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sonst üblich, geradlinig geschlossen, sondern durch eine fortgesetzte Reihe reichornamentirter Rundbogen, welche den an die Absidenwölbung unterwärts sichanschliessenden Fensteröffnungen zur Umrahmung dienen. In den Zwickelnzwischen den Fensterbogen sind in sechs Medaillons zierliche Engelköpfchen an-gebracht, zwölf weitere sehen wir in dem schon mit Traubenblatt-Ornamentengeschmückten Triumphbogen.
Der Gesammteindruck, den das Bild auf den Beschauer hervorbringt,lässt sofort den wesentlichen Fortschritt erkennen, der hier in Auffassung undfreierer Gestaltung gegen die Malereien des Kapitelsaales zur Geltung ge-langt ist. Noch mehr tritt dieser Unterschied, der eine Entstehung der Malereiender Kirche im Anfange des 14. Jahrhunderts darthut, in den Einzelheiten zuTage. Die besonders in ihrem unteren Theile ungewöhnlich langen, schmalenGestalten, die bei der Gestalt der h. Catharina schon bemerkbare Seitenbiegungdes Körpers, das eigenthümliche wallende Haar, die mageren Arme und Hände,das Alles sind, zusammengehalten mit der Verwendung des gestirnten Hinter-grundes und der sternenbesäten Gewänder, sowie der Zinnober- und Mennigfarben,Momente, die uns auf die Blütheperiode des gothischen Stils hinweisen.
Taf. XVII.
1. 2. 3. 4. 5.
Noch mehr tritt dieser gothische Character der Malerei in den Einzelfigurenhervor, mit denen unter spitzbogigen Umrahmungen die Laibungen der rundbogigenFenster geschmückt sind. Diese theils männliche, theils weibliche Personen dar-stellenden Figuren lassen sich, zumal die alten Inschriften fast gänzlich erloschenwaren, nicht näher bestimmen. In Anbetracht der Kopfbedeckung liegt aberdie Möglichkeit nahe, dass es sich hier um die Darstellung von Propheten oderKirchenlehrern in den männlichen, von Tugenden in den weiblichen Figuren handle.Die Spruchbänder von Fig. 1 und 3 waren ganz erloschen, bei Fig. 2 las Hohe:SAPIENTIAE und DOMINVS • IN- C6LO-S€(d)e(s) • eIVS, bei Fig. 4: ABSCÖN undDOniNVS • NOOX6)N (e)IVS, beiFig. 5 endlich: £T R6CH und QVI F6CIT OODNIBVSC EST. Statt dieser ursprünglichen, der Ergänzung nicht wohl fähigen Wort-reste sind von der Restauration der Reihe nach folgende neue Inschriften an-gebracht worden:
Fig. 1: Et ponens eum ad dexteram suam und Eripiens eum e pote-state tenebrarum,
Fig. 2 : Qui iustificat omnem hominem und Ecce sanctitas vestra ipsedominus,
Fig. 3: Qui iudicaturus est vivos et mortuos und Dominus rex inaeternum,
Fig. 4: Et videbitur abundantia pacis und Dominus noster consiliarius,endlich
Fig. 5: Qui fecit omnia ipse est und Et regnat super choros angelorum.
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6.
Fragmentirtes Wandbild eines jüngsten Gerichtes auf der3,93 m messenden "Wand des fünften Joches im östlichen Kreuzgangflügel ausder gleichen Zeit. Erhalten sind nur die in rothen Contourzeichnungen auf den "Wand-putz aufgetragenen Darstellungen in der Mitte und auf der rechten Seite der Bild-fläche. In der Mitte sitzen auf einer Bank mit hoher Rücklehne die Personen der Tri-nität, beginnend mit Gott Vater, dessen Figur leider in der oberen Hälfte gänzlichzerstört ist. In der Mitte sitzt der h. Geist, der hier, freilich theologisch incorrect,in jugendlicher Gestalt dargestellt ist, um die Filiation ex patre filioque sinnlichwahrnehmbar zu machen, ähnlich, wie wir dies wiederholt auf mittelalterlichenDarstellungen sehen, am auffallendsten in einem französischen Manuscript, woder h. Geist als Kind von ungefähr acht Jahren im Schoosse des greisen GottVaters sitzt, während Gott Sohn als rüstiger Mann ihm zur Seite steht 1 ). DaChristus, der zur Linken des h. Geistes das andere Ende der Bank einnimmt,bärtig und als Mann in den besten Jahren dargestellt ist, so liegt es nahe, an-zunehmen, dass der Künstler unseres Bildes durch die Altersunterschiede ledig-lich eine — wenn auch missverständliche und irrige -— Schilderung des Ver-hältnisses der drei göttlichen Personen zu einander beabsichtigt habe.
Rechts von der Darstellung der Trinität, d. h. also links vom Be-schauer, befand sich ehemals gewiss die jetzt zerstörte Einführung der Seligenin's Himmelreich, denn zur Linken sehen wir die Vollziehung des gött-lichen Richterspruches an den Verdammten. Unter den letzteren befindensich, analog der schon seit dem XII. Jahrhundert üblichen Auffassung 2 ), Ver-treter der verschiedensten Berufsarten, Ordensleute, Kleriker, Fürsten und Laien.Sie alle sind, während oben ein geflügelter Engel mit dem gezückten Schwerteihnen den Weg zur Hölle andeutet, von einem grinsenden Teufel mit einerKette 3 ) umschlungen worden, an der er sie zur Hölle hinabzerrt, dabei einemanderen Teufel folgend, der dem Zuge auf seiner Fiedel aufspielend vorausspringt.
Ueber die künstlerische Eigenart und kunsthistorische Bedeutung dervorstehend beschriebenen Wandmalereien von Brau weil er wird im Zusammen-hang mit der Würdigung derjenigen von Schwarz-Rheindorf am Schlussder nachfolgenden Beschreibung der Malereien in letzterer Kirche das Näherebeigebracht werden.
1) Vgl. die Abbildung bei Didr on, Iconographie chretienne. Histoire de Dieu, S. 459, pl. 123.
2) Otte, Handbuch der Kunst-Archaeologie, 4. Aufl. S. 915.
3) Einer ähnlichen Darstellung auf rheinischen Denkmalen begegnen wir in den Wandge-mälden von Bergheim-Müllekoven (vgl. Taf. 41), in den Glasgemälden des Ostchores der Benedictiner-abteikirche zu M.-Gladbach u. s. w.
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