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Frühlings Sieg und Einzug : Festspiel mit Musikeinlagen ; 1. Teil
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Die Zeit als Prolog,

Seid mir gegrüsst, die heute hier erschienenZu diesem hohen Fest in schmuckem Kreis!Ihr scheint zu fragen mit gespannten MienenWas ich zu sagen komm', und wie ich heiss'?Vernehmet also : ich, die ihr erschauetIn Menschenbildung zwar, ich bin die Zeit!In buntem Wechsel hab' ich aufgebauetSo Manches schon auf Erden, einst wie heut';Und m i r liegt's ob, dem Jahr in diesem LebenSein Winter- wie sein Sommer-Kleid zu weben.

So Manches, sagt' ich, ist vor mir erstanden;Unendlich Viel verging, und das nur blieb,Was fest geiüget ward' mit starken BandenWas Untreu' nicht und Wankelmut vertrieb.Ein Solches ist die wackere VerbündungVon deutschen, ernsten Bürgern dieser Stadt,Die heut' vor fünfzig Jahren ihre GründungVollzog, und treu bis heut bewährt sich hat.Drum kam die Zeit, solch' Bündnis zu erneuern,Ein halb' Jahrhundert froh mit Euch zu feiern.

Doch immerhin es lässt sich nicht bestreiten,Auch dieser Bund blieb nicht ganz wandelfrei,Er hat wie alles seine JahreszeitenUnd sehnt im Winter Frühling sich herbei.Wohl hat auch Winter, selbst wenn lang er währte,Und wär's ein halb' Jahrhundert, hohen Wert,Doch wenn er Manchen hie und da beschwerte,Werd' nun Euch fünfzigjähriger Lenz beschert;Das ist der Wunsch der Zeit zum Jubeltage,Und sein Erfolg steht ausser aller Frage.

Den Winter auf der Erde kann vergleichenMit einem hehren Menschengreis man wohl;Frühling jedoch er trägt der Jugend ZeichenUnd knospenreiches Szepter als Symbol.Kommt dann die Zeit, muss König Winter streitenMit Jüngling Lenz um Herrschaft und um Thron.Zu solchem Kampf will ich Euch hingeleiten,Wenn gleich Ihr vielfach ihn erlebtet schon.Fragt man doch wohl einmal: wer wird erliegen?Und wird der Lenz auch diesmal endlich siegen ?

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