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METTLACH.
Stadtsiegeln. 85 Wir sehen in diesem Werke ebenso wie in der Kreuztafel von St. Mathiaseine Schöpfung, die zwar noch unter dem formellen Einflüsse des byzantinischen Typussteht — wie ihn das Gefält der Gewänder, die flache Behandlung des Reliefs, die Sitte der ver-deckten Hände beim Petrus bekundet — aber zugleich schon durchaus den selbstständig erwachtenderben Geist der deutschen Kunst vom Ende des 12. Jahrhunderts ausspricht. Wie es in der Natureiner beginnenden Kunst liegt, bleibt die Technik zurück hinter der grossartigen Conception,die sich ganz besonders in der erhabenen Erregtheit der Figur des Heilandes zeigt. 86
METTLACH.
Mediolacum, Dorf an der Saar, führt seinen nachweislichen Ursprung auf die angeblichvon dem h. Luitwin, einem austrasischen Herzog und spätem Erzbischof von Trier Ende des7. Jahrh. gegründete Benedictiner-Abtei zurück, welche nach den Bestimmungen des StiftersEigenthum der trierer Erzbischöfe verblieb. Abt Hezzel errichtete gegen das Jahr 1000 diejetzt noch vorhandene, nach dem Motiv der karolinisrhen Marienkirche zu Aachen gebauteachteckige Marien- oder Luitwin's-Kapelle. 1
Taf. LXIII.1,1a —Ib.
Kreuzreliquientafel in der katholischen Pfarrkirche zu Mettlach in Form eines Flügel-altars, 14£" hoch, 22" breit und 3^" in der Dicke. Dieselbe ist gleich derjenigen derSt. Mathiaskirche in Trier (Taf. LXH, 1) eine in der gleichen Werkstatt entstandene Nach-ahmuug des von Heinrich von Uelmen aus Konstantinopel mitgebrachten Kreuzreliquiars zuLimburg. Diese gleiche Werkstatt der Mettlacher und Trierer Tafel bekundet sofort dietypische Aehnlichkeit der Rückseiten. Hier (1 a) finden wir wie dort (Taf. LXII, 1 e)eine gravirte vergoldete Kupferplatle, auf welcher in gleicher Umrahmung, Stellung, Art undGefält der Gewandung, in der Mitte der segnende Heiland, umgeben von den Sym-bolen der vier Evangelisten, und oben wie unten die Wohlthäler der Abtei in Halbfigurenerscheinen. 2 Obe n in der Mitte die Trierer dem 10. Jahrh. angehörigen Bischöfe Rupert(us)epc. und Ekcbert(us) epc, ersterer als Wiederhersteller des Klosters mit einem Kirchenmodell,letzterer mit Buch und Stab ; diesen zur Seite links die Aebte Folcold(us) Abbs, 3 das Bild eines
85. Vergl. p. 90, Anmerk. 51.
86. Wyttenbaeh, Forsch, über die röm. Alterth. 2. Aufl.. 1841. Abbildungen theilweise mitirrigen Bemerkungen bei Förster, Caumont u. Didron u. s. w.
1. Beyer u. Eltester, TJrkundenbuch II p. CLXXX. Interessante Architekturreste der abge-brochenen romanischen Klosterkirche besitzt der jetzige Inhaber des Klosters Herr Boch-Buschmann.
2. Dass die typische Aehnlichkeit im Allgemeinen, Abweichungen im Einzelnen nicht aus-schliesst ist selbstverständlich, so stehen z. B. die Füsse des Heilandes hier auf demRegenbogen, hingegen bei der Mathiastafel auf dem Thronschemel, fehlen hier die Sterneu. Verzierungen des Hintergrundes u. s. w.
3. Folcold lebte um 1050. Losma ist Losheim und kommt im Güterverzeichniss von Mett-lach bei Beyer II p. 338 vor.