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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
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56
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AACHEN.

aber für die Existenz einer dauernden Colonie irgendwo deren ausdrücklicher Erwähnung beiden römischen Schriftstellern und Geografen, mindestens der Funde planmässiger Bauanlagen,so würde eine solche Erwähnung des Römers Granus in den Berichten des Tacitus und derSpäteren nicht fehlen, falls er der Gründer einer Colonie Aquisgranum wäre. Wir haltendesshalb das römische Aquisgranum für eine ehrgeizige Combination der Chronisten, und,wie der erste Theil der Benennung Aquisgranum gleichbedeutend mit den gleichzeitigenBenennungen Aquae und Ahha beweist, dass sich die Benennung und somit Gründung andie Kenntniss und Schätzung der warmen Quellen knüpft, so liegt es bei der Fortdauer heid-nischer Gebräuche und Anschauungen am nächsten, den zweiten Theil des Namens Granuman den Apollo grannus als einen mit den Heilquellen in Verbindung stehenden celtischen Heil-gott zu knüpfen. 9

Rebren wir zur historischen Sicherheit zurück, so begegnet uns die erste Nachrichtüber Aachen in der Angabe, dass Pipin im Sommer 753 daselbst verweilte 10 und im Jahre765 das Fest der Weihnachten dort feierte." Und wenn wir wissen, dass in der unmittel-barsten Nähe von Aachen schon früher die Frankenfürsten kirchliche Stiftungen zu Burtscheidtvollzogen 12 und nicht viel entfernter feste Burgen besassen ii , so können wir mit um so

9. Dass die Benennungen Aach, Acha von Ah-va aus dem Golhischen (vergl. GrafTs Sprachschatz I.

p. 111) und Aquae, welche auch in den ältesten Urkunden vorkommen, aus der Beziehungauf die Thermen herstammen, bedarf keines Erweises. Die Form Aquis-granum kann nunkeinenfalls die ursprünglichste dieser Zusammensetzung sein, da sie grammatisch nicht alleineine ganz unrichtige ist und Aqui-granum heissen miisste, sondern auch erst sehr spät vor-kommt (Lac. I. 411. 412). In den ältesten Urkunden finden wir nur die ganz richtigeForm Aquisgrani (Aquis Grani), z. ß. als Bezeichnung des Ortes, wo die Urkundegegeben wurde: actum Aquisgrani und im Contexle: locus quidam Aquisgrani. DieseForm Aquisgrani war so constant geworden, dass man sie als ein nomen indeclinabile be-trachtete, wie wir denn ad aquisgrani (Lac. 114), apud aquisgrani (Lac. 412), prope aquisfinden, obschon an anderen Stellen unter ähnlichen Bedingungen richtig aquasgrani steht(Pertz, Mon. p. 192. 196. 200). Spüler wird nun aus der häufigst gefundenen, aber miss-verstandenen Form aquisgrani die nominative Form Aquisgranum gebildet. — Richtig hättesie müssen "aquaegrani heissen, und da dieses auch urkundlich vorkommt (Graft", SprachschatzI. p. 111), so sind sicher aquae und Aquae-grani die ältesten Namensformen, und grani bildetnur eine genilive Bestimmung, die unbedingt auf den durch seine Beziehungen zur Sironaals Badegott auftretenden celtischen Apollo grannus (Schwende, rom. Mythol. P- 322; Orelli,inscript. lat. 1997. 2001) wiesen, würde dessen Name nicht ebenso constant mit einemzweifachen n geschrieben, wie Aquae-grani mit einem n. Somit würde die Verbindung miteiner Person Granus weniger Schwierigkeiten darbieten, wenn sie nur historisch zu erweisenwäre. Die Sage kennt diese Verbindung früh. Vergl. Carl Meinet, herausgegeben von Adalb.v. Keller. 1859. p. 490. Der Granuslhurm ist nach Prof. Bock's Abhandlung in den rhein.Jahrb. p. 25 erst im 13. Jahrhundert entstanden. Jedenfalls wäre der von Ouix, GeschichteAachens I. p. 2, erwähnte Kellerraum werth, zur Feststellung des Alters untersucht zuwerden.

10. ßaluz. Capitul. Reg. Franc. T. II. p. 1391.

11. Annal. Einhardi et Begin. chron. etc. apud Pertz, Tom. I. p. 144. 145. 334. 557.

12. Quix, Geschichte der Abtei Burtscheidt. 1834.

13. Pertz, Mon. Genn. I. p. 135 oder 48S: novuni castellum juxta Ardiiennam. Vergl. die Stellen.

in Ledebur's Archiv. I. p. 79. Note 8.