon-zaga aus Mantua vertriebene Familie Passerinide Bonacossa hier niederließ, welche der Stadtansehnliche Reichthümer zuwendete, und deren Anden-ken noch durch das von ihr gegründete, unweit Luckau ge-legene Dorf Passerin erhalten wird. Einflußreicher
noch war das durch Kaiser Wenzel (1332) der Stadtverliehene, gegen Ende des 17. Jahrhunderts wieder auf-gehobene Münzrecht: denn dadurch erst wurde es ihrmöglich, sich als Hauptstadt der Lausitz zu behaup-ten und den Umfang ihrer Macht zu vergrößern.Zollfreiheit hatte sie schon 1361 von Ludwig demRömer erhalten, und 1469 wurde sie von Iobstmit der Biermeile begnadigt. König Wladislawverlieh überdieß (1442) dem Stadtrathe das Recht,mit rothem Wachse zu siegeln. — Zu welch' einemGrade der Wohlhabenheit sich damals die Stadt er»hoben hatte, kann man unter Anderem daraus schlie-ßen, daß sie 1524 an König Ludwig 566 MarkSilber zahlte, um von diesem, ihrem Territorial-heiln, nicht an den Markgrafen Georg von Bran-denburg verpfändet zu werden.
Seit dem 16. Jahrhunderte jedoch sank derWohlstand, mit ihm die Macht der Stadt. Was sievon den Hussiten 143? und ein Jahrhundert späterwährend des schmalkaldischen Krieges leiden mußte,scheint unbedeutend gegen die Unfälle, welche derdreißigjährige Krieg über sie brachte.
Die schwergeprüfte Stadt wurde in demselbenJahrhunderte noch zweimal (1652 und 1676) durchFeuersbrünste verwüstet.
Auch im Befreiungskriege blieb Luckau nichtverschont. Den 4. Juni 1813 kämpften in und beider Stadt 30,666 Preußen unter Vülow undOppen gegen das Armeecorps Oudinots. DieFranzosen deckten ihren Rückzug durch Feueranlegen,wodurch 115 Häuser und 52 Scheunen abbrannten.Die Vorstädte wurden ausgeplündert und mit Todtenund Verwundeten angefüllt, die Bewohner der Stadtgroßentheils durch den Typhus hingerafft. Gleich-wohl hielten 13,660 Mann Franzosen die Stadtwährend des Waffenstillstandes besetzt, und verschanz-ten sich hier, weßhalb 80 Gebäude niedergerissenwurden. Am 23. August wurde Luckau vom preu-ßischen Obersten von Wobeser beschossen, und ver-lor dadurch noch 18 Häuser und über 70 Scheunen.Die Franzosen, unter dem Befehle des OberstenGeston, kapitulirten nach einem Verluste von 2506Mann und zogen sich über Sonnewalde zurück.Der damalige Landesherr, König Friedrich Au-gust von Sachsen, wiewohl selbst in schweren Drang-salen, schickte der Stadt 500 Thlr. —, welchem Ge-schenke König Friedrich Wilhelm III. später noch48,066 Thlr. hinzufügte.
Luckau, Sitz eines Landrathes, eines Post-und Steueramtes, hat 500 Häuser, 3 Kirchen, 1Gymnasium, seit 1832 in einem neuen Gebäude,nebst Bibliothek und milden Stiftungen, 1 Hos-pital, 1 Strafanstalt und über 4100 Einwohner.Unter den letzteren befinden sich auch einige Israe-litin, deren Zahl im 15. Jahrhunderte, wo siedurch den Flor der Stadt hierher gezogen wurden,sehr bedeutend war. Zu der Stadt gehören 25 Dör-fer, 1 Vorwerk, 9 Windmühlen und eine Wasser-mühle. Auf der Stelle des alten Schlosses stehtjetzt ein Lusthaus, und seine Umgebungen sind ineinen Obstgarten umgewandelt.
Unter den drei Kirchen der Stadt zeichnet sichdie Pfarrkirche zu St. Nikolas aus, welche, beieiner Länge von 108 und einer Breite von 46 El-len, auf 22 Pfeilern ruht. Sie hat 2 große, schönealterthümliche Thürme, von denen einer beim Brande1644 zusammenstürzte, aber 1658 wieder hergestellt