COBKELIMUENSTER.
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Papstes Cornelius, welche mit denen des h. Cyprian wahrscheinlich als Geschenk Carl desKahlen von Compiegne nach Inda kamen, hahen erst den Namen Cornelimünstcr hervorge-rufen. Der seit dem 14len Jahrh. alle siehen Jahre stattfindenden Zeigung des berühmtenReliquienschalzes der Abtei 2 verdankt wol der gleichnamige Ort seine Entstehung.
1. la. Ib.Büste des Papstes Cornelius zur Aufbewahrung eines Theiles seines Schädels. Diesekostbare, %' 6" hohe Arbeit besieht aus getriebenem Gold- und Silbcrblech und dürfte vomEnde des 14len Jahrhunderts herrühren. Bart und Haare des individuellen Gesichtes er-scheinen von Gold, die blauen Augen sind in Emaille ausgeführt. Als Pectoralschild desGewandes befindet sich auf der Mitte der Brust eine kleinere, 7>\" hohe jugendliche Büstemit einem in Calcedon geschnittenen Kopfe, 3 dessen Nimbus auf blauem, mit Edelsteinengeschmücktem Emaillegrunde die Buchstaben I. N. R. I. (Jesus, nazarenus. rex. iudcorum)trägt; das Brustgewand des kleinen Pectorale zeigt ausser einigen Edelsteinen im unternRande und auf der Mitte, in rautenförmigen Abtheilungen abwechselnd getriebene Lilien undfünfblättrige Rosen. Den kostbarsten Hauptschmuck des Ganzen bildet aber die dreifache, miteiner grossen Zahl edler Steine und einigen Emaillen geschmückte bewegliche Papslkrone,auf deren zweitem Reifen sich der Name des Papstes: sanclus Cornelius befindet. Zweian der Hinterseile angebrachte Wappen, nämlich (1 b) ein rothes Schild mit zwei ins An-dreaskreuz gestellten Bischofs - Stäben und in der Mitte ein gekrönter goldner Löweim schwarzen Felde, und (1 a) ein rothes Feld mit drei gelben Kreuzen und in gleicherFarbe einen Arm, der einen Ring emporhält — gehören nach einer gütigen MittheilungFahne's, das erstere gemäss ebenso besiegelter Urkunde von 1380, dem Abte JohannesDurffendael und das zweite wol dem Geschlechte Lyser an und bekunden zweifellos, dass
der genannte Abt der Donator des Reliquiars ist.
oHörn des h. Cornelius, aus welchem am Feste des Heiligen, wie bei den Heiligthums-fahrten gesegnetes Wasser zur Heilung von Krankheiten gespendet wurde, eine sogenannteGreifenklaue, wie solche in Schatzverzeichnissen vorkommen und in vielen Museen und Kir-chen aufbewahrt werden. * Das schwarze Hörn scheint von einem Büffel herzurühren und
2. Floss, Aachener Heiligth. p. 117 u. a. 0. Im Jahre 1359 ertheilt Innocenz VI. den Theil-nehmern der alle 7 Jahre nach Cornelimiinster stattfindenden Heiligthumsfahrt einen Ablass.
3. So viel wir uns nach einer Eeihe von Jahren erinnern können, ist dieser Kopf antik undträgt auf dem Mittelscheitel jene eigenthümliche Haarflechte, die wir p. 10 unserer Ab-handlung, die Bronzestatue von Xanten, Berlin 1860, als Abzeichen des Knabenalterscharakterisirten.
4. In einem zur Heiligthumsfahrt von 1755 ausgegebenen Heiligthumsbüchlein wie bei Nop-pius I. c. 40. p. 149 wird obiger Gebrauch verkündet und in ersterem mitgetheilt, dassdas Hörn eine Klaue des "Vogels Greif sei, welche dieser Yogel aus Dankbarkeit für dievom h. Cornelius an ihm erwirkte Heilung von der fallenden Sucht zu den Füssen desHeiligen niederlegte etc. —■ was als Beitrag zum Material der Erklärung der vielenmit dem Namen Greifenklaue bezeichneten Hörner dienen mag. Vergl. Floss, p. 168,und Anmerk. 8 unsres Textes für Siegburg. Aehnliche Hörner befinden sich zu Hildesheim