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3 (1842)
Entstehung
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durch erweiterte sich der Umfang ihres Handels sosehr, daß sie 1335, damals schon mit Mauernund hohen Thürmen umgeben, durch den Anbauder Neustadt, welche 1341 ihr Privilegium erhielt,bedeutend vergrößert wurde. Das ganze 14. und

15. Jahrhundert hindurch behauptete Elbing einenansehnlichen Rang unter den Hansestädten. Sie triebden bedeutendsten Bernsteinhandel mit Nowgorodgegen Osten und mit Lübeck gegen Westen. Sodauerte ihr Flor fort bis zu den unglücklichen Zei-ten, wo der Verfall des Ordens begann, der preu-ßische Städtebund zusammentrat, der 13jäh-rige Bundeskrieg ausbcach und mit der Abtre-tung von ganz Westpreußen an Polen im thornerFrieden 1466 endete. Unter der polnischen Herr-schaft begann Elbings Wohlstand zu sinken. Im

16. Jahrhunderte wurde sie, außer den Mauern,welche sie bereits hatte, noch mit Bastionen undLinien befestigt, und im ersten schwedischen Kriege,unter Gustav Adolf, um die Neustadt, die in-nern Vorstädte, den Mühlendamm und die Spei-cherinsel ein ziemlich hoher Wall ausgeworfen, sodaß sie für die damaligen Zeiten eine bedeutendeFestung war. Der Handel aber, welcher durch denenglischen Stapel und eine englische Han-delsgesellschaft gegen das Ende des 16. Jahr-hunderts einen neuen Aufschwung genommen hatte,gerieth seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts theilsdurch das neu aufblühende Danzig, welches den gan-zen polnischen Handel an sich brachte, theils durchdie schwedischen Kriege, nach und nach so in Stocken,daß er bis zum Jahre 1772 von geringer Erheblich-keit war. Im Kriege Polens mit Karl Gustavvon Schweden verlor die Stadt auch ihr ansehnlichesGebiet von 9 bis 10 Geviertmeilen, indem dasselbenebst der Stadt dem großen Kurfürsten für 400,000Thaler, welche er dem Könige von Schweden ge-liehen hatte, im bromberger Vergleiche 165? ver-sprochen und im Frieden von Oliva 1660 abermalszugesichert ward, bis jene Schuld getilgt sein würde.Allein Preußen erhielt weder das Geld, noch dieStadt und ihr Gebiet. Hierauf nahm Kurfürst Fried-rich III. 1698 die Stadt ein, gab sie aber, nacheinem Vertrage mit Polen 1699, den 1. Februar1700 zurück, indem er zugleich, gegen Herabsetzungder Schuldforderung auf 200,000 Thlr., einige Kleino-dien aus dem polnischen Kronschatze als Unterpfandmit der Erklärung bekam, daß er, wenn die Schuld3 Monate nach dem nächsten Reichstage nicht ab-getragen würde, das ganze elbingsche Stadtgebietin Besitz nehmen könne. Als nun die Zahlungselbst nach 3 Reichstagen nicht erfolgt war, so ließKönig Friedrich I. am 12. Oktbr. 1703 das Ge-biet besetzen, und schoß der Stadt noch 70,000Thaler vor, um die von Karl XII. nach Eroberungderselben im Decbr. 1703 auferlegte Kriegssteuerzu bezahlen. Der König errichtete in Elbing eineIntendantur, welche alle in die Stadtkammer ge-flossenen Zinsen ic. erhob, während der Stadtrathdie Gerichtsbarkeit und die zum Unterhalt des Raths-,Kirchen- und Schulenpersonals, sowie zu den mil-

den Stiftungen aus mehrern Territorialdörfern flie-ßenden Abgaben behielt. Bei jedem Thronwechsel batdie Stadt um Rückgabe ihres Gebiets, aber stets ver-geblich. König Friedrich Wilhelm III. setzte deß-halb eine Kommission nieder, und es entstand nun einProzeß, welcher noch nicht entschieden ist. Erstunter der preußischen Regierung kehrten seit 1772bessere Zeiten für Elbing zurück. Friedrich II. er-theilte den nach Elbing handelnden Polen verschie-dene wichtige Handelsvortheile, und ließ ein Comptoirder königl. berliner Bank errichten. Der Seehan-del blühete besonders seit 1793 auf, wo man deß-halb auch Seeschiffe zu bauen anfing. Als aberauch Danzig preußisch wurde und dieses dadurchmehr und mehr empor kam, nahm Elbings Han-del wieder ab; doch ward er nicht ganz unbedeu-tend, und der Schiffbau und die Rhederei wurdengleichfalls Gegenstände der Thätigkeit und des Ge-werbfleißes. Elbing feierte 183? mit großer Freudedas 6N0jährige Jubiläum seiner Gründung. DieStadt ist auch merkwürdig als der Geburtsort meh-rer ausgezeichneter Männer, als des Professors Achen-wall, Gründer der Statistik, des Dichters Mnioch,des göttinger Professors Albrecht, einer der be-rühmten Sieben, u. A.

Neu-Nheinstein,

sonst Ruine Vogtsberg oder Vautsberg cMon«^ävocati), am linken Rheinufer im Regierungsbe-zirk Koblenz, erhebt sich gleich links unter Bingenund dem Binger-Loch auf einem hohen Felsen, andessen Fuße die Ehaussee durch das Gestein gehauenist, wie ein wahres Luftschloß. Ueber seine Grün-dung und weiteren Schicksale ist nichts Interessan-tes bekannt. Gleich Bingen und Klopp, war Vouts-berg ein altes Besitzthum des Erzbischofs Gisebertvon Mainz. Seit 1348 hielt sich auf dieser Burghäufig ein Ritter Kuno von Falkenstein alsmainzischer Kurverweser auf. In der neuesten Zeithat die Burgtrümmer ein Neffe des Königs FriedrichWilhelm III., der Prinz Friedrich von Preußen,gekauft und sie mit bedeutenden Kosten durch dengeschickten Architekten Kühn ganz in ihrer alter-thümlichen Bauart wieder herstellen und auf's Herr-lichste einrichten lassen. Alles noch Vorhandenewurde benutzt, das Neue dem Alten angepaßt, unddas Innere vollkommen im mittelalterlichen Ge-schmacke ausgeführt, so daß man sich ganz in diealten Zeiten versetzt fühlt, wenn man das Innereder Burg, die verschiedenen Säle mit den rheini-schen Alterthümern und den schönen Glasmalereiendurchwandert. Der Schloßuogt hat die Erlaubniß,Fremde herumzuführen und ihnen die Merkwürdig-keiten zu zeigen. Etwas tiefer ragen, auf zwei her-vorstehenden Punkten, die gothischen Thürme derBurgen von Reichenstein und Alt-Rheinsteinhervor, welche einst als Raubschlösser vom KaiserRudolf von Habsburg zerstört wurden.

Hierzu als Beilagen:1) Leopold von Dessau. 2) Crefeld. 3) Neu-Rheinstein.

Verlag «°n Eduard Pietzsch u. Lomp. in Dresden, Druck von N, G, Teubner in Dresden.,