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II. 97,129,137, 161
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lbst. III. 127
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Muleum tur preutzitche haterlandskunde.
Band m.
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Lief. K
Kurze Geschichte der MarkBrandenburg,
von den ältesten bis auf die neuern Zeiten.
Diese Geschichte umfaßt 5 Perioden: 1) diealtgermanische und slavisch-germanische Vorzeit; 2)die Herrschaft der askanischen Markgrafen von 1133bis 1320; 3) der baierischen von 1324 bis 1373;4) der Luxemburger von 1373 bis 1415 und 5) derHohenzollern seit 1415.
Dieser Landstrich, in frühern Zeiten die sämmt-lichen Marken begreifend, und an der untern Elbeund Oder, Spree,- Havel und Uker gelegen, warin den ältesten bekannten Zeiten nach und nach vonden germanischen Völkerstämmen, den Suevem, Lan-gobarden und Semnonen bewohnt, und kam, nachder großen Völkerwanderung, im 6. Jahrhunderte,in den Besitz einiger slavischen Völkerschaften oderder Wenden, namentlich der Leutizier oder Wilzen,Ukrer und Heveller. Diese erbauelen mehre Städte,unter denen Brannibor (Brandenburg) der Haupt-ort war. Sie stand'en unter einzelnen Fürsten(Knesen), trieben Ackerbcm, Viehzucht, Gewerbeund Handel, und glichen in Religion, Sitten undGebräuchen den übrigen Slaven. Ihre Götter, B i l-bog und Czernebog, Prove, Krodo, Siwa,Radegast, der Lichtgott Swantewit, der drei-köpfige Triglaf, welcher bei Brannibor stand, undandere, waren zum Theil versinnlichte Naturkräfteund in den abschreckendsten Gestalten abgebildet. -—In den folgenden Jahrhunderten geriethen sie mitihren Nachbarn, den Sachsen,, häufig in Krieg,und diese eroberten einen Theil ihres Landes, dieehemalige Altmark, welche dann zu Ostfalen ge-rechnet wurde. Mit den Sachsen kamen sie unterdie Herrschaft Karls des Großen (789—814). Un-ter seinen schwachen Nachfolgern itt Deutschland mach-ten sie sich wieder unabhängig, und beunruhigtendurch häufige Einfälle Sachsen und Thüringen.Dieß bestimmte König Heinrich I. (919—936), siewieder Aysbar zu machen. Er eroberte Brannibor,überwand die Heveller an der Havel und die Rhe-darier in der heutigen Ukermark. Um sie in der Un-terwürfigkeit zu erhalten, setzte er (931) besondereGrafen in das eroberte Gebiet, welches man alsdie Gränze zwischen Deutschen und Wenden Marknannte. Dieß waren die ersten Markgrafen der wen-dischenMark oder von Nordsachsen. Die Wen-den ertrugen indessen nur höchst ungern die deutscheHerrschaft und suchten sich unter Kaiser Otto demGroßen (936—973) wieder frei zu machen, wurdenaber von dem Markgrafen Gero durch List undGrausamkeit abermals überwunden, und nunalle Wenden bis an die Oder der Zinsbarkeit unddeutschen Oberhoheit unterworfen, welche man durchdie Ausbreitung des Christenthums und Gründung
von Bisthümern (Havelberg 946, und Brandenburg949, beide unter dem Erzbisthume Magdeburg) zubefestigen suchte. Harter Druck und natürliche Liebefür die alte Freiheit und Religion trieb aber dieWenden zum stets erneuerten Kampfe, welcher mitabwechselndem Glücke, unter großen Verheerungenund Grausamkeiten von beiden Seiten, über 3 Jahr-hunderte fortdauerte.
Im Jahre 1656 kam die markgräfliche Würdean die Grafen von Stäbe, welche ihren Sitz vonBrandenburg' nach Soliwedel (Salzwebel) verlegtenund daher auch Markgrafen von Stade oder Solt-wedel hießen. Nach deren Aussterben belehnte Kai-ser Lothar II. 1133 Albrecht den Bären, Gra-fen von Askanien (Aschersleben) oder Ballenstädt,mit der Nordmart (Altmark), und dieser verei-nigte damit durch Eroberung die Prignitz und durchBeeidung des Wendenfürsten Pribislav 1142das Havelland (die Mittelmark). Er nahm seinenSitz zu Brandenburg und nannte sich zuerst, seit1144, Markgrafen von Brandenburg. Hierauf ver-trieb er 1157 den Fürsten Iazko von Köpenick,welcher sich Brandenburgs bemächtigt hatte, wiederaus dieser Stadt. Auch gründete er mehre Städte,namentlich Berlin und Köln an der Spree, odergab wenigstens diesen damaligen Fischerdörfern 1162Stadtgerechtigkeit (s. Bor. Bd. l. S.20) Spandau,Stendal und andre, indem er zugleich diese durchden Krieg verödeten Gegenden mit Rhein- undNiederländern bevölkerte, und das neu erworbeneLand, welches seine Nachfolger nach und nach biszur Odeh erweiterten, zu germanisiren suchte. Ausfrommer Dankbarkeil war er 1158 mit seiner Ge-mahlinn nach Palästina gewallfahrtet, und brachtevon daher die Tempelherren und Iohannittercittermit in sein Land, von denen er den ersteren M ü n-cheberg, den Letzteren Werben zur Niederlassungüberließ. Ihm folgte 1176 sein ältester Sohn Ott o I.,welcher vom Kaiser Friedrich I. 1184 das Erzkäm-mereramt im deutschen Reiche erhielt. Die beidenMarkgrafen Johann I. und Otto III. (1220 bis1267) erwarben sich durch Urbarmachung von Süm-pfen und Morästen, durch Wiederherstellung zerstör-ter und Anlegung neuer Städte, wie Frankfurt a.b. O. (s. Bor. Bd. I. S. 53.), Landsberg an derWarti, Königsberg in der Neumark, Neubranden-burg, Neustadt-Eberswalde u. a. große Verdienste.Auch beförderten sie den Handel, so daß die wohl-habendsten Städte, wie Salzwedel, damals die reichsteHandelsstadt, Stendal, Seehausen, Brandenburg u. a.der Hansa beitreten konnten.
Mit dem kriegerischen und prachtliebenden Wo l-demar dem Großen endete 1319 das brandendur-gisch - askanische Haus, und Kaiser Ludwig derBai« verlieh 1324 Brandenburg seinem SohneLudwig I. (bis 1351), worauf des Landes gestie-gene Bevölkerung und Wohlfahrt durch äußere Feinde,