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3 (1842)
Entstehung
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Rheins und an den Landstraßen, welche von Köln,Düsseldorf und Aachen nach Lleve und Nnmwegen füh-ren, fetzt sie mit diesen Städten in tagliche Post-veibindung und begünstigt besonders Fabriken undHandel. Die Fabriken von Erefeld sind in ganzEuropa, wie auch in Amerika, bekannt. Die-Haupt-fabriken verfertigen Stück-Sammet und Sammet-Band. Sammet leichterer Art wird vorzüglich vielgemacht, und selbst die Lyoner und Genueser be-ziehen ihn von hier. Dieser Stück-Sammet, mit wel-chem über 300 Webestühle' beschäftigt sind, wirdausschließlich in der Stadt gewebt; das Weben desSammet-Bandes dagegen geschieht auf den umliegen-den Dörfern in einem Umkreise von 2 bis 3 Stun-den. Die anderen Fabriken arbeiten in seidenen,wollenen und baumwollenen Stoffen aller Art, na-mentlich seidenen Tüchern (besonders werden hier,wie in Elberfeld, die gedruckten ostindischen Tüchernachgemacht), seidenen Bändern (besonders Hut-und Schuhband), Näh- und Stückseide, Savetgam,Flanellen, wollenen Strümpfen, Pantalons, grobenschlesischen Tüchern, Biber, San, Boy, Sarschen,baumwollenen Manchester u. Außerdem giebt es hierSpitzen-, Leinwand-, Wachsleinwand-, Seifen», Stein-gut-, Zucker-, Essig-, Liqueur- und Tabaksfabriken,Wollen- und Baumwollen-Maschinenspinnerei, Fär-bereien, Kattundruckereien, Zwirnmühlen, Gerbereien,3 Buchdruckereien :c. Auch treibt man, außermit diesen Fabrikaten und den Wechselgeschäften,einen lebhaften Handel mit Kolonialwaaren, roherSeide u., und zahlreich sind die großen Handels-häuser. Die Zahl der Fabrikarbeiter wird auf 12,060,und der jährliche Absatz der Waaren auf 4 Millio-nen Thaler angegeben. Lustörter in der Nähe sindTannenthal, die Oelmühle, der Eichend uschic.Die Stadt Lrefeld verdankt ihren Ursprungdem nahen, 1677 geschleiften Schlosse Krakau,welches jetzt eine Seidenfabrik enthält. Dieses wardvon einem polnischen Edelmann, welchen Graf Fried-lich von Mors zum Gefangnen gemacht hatte, im13. Jahrhunderte erbauet. Daneben entstand nachund nach ein Dorf, welches durch neue Ansiedelun-gen zum Flecken ward, und vom Kaiser Karl IV.1361 die Erlaubniß erhielt, einen Wochen- undJahrmarkt zu halten. Derselbe ertheilte dem nun-mehrigen Marktflecken 1371 die Rechte und Freiheiteneiner Stadt und nannte sie Crefeld. Graf Fried-rich von Mors umgab dieselbe mit Mauern, Grä-ben und Wällen. Diese sind aber, sowie die Thore,wegen der Vergrößerung der Stadt, nach dem letztenFrieden abgetragen worden. Die erste Anlage derManufacturen geschah durch Mennoniten, welche ausden Herzogthümern Iülich und Berg vertrieben, hiereinwanderten und sich 1695 eine eigne Kirche baue-ten. Die Aufnahme anderer durch die Religions-verfolqungen vertriebener, betriebsamer Mennoniten,Protestanten und Separatisten zu Ende des 17.und zu Anfange des 18. Jahrhunderts vermehrteden blühenden Zustand der Stadt, welche jedoch130? nur gegen 8000, 1820 ungefähr 10,U0N Ein-wohner zählte. Auch hier fand die VereinigungderReformirten und Lutheraner Statt, und man ver-wandelte darauf die lutherische Kirche in eine Schule,Seitdem hat die Bevölkerung immer mehr zuge-nommen und man sieht sich genöthigt, da die bei-den Kirchen ihre Gemeinden nicht mehr fassen, dieevangelische Kirche zu vergrößern und den Katholi-

