oder politische Maximen.97trennet, und seine Freunde also muthwilliger weiß verjagt; und es istmit dem überall aus. Sogar soll man die Geheimnüssen und Wich-tigkeiten seiner Feinden verschweigen und verborgen halten (§. 37.);denn hierinn gedenke man andern zu thun, was man begehrt, daßuns von ihnen wiederfahren solle (§. 72.).78.Weil aber fast niemand in der Welt zu trauen (§. 72.73.)noch zu glauben, so ist dieses ohnstreitig die gewisseste Maxime, allesbey sich allein verschwiegen zu halten (§. 10. 37. 77.), denn so be-darf man nicht in Furcht und Angst zu leben, daß es an Tagkomme. Hernach soll man behutsam seyn, dem sexu foemineo nichtsGeheimes von grosser Wichtigkeit unbedachtsamer weiß zu entdecken.Man weiß ja wohl, daß sie nur dasjenige verschweigen, was sie nichtwissen. Doch kan man es ihnen auch nicht in so weit verdenken; dadie albere Offenherzigkeit und Unverschwiegenheit ihnen meistentheileeine von Natur angebohrne Eigenschaft [oder Schwachheit] ist. Unddarum kan man nur sicher gedenken, wo sie etwas heimliches wissen,daß es bald auskommen werde. Dasjenige, welches man gern welt-kündig und offenbar hätte, braucht man ihnen nur geheim zu haltenbey Lebensstrafe anbefehlen, so wird es schon desto geschwinder aus-kommen. Allein, wir wollen darum die Hochachtung, die sie beyder Welt haben, nicht vergringeren. Es ist die Art einer mensch-lichen Schwachheit; und es ist gnug, daß man hiefür gewarnet ist.79.Die Sparsamkeit und nützliche Anwendung der Zeit ist eine hoch-löbliche und nothwendige Maxime. Daher ein jeder Weltklugerermahnet seye, die Zeit wohl in acht zu nehmen. Was isteben einem Politico nützlicher und nothwendiger, als dieselbe wohl an-zuwenden (§. 1.)? Was ist, sage ich, schädlicher einem Menschen,als dieselbe zu verlieren (§. 30.)? was ist schändlicher, als die-selbe übel und mit unnützlichen Geschäften zuzubringen (§. cit.)da dieselbe, so einmahl verflossen, nimmermehr wieder kom-men
Druckschrift
Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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