ken noch eine zweite Kirche zu bauen. In derKriegsgeschichte ist der Ort durch eine Schlackt merk-würdig, welche der Herzog Ferdinand von Braun-schweig am 23. Juni 1758 auf der nahen Haide66,000 Franzosen unter dem Abt Llermont lie-ferte, und sie mit 34,000 Mann Bundestruppen gänz-lich besiegte. - Aus Erefeld ist der Maler PeterFeldmann gebürtig, ein Schüler von Valen-ciennes. Er machte seine Studien zu Paris undRom, und ward dabei von dem Grafen Riga!(-j- 1829), einem rastlos thätigen Kunstbeförderer,wohlwollend unterstützt.

G l b i n g.

(Beschluß,)

Während die beiden vom Markgrafen Hein-rich erbauten Kriegsschiffe, Fried land undPilgrim, mit Baumaterialien beladen, denDrausensee hinab bis in die Gegend fuhren, woer in den Fluß Elbing (Ilsing) abfließt, gelangteder Landmeister an der Spitze der Kreuzbrüder durchWaldung und Brüche gleichfalls dort an, und be-gann sofort unter dem Schutze der Waffen, den Bauder Burg, welche er nach dem Flusse benannte. Ilnegünstige Lage für den Handel zog viele Deutsche,besonders lübecker Handelsleute herbei, welche sichum die Burg herum niederließen. Dieß bewog denOrden, zugleich auch eine Stadt dabei zu gründen.Eine Kirche nebst Kloster ward noch im ersten Jahreihrer Gründung erbauet. Da aber die neue Or-densburg in ihrer einsamen Lage den häufigen An-griffen der Preußen ausgesetzt war, und einmal vonihnen fast ganz zerstört wurde; so ward sie nebstder Stadt 1239 an den jetzigen Ort verlegt, wodiese durch fortwährende Niederlassungen von Lübeckernbald in Aufnahme kam und vom Hochmeister Hein-rich, Grafen von Hohenlohe, 1246 durch dasFundations-Privilegium das lübecksche Recht unddie Münzgerechtigteit erhielt. So ward der Ort inkurzer Zeit ein wichtiger Handelsplatz. Großen Scha-den that ihr indessen die Pest, welche ein ganzesJahr wüthete, und in noch größere Gefahr geriethsie im Kriege der Ritter mit dem Herzog Suan-tepolk von Pommerellen, durch Hungersnoth undUeberfall, ward aber durch den Heldenmuth derFrauen, welche in der Abwesenheit der Männerdie Mauern tapfer vertheidigten, wie Kulm, glücklichgerettet. Nach diesen Kriegsleiden erhielt die Stadt,zu neuer Belebung, noch andre Privilegien nebsteinem ansehnlichen Stadtgebiet und freie Fischereiim Flusse Elbing, im frischen Haff und auf demDrausensee. Später überließ ihr der Orden auchdie Einnahme der verschiedenen Gerichtsbanke, selbstdie Freiheit von Abgaben und Zöllen ward ihr, ge-gen einen gelingen Zins, noch zugesprochen. Beiso vielen Freiheiten und so großen Vergünstigungenstieg Elbings Bevölkerung und Wohlstand immerhöher. Der Herzog Sambor von Pommern er-theilte ihr 1255 völlige Zollfreiheit in seinem Ge-biete, sowie König Philipp IV. (12851314) vonFrankreich den freien Handelsverkehr in den franzö-sischen Häfen, und als eine Handelskolonie von-deck ward die Stadt gegen Ende des 13. Jahrhun-derts in den hanseatischen Bund aufgenommen. Da-